Sonnenklar: UV-Schutz nach Maß

Es gibt Kosmetikprodukte, die schlichtweg unverzichtbar erscheinen. Wirklich notwendig hingegen sind Sonnenschutzprodukte im Sommer. Die raffinierten Cremes, Sprays und Lotionen bieten heute für jeden Anspruch den richtigen Schutz. Und es gibt sie in naturreiner Qualität, die auch in Sachen Komfort und Performance keine Wünsche mehr offen lässt.

Alles Gute kommt von oben: Sonnenstrahlen fördern grundsätzlich das Wohlbefinden des Menschen. Hüten sollte man sich lediglich vor rund sechs Prozent ihres natürlichen Spektrums, den UV-Strahlen. Risiken wie Sonnenbrand und Hautkrebs gehen auf ihr Konto. Sonnenkosmetik muss deshalb nachweislich vor diesen bedenklichen UVA- und UVB Strahlen schützen – und zwar laut Empfehlung der EU-Kommission im vorgeschriebenen UVA:UVB Wellenabsorptionsverhältnis von 1:3. Die Basis ist soweit klar. Aufgrund von Struktur, Alter und Feuchtigkeitsgehalt braucht aber nicht jede Haut denselben Sonnenschutz. Darüber hinaus spielt die so genannte Eigenschutzzeit und die Unterteilung in Hauttypen eine wichtige Rolle.

Hauttypen und Sonnen-Empfindlichkeit

Unsere Haut vermag sich in gewissem Umfang selbst vor den negativen Auswirkungen von Sonnenstrahlung zu schützen. Dabei bildet der Hauttyp die Basis. Denn werden die angeborenen Schutzsysteme überschritten, kommt es zum Sonnenbrand – das Maß ist also entscheidend. Zur Orientierung dient die so genannte Eigenschutzzeit der Haut. Das ist die Zeitdauer, für die man im Laufe eines Tages die ungebräunte Haut der Sonne maximal aussetzen kann, ohne dass die Haut rot wird. Weltweit werden auf dieser Grundlage sechs Hauttypen mit unterschiedlicher Empfindlichkeit für Sonnenlicht unterschieden. Eine nähere Erklärung findet ihr in unserer Galerie am Ende des Textes.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Die Einstufung der Hauttypen dient als eine Art Kompass für die Sonnenpflege. Dennoch ist Vorsicht geboten: Bei höherem UV-Index (Hochgebirge, Tropen) und bei reflektierender Umgebung (Wasser, Schnee, Sand) ist die Eigenschutzzeit deutlich geringer! Bei vorgebräunter Haut kann dagegen die Eigenschutzzeit auch höher ausfallen als vom Hauttyp vorbestimmt. Das gilt allerdings nicht für durch Bräunungscreme getönte Haut!

Eigenschutz plus Sonnencreme ergibt…


Genau genommen wird die Eigenschutzzeit mal Lichtschutzfaktor der Sonnencreme gerechnet. Das Ergebnis ist die maximal mögliche Zeit in der Sonne ohne Sonnenbrand. Eine Eigenschutzzeit von 20 Minuten und ein Lichtschutzfaktor 15 ergibt beispielsweise 300 Minuten mögliches Sonnenbad. In Anbetracht zunehmender UV-Strahlung sollte diese Zeit zur eigenen Sicherheit jedoch nur zu maximal zwei Dritteln ausgenutzt werden.

Übrigens: Der Zähler wird durch eisernes Nachcremen nicht auf null gesetzt! Alle an einem Tag erfolgten Aufenthalte in der Sonne sind immer komplett zu berücksichtigen! Um zudem überhaupt den auf den Produkten angegebenen Lichtschutz zu erreichen, ist eine Menge von etwa 3 EL Creme für den kompletten Körper erforderlich.

Naturkosmetik Sonnenschutz: So geht‘s

Wer sich am liebsten mit Naturkosmetik pflegt, will sich im Sommer natürlich auch mit Bio-Beauty vor der Sonne schützen. Klarer Vorteil: Sie wirkt sofort nach dem Auftragen und verzichtet auf chemische UV-Filter. Und was kann sie sonst so? Lange Zeit konnte mit klassischem Titandioxid nur ein Lichtschutzfaktor von maximal 20 erreicht werden und auch dies oft nur mit einem deutlichen Weißel-Effekt auf der Haut. Heute gibt es natürlichen Lichtschutz auch mit Faktoren zwischen 30 und 50 und selbst die weißen Spuren auf der Haut gehören bei vielen Produkten der Vergangenheit an. Gelungen ist das Ganze dank raffinierter Verfahren: Dabei werden beispielsweise Titandioxid-Teilchen mit Silizium umhüllt, oder zusätzlich mit gereinigter Tonerde. Das mildert das unerwünschte Weiß. Außerdem bildet sich dabei eine sogenannte Korundschicht, die bis zu fünfmal so gut gegen UV-Strahlen wirkt wie normales Titandioxid. „Das funktioniert ähnlich wie ein Spiegel, der Licht ja auch deutlich stärker reflektiert als etwa eine Glasscheibe“, erklärt Rhea Sorge von Eco Cosmetics. Eine zweite Strategie ist der Einsatz raffinierter Mischungen. So wird in verschiedenen Produkten Titandioxid mit Zinkoxid kombiniert, was den UV-Schutzfaktor erhöht. Gleichzeitig ist dieses mineralische Pigment so verträglich, dass es sogar in der Babypflege eingesetzt wird.

Einige Hersteller wie etwa alverde mixen Titandioxidpartikel in unterschiedlichen Größen und Beschichtungen oder fügen Mica hinzu – sein goldener Schimmer kann die weißen Schleier optisch abschwächen. Auch der Zusatz von Sanddornöl, das von Natur aus eine orangene Farbe hat, kann eine leichte Tönung bei UV-Schutz-Produkten erzielen.

Besonders innovative Hersteller setzen seit einiger Zeit auf zu Mikropartikeln vermahlene mineralische Filter. Diese legen sich unsichtbar als feiner Film auf die Hautoberfläche und reflektieren die UV-Strahlen. Mit unter einem Millimeter Durchmesser sind diese Partikel zwar sehr klein und verhindern effektiv ein Weißeln der Cremes, sind aber deutlich größer als die umstrittenen Nanoteilchen (mit Größen von bis zu einem Millionstel Millimeter!), bei denen nicht abschließend geklärt ist, ob sie durch die Haut in den Körper eindringen und dort Unheil anrichten können.

Für einen gesunden, natürlichen und optimalen Schutz ist also gesorgt. Mit dem Sonnenbaden verhält es sich dennoch wie mit vielen anderen Verlockungen im Leben – nur Genuss in Maßen bleibt ohne Reue…

Die Favoriten der naturalbeauty-Redaktion:

Eco Cosmetics Sonnencreme LSF 30

Alverde Sonnenmilch LSF 20

Biosolis Zartschmelzende Creme SPF 30

Acorelle Gesichtssonnengel LSF 30

Farfalla Aloe Vera Gel Aftersun

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