Zimt, Nelken und Co.: Wintergewürze

Egal ob Glühpunsch, Festtagsbraten, Bratapfel oder selbstgebackene Plätzchen – Weihnachtszeit ist die Zeit der Gaumenfreuden. Ganz klar, dass dabei unsere liebsten Wintergewürze nicht fehlen dürfen: Vorhang auf für Zimt & Co – denn sie schenken uns ein Duft- und Geschmackserlebnis der ganz besonderen Art.
Magazin: Zimt, Nelken und Co.: Wintergewürze Bild: pixabay

Hauptverantwortlich für den charakteristischen Duft der weihnachtlichen Gewürze sind die in ihnen enthaltenen ätherischen Öle. Sie wirken sowohl ausgleichend auf die Psyche als auch stimulierend auf die Abwehrkräfte des Körpers, sie fördern die Durchblutung und spenden uns „innere Wärme“. Gebt Euch der vorweihnachtlichen Feinschmeckerei also ganz beruhigt hin…

Der Klassiker unter den Adventsgewürzen ist Zimt. Bratäpfel, Glühwein und Zimtsterne würden kaum ohne sein wohlig süßes, leicht holziges Aroma auskommen. Zimt stärkt das Immunsystem, regt den Kreislauf an und unterstützt unsere Abwehrkräfte. Er wirkt appetitanregend, antibakteriell und wirkt sich positiv auf unsere Verdauung aus – genau das  Richtige in der Weihnachts-Schlemmer-Zeit. Leider enthält Zimt neben vielen ätherischen Ölen aber häufig auch Cumarin, das in hohen Dosen leberschädigend wirken kann. Unser Tipp: Verwendet Ceylon-Zimt (auch Kaneel-Zimt), wenn Ihr Zimtleckereien zubereiten möchtet, auch wenn dieser ein klein wenig teurer ist als etwa Cassia-Zimt. Dafür enthält er deutlich weniger Cumarin.

Auch auf Kardamom können wir in der Adventsküche kaum verzichten. Sein kräftiges, fruchtiges Aroma ist eine wichtige Zutat in Stollen, Plätzchen & Co. Kardamom wirkt appetitanregend, entkrampfend und ist gut für unser Herz und unseren Magen. Eine  zerkaute Kardamom-Kapsel ist zudem ein zuverlässiger Helfer gegen Mundgeruch und Völlegefühl.

Das Vorzeigegewürz in der Weihnachtsbäckerei ist definitiv der Sternanis. Wie der Name schon sagt, gleicht das Gewürz einem achtzackigen Stern – ein echter weihnachtlicher Vorbote. Sein Aroma ähnelt dem von Fenchel und Anis. In Punsch und Glühwein macht sich seine scharf-süße Note besonders gut. Aber auch Gebäck erhält durch Sternanis oder Anis das gewisse Extra. Anis und Sternanis sind übrigens nicht miteinander verwandt, enthalten aber beide das ätherische Öl Anethol, welches krampflösend wirkt. Es lindert Verdauungsbeschwerden oder Blähungen und hilft auch bei Husten oder Erkältungen.

Orangen mit Nelken gespickt – das lässt uns doch sofort an Weihnachten denken. Gewürznelken duften intensiv und haben einen pfeffrigen, fruchtigen, leicht bitteren Geschmack. Sie eignen sich zum Würzen von deftigen Gerichten genauso wie zum Backen süßer Leckereien. Aber auch Glühwein oder Punsch schenken sie ihr unverwechselbares Aroma. Selbst auch als Schmerzmittel können die kleinen Knospen gute Dienste leisten: Das im Nelkenöl enthaltene Eugenol wirkt antibakteriell und betäubend. Daher soll bei Zahnschmerzen der Biss auf eine Nelke helfen. Gewürznelken lindern zudem Blähungen, Krämpfe sowie Übelkeit, sind gut für den Magen und bei Entzündungen.

Piment heißen die getrockneten Früchte des immergrünen Nelkenpfefferbaumes, der aus dem tropischen Mittelamerika stammt. Piment schmeckt wie eine Kombination aus Pfeffer, Nelken, Muskat und Zimt. Er wird darum oft auch als „All Spice“ bezeichnet und anstelle einer Gewürzmischung verwendet. Außerdem enthält das Gewürz Eugenol, das auch in der Gewürznelke zu finden ist, und hat somit dieselben gesundheitsfördernden Eigenschaften. Piment schmeckt allerdings merklich schärfer als Gewürznelken.

Koriander ist ebenfalls ein beliebtes Weihnachtsgewürz. Traditionell werden seine zermahlenen Samen zum Würzen von Lebkuchen und Spekulatius verwendet. Mit dem exotisch anmutenden Gewürz lassen sich aber auch Eintöpfe, Rotkohl und Fleischgerichte verfeinern. Koriander hat ein mildes Aroma, kann also großzügig verwendet werden. Durch das enthaltene Korianderöl wirkt das Gewürz leicht krampflösend und hilft bei Völlegefühl.

Und was wäre die Weihnachtsbäckerei ohne den wunderbar süßen Geschmack der Vanille? Ihr köstlich warmes, würziges, leicht süßliches Aroma verfeinert Plätzchen und Schokoladen. Vanille beruhigt die Nerven und wirkt stimmungsaufhellend. Außerdem soll das Gewürz die Verdauung fördern und die Nierentätigkeit anregen.

Als Stimmungsaufheller und Muntermacher in der trüben Jahreszeit gilt auch die Muskatnuss. Sie entfaltet ihr würziges Aroma vor allem in Lebkuchen. Aber Vorsicht bei der Dosierung: Vier Gramm Muskatnuss können ausreichen, um bei einem erwachsenen Menschen Vergiftungserscheinungen auszulösen. Diese Menge entspricht in etwa ein bis zwei ganzen Muskatnüssen.

Bei Gewürzen gilt eben wie bei vielen anderen Dingen: In Maßen sind sie ein wahrer Genuss für Leib und Seele!

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