Sheabutter: Eine Nuss für alle Fälle

Preisfrage: Welche Zutat steckt am häufigsten in Naturkosmetik? Okay, Wasser. Aber dicht darauf folgt Sheabutter! Kaum eine Creme oder Körpermilch kommt ohne diesen Wunderwirkstoff aus. Auch in Seife, Lippen- und Handpflege wird das Fett regelmäßig eingesetzt. Wie kommt das? Und warum ist es in Bioqualität besser?
Sheabutter, Foto: Fotolia

Ob zur Hautpflege, für genüssliche Massagen, gegen Verletzungen oder als Glanzspender für die Haare: Seit Hunderten von Jahren schwören die Menschen im Sahelgebiet Afrikas auf Sheabutter, ein Fett aus den Nüssen des wildwachsenden Karitébaumes. Wie wichtig diese Pflanze für die Bewohner ist, erkennt man schon daran, dass sie als „heiliger Lebensspender“ verehrt wird, den man respektvoll hegen und pflegen muss. Erst nach rund 20 Jahren blüht der Baum zum ersten Mal, so dass man viel Geduld aufbringen muss, bis man die kostbaren Früchte endlich ernten kann.

Das hellgelbe Fett, das etwa die Hälfte der Nusskerne ausmacht, hat einen ausgeprägten, an Schokolade erinnernden Geruch. Es wird in Afrika auch gern zum Kochen verwendet, zumal es den unschätzbaren Vorteil hat, bis zu drei Jahre lang haltbar zu bleiben. Auch in der Naturkosmetik hält man große Stücke auf Sheabutter: Sie lässt sich nicht nur als angenehme Pflegegrundlage verwenden, sondern ist obendrein vielseitig einsetzbar und löst nebenbei so manches Beautyproblem.

Ein Schönmacher mit vielen Talenten

Schuppige Schienbeine, spröde Lippen, raue Hände oder trockener Teint? Dann sind Cremes und Lotionen mit Sheabutter ideal! Das liegt vor allem an ihrem hohen Gehalt an Phytosterinen. Diese Fettbausteine sind eng mit dem Talg unserer Haut verwandt und so winzig, dass sie in die Lücken zwischen unseren Hornzellen schlüpfen können. Dort dichten sie geschickt kleine Feuchtigkeitslecks ab und schmiegen abstehende Schüppchen an. Dadurch wird die Haut wieder herrlich geschmeidig und kann ausreichend Flüssigkeit speichern, um länger jung und gesund zu bleiben. Zusätzlich löst Allantoin abstehende Schüppchen, ohne die heile Haut darunter zu verletzen. Und das so sanft, dass Sheabutter oft sogar von Neurodermitikern vertragen wird!

Vitamin E und Provitamin A kurbeln die Zellerneuerung an, während Linolsäure einen haufeinen Schutzmantel über die Haut legt, an dem Wind, Hitze und Umweltgifte einfach abprallen. Im Gegensatz zu fast allen anderen Pflanzenfetten, die bei Zimmertemperatur flüssig sind und Wasser abstoßen, ist die Butter eher cremig-fest und schmilzt erst auf der Haut. Ein echter Pluspunkt, denn dadurch fühlt sie sich nicht so klebrig an und verleiht Pflegeprodukten eine angenehme Konsistenz. Außerdem wirkt Sheabutter wie ein natürlicher, gut verträglicher Emulgator und lässt sich als hochwertiger Grundstoff zur Herstellung von Seifenstücken verwenden. Wie gut das Nussfett pflegt, hängt aber auch von der Gewinnungsmethode ab.

Warum Bio-Sheabutter mehr Qualität bietet

Wenn Sie konventionelle Cremes und Lotionen mit Sheabutter benutzen, können Sie sich relativ sicher sein, dass diese Zutat durch Raffination hergestellt wurde. Bei diesem Verfahren werden die Nüsse bei Temperaturen um 150 Grad maschinell ausgepresst, oftmals unter Hinzufügen von chemischen Lösungsmitteln, um die Ausbeute zu erhöhen. Das wird zwar auch bei anderen Fetten so praktiziert, hat aber gerade im Fall von Sheabutter Konsequenzen. Das Raffinieren zerstört nämlich einen großen Teil der Phytosterine, die das Fett für die Haut so wertvoll machen. Für Naturkosmetik-Anbieter kommen solche Methoden natürlich nicht infrage. Ökologisch angebaute Shea-Nüsse werden nicht nur pestizidfrei angebaut und von Hand geerntet, sondern auch noch vor Ort zu einem Brei zerstampft. Anschließend werden sie auf lediglich 40 Grad erwärmt, so dass man das flüssige Fett abschöpfen kann. Die kostbaren Phytosterine bleiben so komplett erhalten.

Nebenbei ermöglicht diese schonende Art der Gewinnung vielen Afrikanerinnen mehr Unabhängigkeit und die Chance auf ein besseres Leben. Denn die Sheabutter-Herstellung ist traditionell Frauenaufgabe und bei Naturkosmetikherstellern häufig an Fair-Trade-Projekte gekoppelt. Besonders hohe Qualität bekommen Sie übrigens, wenn Sie sich für Kosmetik mit Shea Nilotica entscheiden, die auch als Shea Royale, die „Königliche“ bezeichnet wird. Sie stammt aus der Savanne im Norden Ugandas und zeichnet sich durch einen besonders hohen Wirkstoffgehalt und einen äußerst duftig-zarten Schmelz aus.

Geben Sie sich die volle Packung: Hautkur zum Selbermachen

Wer mag, kann sich mit dem folgenden Rezept eine regenerierende Gesichtsmaske anrühren: 1/2 EL Sheabutter, 1/2 EL Honig und das pürierte Fruchtfleisch von 1/4 Mango verrühren. Auf Gesicht, Hals und Dekolleté auftragen, eine halbe Stunde einwirken lassen, anschließend mit lauwarmem Wasser abspülen. Hinterher wirkt Ihr Teint herrlich glatt und geschmeidig – und in Ihrer Hautwelt ist wieder alles in Butter, wetten?

Gute Werke für die Haut:
Naturkosmetik mit Sheabutter

Bio Shea Royale ++ Creme von marie w. mit Sheabutter, Bio-Vanille und echtem Gold
Sonnencreme LSF 30 getönt von Eco Cosmetics mit Sheabutter, Sanddornöl und Olivenblätter-Extrakt
Aloe-Shea Intensiv Aufbaucreme von Farfalla mit Sheabutter, Aloe vera und Rosenwasser
Family Handcreme Bio-Goji & Olive von Sante mit Sheabutter, Olivenöl und Gojibeeren
Nährende Nachtcreme von Oceanwell mit Sheabutter, Algenextrakt und Meerwasser
Natural Lippenpflege von Speick mit Sheabutter, Bienenwachs und Jojobaöl

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