Schuppen? Wasch und weg!

Leise rieselt der Schnee: Was vor dem Fenster hübsch aussieht, ist vom Kopf herab ganz schön ärgerlich. Doch mit vielen Schuppen-Shampoos ist es wie verhext. Nach dem Waschen werden die weißen Flocken nicht weniger, sondern sogar mehr! Woran liegt das? Und vor allem: Wie findet man ein Produkt, das tatsächlich wirkt, und zwar ohne Chemie?
Schuppen? Wasch und weg, Foto: PIXABAY

Jeder Mensch hat Schuppen auf dem Kopf. Nur sieht man sie meist nicht, weil sie nahezu unsichtbar auf unseren Schultern landen. Normalerweise sind diese Hautpartikel nämlich winzig klein, verschwinden bei der Haarwäsche im Abfluss oder werden unbemerkt herausgekämmt. Doch bei rund 40 Prozent der Deutschen läuft das anders: Ihre Hornzellen fallen als deutlich erkennbare, weiße Teilchen herab. Gemeinerweise bringen Anti-Schuppen-Shampoos oft nur wenig Besserung, sondern verschlimmern die Sache sogar. Wie kann das sein?

Des Rätsels Lösung: Es gibt drei Arten von Schuppen, die je nach Ursache unterschiedlich behandelt werden müssen – trockene, fettige und festsitzende. Erwischt man ein Produkt, das nicht zum eigenen Schuppentyp passt, gerät die ohnehin schon angegriffene Kopfhaut erst recht aus dem Gleichgewicht. Damit das Haarwaschmittel wirkt wie beabsichtigt, solltest Du also erst mal Köpfchen beweisen und herausfinden, um welche Variante es sich handelt – und welche Wirkstoffe dafür wie maßgeschneidert sind.

White Christmas: Trockene Schüppchen gibt’s vor allem im Winter

Wer unter fein herabfallenden Flocken leidet, die verstärkt in der kalten Jahreszeit auftreten und im Sommer nahezu verschwinden, hat es höchstwahrscheinlich mit Schuppen zu tun, die durch Trockenheit entstehen.

Schuld an der Dürre sind eine zu sparsame Talgproduktion, die genetisch bedingt ist, oder aggressive Reinigungs-Methoden. Im Winter verschlechtert sich der Zustand, weil der Wechsel von klirrender Kälte in trockene Heizungsluft auch der Kopfhaut zu schaffen macht, während erhöhtes Schwitzen im Sommer die Talgbildung anheizt und dadurch lindernd wirkt. Ein Shampoo gegen fettige Schuppen wäre jetzt genau das Verkehrte. Gut sind dagegen milde Haarpflegemittel mit Glyzerin, Aloe vera, Betain aus Zuckerrüben und Honig, da sie die Kopfhaut beruhigen und Schuppen durch einen Feuchtigkeitsschub aufweichen. Hanf-, Argan-, Jojoba- oder Mandelöl schmiegen die aufgesprungenen Hornschüppchen wieder an den Kopf und schützen vor weiterer Austrocknung. Palmarosaöl, Süßholzextrakt und Hafer besänftigen lästige Spannungsgefühle.

Waschzettel für fettige, kribbelnde Kopfhaut

Pappige Schuppen, die oft mit heftigem Juckreiz einhergehen, sind ein sicheres Zeichen dafür, dass der Hefepilz Malassezia ausgeufert ist. Er lebt zwar in der Regel friedlich auf jeder gesunden Kopfhaut, kann aber bei zu starker Talgproduktion außer Kontrolle geraten. Das überschüssige Fett verklebt die Hornzellen und überfüttert den Pilz, der dann für unangenehmes Kribbeln sorgt. Oft hilft es schon, auf ein Shampoo gegen fettiges Haar umzusteigen, da dem Störenfried durch den gedrosselten Talgfluss die Nahrung entzogen wird. Ein reichhaltiges Haarwaschmittel gegen Trockenheits-Schüppchen würde dagegen buchstäblich Öl ins Feuer gießen und die Schuppenbildung verschlimmern.

Die meisten Shampoos für diesen Schuppentyp enthalten zusätzlich spezielle Anti-Pilz-Wirkstoffe. Konventionelle Hersteller setzen meist die Chemikalien Piroctonolamin, Climbazol oder Zink-Pyrithion ein, die allerdings umstritten sind, da sie in hoher Dosis auch die Zellen schädigen können. Bio-Beauty-Hersteller gehen das Problem lieber natürlich an, indem sie in ihren Schuppen-Shampoos raffinierte Wirkstoff-Mischungen verwenden. Salbei und Rosmarin bremsen sanft den Talgfluss, während Brennnessel-Extrakt und Birkenblätter bewirken, dass sich die Hornschüppchen der Haare leicht abspreizen und dadurch Abstand zur Kopfhaut halten. Teebaumöl, Neemöl, Thymian und Wacholder killen Bakterien und Pilze, weisen Malassezia so gepflegt in die Schranken.

Harte Kopfnuss: Lokale Schuppenflechte

Und was ist mit dicken Flocken, die fest wie ein Helm auf dem Kopf sitzen? Diese Variante deutet auf eine lokale Schuppenflechte hin. Die Kopfhaut produziert aus genetischen Gründen so eifrig neue Hautzellen, dass die Kittsubstanz dazwischen nicht vollständig abgebaut wird. Ein Shampoo gegen trockene Schüppchen hilft in diesem hartnäckigen Fall nur bedingt weiter. Am besten nimmt man hier ein Produkt, das auch Weidenrindenextrakt enthält, der festsitzende Hornzellen lockert und zerkleinert. Als Intensiv-Kur kannst Du vor dem Waschen 1 Tablette Acetylsalicylsäure in einem Glas Wasser auflösen und auf dem Kopf verteilen. Nach einer Minute Einwirkzeit ausspülen und die Haare wie gewohnt einschäumen. Anschließend wirkt eine Kur wahre Wunder.

Grundlagenforschung: Was jedem Typ gut tut

Wichtig sind aber nicht nur die Pflegezutaten, sondern auch die Reinigungssubstanzen eines Anti-Schuppen-Shampoos. Aggressive Tenside (wie z. B. das in konventionellen Produkten oft eingesetzte Sodium Laureth Sulfate) laugen spröde Kopfhaut zusätzlich aus und können ölige Kopfhaut zu einer noch intensiveren Talgproduktion anspornen, da diese die Entfettung als vermeintliche Dürre fehlinterpretiert und doppelt gegensteuern will. Daher sollte gerade bei Schuppen auf eine besonders sanfte Shampoo-Basis geachtet werden. Ideal dafür sind z. B. Produkte mit milden Zucker- und Kokostensiden oder waschaktiven Aminosäuren.

Haarwaschmittel mit Tonerde saugen überschüssiges Fett auf, ohne sich an dem Anteil zu vergreifen, der für eine gesunde Kopfhaut nötig ist. Raffiniert sind auch Wirkstoffe, die mit Milchsäure-Wirkstoff-Komplexen arbeiten, da sie für eine ausgeglichene Kopfhaut-Flora sorgen. Davon profitieren sowohl trockene als auch fettige Schuppen, denn ein schwach saurer pH-Wert stabilisiert die Hautbarriere, schützt vor Austrocknung und hält gleichzeitig den Kopfhautpilz Malassezia in Schach. Ein sinnvolles Extra sind auch Haarkuren, die das Problem gezielt in Angriff nehmen. Und im Nu sind deine Schuppen Schnee von gestern – wetten?

Let it snow? No!
Die besten Naturkosmetik-Produkte gegen Schuppen
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  • Hair Sensitiv Shampoo von Lavera mit Mandelöl, Süßholzextrakt und Hafer
  • Anti-Schuppen Shampoo von Cattier mit Weidenrinde, Salbei und Thymian
  • Balance Shampoo Wilde Kräuter von I+M mit Rosmarin, Salbei und Brennnesseln

3 Gedanken zu „Schuppen? Wasch und weg!“

  1. Ein sehr schöner Artikel zum Thema Schuppenbekämpfung.

    Mich würde noch eine Frage zum Problem mit den dicken Flocken interessieren: Was halten Sie von Haarbürsten mit Naturborsten gegen die „dicken Flocken“? Ich finde die Idee dahinter sehr gut, dass man die Schuppen „einfach abkratzen“ kann.

    Ich leide selbst unter fettigen Schuppen, aber nicht unter dicken Flocken, daher konnte ich das so noch nicht ausprobieren.

    1. Haarbürsten mit Naturborsten sind prinzipiell gut für das Haar. Gegen Schuppen helfen sie leider nicht, da man das Problem bei der Ursache (also an der Kopfhaut) bekämpfen muss. Durch „abkratzen“ werden die Schuppen zwar entfernt aber die Kopfhaut wird so zusätzlich gereizt und produziert unter Umständen noch mehr Talg.

  2. Hallo,

    ein echt guter und intressanter Artikel!
    Ich würde gerne passend zum Thema über meine Erfahrung mit Shuppen berichten.

    Ich hatte eine sehr fettige Kopfhaut mit öligen Shuppen. Die meisten Chemischen Shampoos haben meine Kopfhaut sehr gereizt und nicht wirklich eine Besserung gezeigt. Ein Blog hat mich dann dazu insperiert einmal Natur Shampoos auszuprobieren. Und dieses Shampoo hat mir wirklich sehr geholfen. Mittlerweile habe ich keine Shuppen mehr und meine Kopfhaut ist auch wieder super.

    Das Shampoo das ich gegen meine Shuppen benutzt habe ist ein Bio Shampoo von myrto findet man hier: https://www.myrto-naturalcosmetics.de/bio-wirkstoff-shampoo-anti-schuppen-bei-fettigen-schuppen
    Ich kann es jeden der mit Shuppen zu kämpfen hat nur empfehlen.

    Lg

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