Seifenoper

Lange Zeit spielten sie nur eine Nebenrolle, jetzt rücken sie ins Rampenlicht: Seifen sind die neuen Stars im Badezimmer. Aber sind sie auch für die Haut eine saubere Sache? Welche Produkte unbedingt auf die Besetzungsliste gehören und welche Ihr meiden solltet, damit’s garantiert ein Happy End gibt!
Seifenoper, Naturkosmetik Seifen, Foto: PIXABAY

Sie verwöhnen uns durch cremigen Schaum, duften aromatisch nach Blüten oder Gewürzen und bringen den gewissen Tupfen Farbe ins Bad: Seifen liegen voll im Trend. Aus dem langweiligen Drogerieartikel von einst ist ein echtes Wellness-Objekt geworden. Besonders Seifen aus Pflanzenölen und handgemachte Produkte mit echten Kräuterstückchen haben die Nase vorn. Fragt sich nur, ob man sich der Waschfreude tatsächlich so ungetrübt hingeben sollte. Schließlich heißt es doch immer, Seife sei so aggressiv und würde die Haut austrocknen. Das stimmt nicht ganz.

Grundlagenforschung: Von Rindertalg, Pflanzenfett und Palmöl

Um Seife herzustellen, braucht man in erster Linie Fettsäuren, die mit Natron- oder Kalilauge gekocht werden. Bei konventionellen Produkten stammen diese meist aus Rindertalg. Möglich, aber teurer in der Herstellung, ist auch die Verwendung von hochwertigen Pflanzenölen. Allerdings eignen sich dazu nicht alle gleich gut. Ideal zur Verseifung, wenngleich nicht ganz unumstritten, ist Palmöl, das in konventionellen Produkten neben Rindertalg den absoluten Löwenanteil ausmacht. Auch in Bio-Seifen wird dieses Fett relativ häufig verwendet, allerdings überwiegend aus Öko-Anbau.

SPEICK Naturkosmetik zum Beispiel verwendet für die Produktion seiner Seifen vor allem RSPO-zertifiziertes Palmöl aus nachhaltigem Anbau. „RSPO steht für Roundtable on Sustainable Palm Oil, ist ein Zertifizierungssystem und wurde auf Initiative des WWF gegründet“, erklärt Anke Boy von SPEICK Naturkosmetik. „Außerdem sind wir seit 2016 Mitglied bei FONAP und engagieren uns damit – über den verantwortungsvollen Einkauf hinaus – für den nachhaltigen Anbau von Ölpalmen. Denn nicht das Palmöl an sich stellt das Problem dar, sondern die kurzsichtige Art des Anbaus, die für die fortschreitende Rodung immer weiterer Regenwaldflächen verantwortlich ist.“
FONAP ist ein Zusammenschluss aus Unternehmen, Verbänden und NGOs, dessen Ziel es ist, gemeinsam tragfähige Lösungen für die Verbesserung der Praktiken im Palmölsektor zu erarbeiten.

Um den Anteil an Palmöl in ihren Seifen trotzdem möglichst gering zu halten, mischen es einige Naturkosmetikhersteller in der Regel mit Olivenöl und Kokosfett. Andere Unternehmen dagegen bieten lieber Flüssigseifen an, die auf Kokos- und Zuckertensiden basieren, ähnlich wie Bio-Shampoos und -Duschgels.

Seifenglück: Kräuter, Farben, Düfte

Damit Seifen nicht nur reinigen, sondern auch Spaß machen, werden die meisten hübsch gefärbt und angenehm parfümiert. Konventionelle Hersteller greifen dazu gern in die chemische Trickkiste. Synthetische Azofarbstoffe, die Allergien und Krebs hervorrufen können, sind genauso an der Tagesordnung wie künstliche Duftstoffe, die manchmal Haut und Leber belasten. Zur Regulierung des pH-Wertes wird in herkömmlichen Seifen gern Triethanolamin verwendet, weil diese Substanz basisch wirkt und optimal mit Fettsäuren reagiert. In Verbindung mit Konservierungsstoffen kann sie aber manchmal gesundheitsschädliche Nitrosamine bilden.
In Bio-Beauty steckt das alles Gott sei Dank nicht drin!

„Unsere Seifen werden nach traditioneller Seifensieder-Rezeptur hergestellt“, fügt Anke Boy von SPEICK Naturkosmetik hinzu. „Anders als viele Seifenhersteller verseifen wir die hochwertigen Pflanzenöle als Ganzes, wodurch ein Teil des Glycerins in der Seife erhalten bleibt. Auch setzen wir unseren Seifen einen gewissen Anteil an pflanzlichen Wachsen zu, wodurch sie besonders hautmild und pflegend sind.“ Die fröhlichen Farben naturkosmetischer Seifen entstehen durch Kräuterextrakte und Pflanzen-Pigmente wie orangegelbes Betacarotin aus Calendulablüten, Rote-Bete-Saft oder das Blattgrün Chlorophyll. Für den Duft sind vor allem ätherische Öle zuständig, die obendrein einen Effekt auf Haut und Seele haben. Rosmarin kurbelt beispielsweise die Durchblutung an, Lavendel beruhigt und Citrus sorgt für ein sonniges Gemüt.

Welche Seife für welchen Hauttyp?

„Finger weg von Seifen, die sind viel zu aggressiv und trocknen die Haut aus“, heißt es oft. Doch da ist zum Glück wenig dran. Moderne, hochwertige Bio-Pflanzenölseifen sind so mild und rückfettend, dass sie bedenkenlos zum Händewaschen benutzt werden können. Auch der Säureschutzmantel, durch herkömmliche Produkte oft stark angegriffen, baut sich nach der Benutzung einer guten Pflanzenölseife schneller wieder auf. Mittlerweile gibt es sie auch als Körper-, Haar- und Rasierseife. Fürs Gesicht sind Seifen allerdings nicht immer das beste Mittel der Wahl.

Wer sehr trockene, empfindliche Haut hat, sollte lieber darauf verzichten, denn Seife lässt die Hornschicht aufquellen. Dadurch besteht das Risiko, dass zu viel Talg ausgewaschen wird, der bei diesem Hauttyp sowieso schon eher rar vorhanden ist. In diesem Fall bist Du mit einer gehaltvollen Reinigungsmilch deutlich besser bedient. Bei fettiger oder unreiner Haut dagegen sind milde Bio-Seifen für das Gesicht eine rundum saubere Sache. Probier es doch einfach mal aus!

Wenn Du mehr über die Herstellung und die Verwendung von Seifen erfahren möchtest, schau doch mal auf den Blog von SPEICK Naturkosmetik. Hier gibt es einen sehr interessanten Beitrag zum Thema.

Unsere Soap Stars:
  • Dusch- und Badeseife von SPEICK, mit Wildrose und Granatapfel
  • Handseife von eco cosmetics, mit Zitronenschalenöl und natürlichem pflanzlichem Glycerin
  • Daily Pleasure Handseife von farfalla, mit Orange, Olivenöl und Kokosfett
  • Körperseife von JOIK, mit Thymian, Minze und Kokosfett
  • Schwarze Seife pure von Dudu-Osun, Körper- und Rasierseife mit Palmkernöl und Asche aus Kakaoschoten
  • Heilerde Seife von Cattier, mit Honig, Lavendel und Sonnenblumenöl
  • Kinder Schaumseife von Sonett, mit Calendula und Olivenöl
  • All Natural Lemon Honey Soap von STOP THE WATER WHILE USING ME, Flüssigseife mit Honig und Kokosfett

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