Das Beste vom Bienchen: Bienenwachs und Honig

Heute starten wir eine neue Serie: Künftig lest Ihr im Blog immer wieder über Lieblingsrohstoffe, für die wir schwärmen. Den Anfang machen zwei Zutaten, bei denen es nur so summt, wenn es um ihre Vorteile für Kosmetik geht: Bienenwachs und Honig./ Jenny & Janine
Honig in Naturkosmetik

Ein kleines Manko haben die beiden gemeinsam: Sowohl Bienenwachs, als auch Honig sorgen dafür, dass eine Rezeptur nicht mehr als vegan gilt. Die talentierten Rohstoffe werden nämlich von Tieren produziert. Wir verraten, wo ihre Vorteile liegen:

Bienenwachs – Jennys Liebling
Bienenwachs in Naturkosmetik
© PollyDot auf Pixabay

Die fleißigen Bienchen bauen aus dem Rohstoff ganze Bauwerke: Die Waben und damit der ganze Bienenstock entstehen aus dem begehrten Wachs. Vom „Schlafzimmer“ bis hin zu „Kinderstube“ und nicht zuletzt zur „Vorratskammer“ wird mit Bienenwachs konstruiert. Das Material hierfür entsteht in den Wachsdrüsen junger Arbeiterbienen. Die winzigen Plättchen werden zum Verbauen mit den Mundwerkzeugen geknetet – und Voila! Fertig ist das hellgelbe Gemisch, das wir auch von Kerzen kennen. Natürliches Bienenwachs trägt die Bezeichnung Cera Flava, die gebleichte Variante ist Cera Alba und meines Wissens häufiger in INCIS zu finden.

Was genau in Bienenwachs steckt? In erster Linie Myricin, ein Stoffgemisch aus Estern, Säuren und langkettigen Alkoholen. Hinzu kommen gesättigte Kohlenwasserstoffe. Und das Wichtigste: Propolis, Pollen und Honig! Propolis ist für die antibakterielle Wirkung von Bienenwachs verantwortlich, während Pollen und Honig vor allem Duft und Farbe beeinflussen.

Warum ich die Zutat in meiner Kosmetik so liebe, hat verschiedene Gründe…

Die unerreichte Schutzwirkung von Bienenwachs ist der wichtigste: Was für Stabilität im Bienenstock sorgt, gilt auch für die Haut. Das Wachs legt sich auf die Oberfläche und schirmt unser größtes Organ wirksam vor äußeren Einflüssen ab. Trotzdem lässt es die Haut atmen – denn das Wachs ist luftdurchlässig und verstopft auch die Poren nicht.

Ein weiterer Vorteil ist die Fähigkeit, Wasser zu speichern: Feine Feuchtigkeitsmoleküle aus der Luft (oder hydratisierenden Rezepturen) können so nach und nach an die Haut abgegeben werden.

Das im Wachs enthaltene Vitamin A fördert die Zellregeneration. Deswegen ist Bienenwachs meine persönliche Nummer 1 bei spröden Lippen. Die antibakterielle Wirkung macht es außerdem prädestiniert zur Anregung der Wundheilung: Leichte Verbrennungen, Juckreiz und Irritationen sind prima Einsatzgebiete für das Multitalent.

Konsistenz und Duft sind zwei weitere Merkmale, die Bienenwachs bei Kosmetik positiv beeinflusst. Verglichen mit seiner Wirksamkeit sind die aber beinahe nur das Tüpfelchen auf dem i.

Dass der Powerstoff seinen Preis hat, ist kaum verwunderlich. Richtig deutlich wird sein Wert aber, wenn man bedenkt, dass für jedes Gramm Bienenwachs die vier- bis zehnfache Menge Honig sowie ein weiteres Gramm Blütenstaub, also Pollen, in der Herstellung benötigt werden.

Wer noch nicht ganz überzeugt ist, oder trotz der vielen Vorteile lieber auf vegane Wachs-Alternativen  setzen möchte, dem seien Carnaubawachs, Candelillawachs und Co. ans Herz gelegt.

Honig – Janines Favorit
Honig in Naturkosmetik
© Bild von Gasfull auf Pixabay

Wer mich kennt, weiß, dass ich Pluspunkte für vegane Rezepturen vergebe. Dabei mag ich einen nicht-veganen Inhaltsstoff insgeheim sehr gerne: Honig! Fleißige Bienchen stellen diesen in aufwendiger Prozedur aus Nektar her. Die süße Versuchung duftet nicht nur unheimlich gut, sondern ist ein echtes Beauty-Talent für Haut und Haar.

Unter der Bezeichnung „Mel“ findet Ihr Honig in der INCI. Er steckt als süße Zugabe in Parfüms und/oder als pflegende Komponente unter anderem in Cremes, Badezusätzen, Peelings, Seifen, Shampoos, Duschgelen und Lippenpflege. Ganz schön vielseitig! Allerdings: Honig ist nicht gleich Honig! Er unterscheidet sich in Farbe, Konsistenz und Inhaltsstoffen. Ganz maßgeblich ist dabei das Sammelgebiet der Bienen. Spannend für den Einsatz in Kosmetik: Je nach Sorte gibt es Unterschiede beim Fruktose-, Glukose und Aminosäure-Gehalt, was wiederum unterschiedliche Benefits für die Haut hat. Akazienhonig enthält viel Fruktose, Orangenblüten-honig viel Glukose (Orangenblüte). Damit sind sie großartige Energielieferanten für unsere Zellen. Thymianhonig unterstützt die Hautstruktur – dank hohem Anteil an der Aminosäure Prolin.

Aber natürlich gibt es auch Eigenschaften, die alle Honigarten gemeinsam haben. Diese sorgen dafür, dass er eine extrem beliebte Beauty-Zutat ist: Honig spendet Feuchtigkeit, wirkt beruhigend bei Irritationen, schenkt weiche Haut und glänzendes Haar. Unreinheiten werden geklärt, da der hohe Zuckeranteil für einen natürlichen antibakteriellen Effekt sorgt und die enthaltenen Enzyme eine entzündungshemmende Wirkung haben. Der Zuckeranteil bindet außerdem Feuchtigkeit, während Polyphenole freie Radikale fangen und somit vor frühzeitiger Hautalterung schützen. Das macht Honig zu einem beliebten Anti-Aging Wirkstoff. Mich beeindruckt immer wieder, dass der sanfte Schönmacher wie geschaffen für verschiedenste Hauttypen ist.

Ich persönlich liebe den süßen Duft von Honig und die vielen Benefits, die er für die Haut hat. Egal, in welchem Zustand sich mein Teint gerade befindet – mit Honig liege ich nie verkehrt. Seine Wirkung begeistert mich so sehr, dass ich häufig Honigmasken auftrage. Dazu befeuchte ich die Haut zunächst mit einem Tonic oder Pflanzenwasser und trage anschließend den Honig auf, ganz pur! Dabei spare ich auch die Lippen nicht aus. Erstens schmeckt der Honig zuckersüß, zweitens profitieren auch sie von der pflegenden Wirkung. Nach 5-15 Minuten nehme ich den Honig mit lauwarmem Wasser ab. Insbesondere bei trockenem Teint oder Unreinheiten hilft mir dieses Ritual sehr!

Zuletzt sei darauf hingewiesen, dass Honig und Bienenwachs kostbare Rohstoffe sind, die – wie unser aller Wohl – unmittelbar vom Überleben der Bienen abhängen. Immer mehr Kosmetikunternehmen verstehen das und setzen sich für den Schutz der emsigen Insekten ein. Engagierte Unternehmen sind unter anderem alverde, Melvita und Weleda.

Wenn Euch interessiert, was die fleißigen Bienchen neben Bienenwachs und Honig für die Schönheit produzieren, lest auch hier im Magazin rein.

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