Stressbarometer Haut

Kopfschmerzen, Verspannungen, unruhiger Schlaf: Stresssymptome gibt es viele. Und sie sind in unserer schnelllebigen Zeit leider keine Seltenheit. Was Körper und Seele belastet, zeigt sich oft auch in Veränderungen der Haut – denn unser größtes Organ leidet sichtbar unter Stress.

Stress – was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Begriff? Stress ist ein Ausdruck von Belastung und Anspannung, der sich ganzheitlich äußern kann, physisch wie psychisch. Wie weit verbreitet dieses Problem ist, zeigt eine Forsa-Studie aus dem Jahr 2013 auf: 6 von 10 Deutschen empfinden demnach regelmäßig Stress. Unter den 35- bis 45-Jährigen sind es sogar 8 von 10 Befragten. Kein Wunder: Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der echte Entspannungsphasen permanent zu kurz kommen. Dieser hektische Lebensstil ist allerdings bedenklich. Denn glückliche und ausgeglichene Menschen sind nicht nur weitaus weniger anfällig für Krankheiten. Auch unsere Haut reagiert darauf:

Unreinheiten und Co.

Bei Stress schüttet unser Körper Hormone aus, die eine stärkere Talgproduktion in der Haut bewirken. Es entstehen verstärkt Pickel und Mitesser. Die mentale Belastung reduziert den  hauteigenen antibakteriellen Schutzschild, unreine Haut und Entzündungen wie Akne können vermehrt auftreten.

Allergien und Herpes

Nicht nur die Hautbarriere nimmt Schaden, wenn chronischer Stress im Spiel ist: Die anhaltende Anspannung schwächt das Immunsystem im allgemeinen und kann Allergien sowie das Auftreten von Herpes begünstigen. Diese Viruserkrankung tragen wir oft schon lange mit uns herum. Während ein gesundes Immunsystem verhindert, dass sie ausbricht, hat Herpes bei geschwächter Abwehr freie Bahn und beginnt dann regelrecht zu blühen.

Irritationen und Rötungen

Sogar eine erhöhte Schweißbildung kann stressbedingt zu gereizter Haut führen. Sie beginnt zu jucken und zeigt temporäre Irritationen wie Pusteln oder Rötungen.

Neurodermitis und Schuppenflechte

Stress fördert auf Dauer sogar chronische Krankheiten wie Neurodermitis und Schuppenflechte: Unser Körper produziert unter Stress irgendwann nicht mehr genug Cortisol (Stresshormon), und die daraus resultierenden Entzündungen können nicht mehr abgedämpft werden.

Frühzeitige Hautalterung

Selbst wenn unsere Haut von den meisten dieser Stresssymptome verschont bleibt, zeigen sich früher oder später dennoch die Spätfolgen eines über lange Phasen unruhigen, hektischen und angestrengten Lebensstils: So wurde beispielsweise wissenschaftlich nachgewiesen, dass Angst eine schädigende Wirkung auf unsere DNA hat. Stress ist eine verwandte Form von Angst und kann dazu führen, dass die Zellen schneller altern. Im Detail bedeutet das eine Veränderung an den sogenannten Telomeren. Diese Kappen am Ende eines DNA-Stranges sind bei gestressten Menschen kürzer, die Lebensdauer der Zelle dadurch geringer. Es entstehen also schneller Falten und die Haut altert sichtbar früher.

Darüber hinaus kann auch für die Haut selbst eine Form von Stress entstehen – und zwar oxidativer Stress. Er entsteht durch ein Ungleichgewicht zwischen freien Radikalen und Antioxidantien – zum Beispiel als Folge von UV-Strahlung oder anderen Umweltbelastungen. Auch ein Mangel an antioxidativen Vitaminen kommt als Ursache in Frage. Tritt oxidativer Stress auf, schädigt er die Zellstrukturen und fördert so – genau wie Stress an sich – die vorzeitige Hautalterung. Eine Infografik zu diesem Thema gibt es hier. Sonnenschutz und die regelmäßige Verwendung von Anti-Aging-Pflegeprodukten mit Wirkstoffen wie Q10, Vitamin C, Vitamin E und pflanzlichen Antioxidantien beugen vor und verhelfen unserer Haut zu einem stressfreieren Leben. Letzteres würde übrigens unserem gesamten Organismus nicht schaden… Zum Beispiel mit einem gesunden Maß an Entschleunigung und etwas mehr Achtsamkeit im Alltag.

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