Rouge: Jetzt wird Farbe bekannt

Rosige Wangen sind was Schönes. Doch was tun, wenn unser Gesicht mit dem Schnee im Partnerlook geht? Dann sorgt Rouge für die nötige Frische! Wir verraten, was für rosigen Schimmer sorgt und warum immer öfter Mica statt Talkum verwendet wird.
Rouge, Foto: PIXABAY

Transparenz ist wichtig! Das gilt für ein natürlich geschminktes Gesicht genauso wie für die Angabe von Zutaten. Wer im Naturkosmetik-Regal nach einem Rouge sucht, wird allerdings schnell feststellen, dass fast alle Produkte auf Puderbasis hergestellt sind. Eine Creme-Variante sucht man nahezu vergeblich.
Woran liegt das? Das wird deutlich, wenn man sich die Produkte der konventionellen Anbieter anguckt: Die Mousse-Versionen bestehen in der Regel aus viel Silikon und Paraffin. Diese Zutaten sind in Bio-Beauty tabu, denn sie werden synthetisch bzw. aus Erdölrückständen gewonnen und können der Haut schaden. Die wenigen Creme-Rouges, die es im Bioladen gibt, erinnern von der Konsistenz her eher an Lippenstifte, weil sie einen hohen Wachsanteil haben. Aber Puderrouge hat viele Vorteile, denn es lässt sich deutlich feiner dosieren und besser ausblenden, so dass die Farbe viel natürlicher wirkt. Die Zusammensetzung hat sich in den letzten Jahren allerdings stark verändert. Während die ersten Naturkosmetik-Make-up-Produkte überwiegend Talkum als Grundlage enthielten, ist dieser Inhaltsstoff heute weitgehend in den Hintergrund gerückt. Warum ist das so?

Grundlagenforschung: Mica, Talkum und Magnesiumstearat

Talkum ist nichts Schlechtes, sondern ein natürliches Mineral, das aus Speckstein gewonnen wird. Wie der Name bereits andeutet, enthält das Pulver eine leichte Fettkomponente, durch die es sich angenehm leicht verstreichen lässt. Außerdem lässt es sich dadurch gut pressen, so dass Talkum eine beliebte Zutat in Kompaktpuder, festen Lidschatten und Rouges ist. Da es überschüssige Feuchtigkeit aufnimmt, ist es vielen Menschen auch als Hauptbestandteil klassischer Babypuder bekannt – und genau diese Assoziation ist einer der Gründe, warum Talkum in Schminke als wenig schick gilt. Dabei kann dieser absorbierende Effekt gerade im Winter, wenn man leicht ins Schwitzen kommt, weil der mollige Winterpulli fürs gut geheizte Büro zu dick ist, sehr praktisch sein. Lediglich wer zu Akne und unreiner Haut neigt, sollte auf Talkum lieber verzichten: Aufgrund seines Fettanteils kann es die Poren verstopfen und den Hautzustand verschlimmern.

Auch die Anbieter konventioneller Mineral-Make-up-Produkte, die vor ein paar Jahren in Mode kamen, haben bewusst am Talkum-Image gekratzt. Um sich von Naturkosmetikherstellern abzugrenzen, werben sie oft damit, dass ihre Schminke ohne Speckstein auskäme – obwohl Talkum ja schließlich auch ein natürliches Mineral ist. Dass sie stattdessen häufig Nylonpartikel einsetzen, wird dagegen gern verschwiegen.
Gegen Talkum ist also nichts einzuwenden, doch trotzdem verwenden immer mehr Naturkosmetikhersteller inzwischen lieber Mica als Grundlage oder mischen beide Pudersubstanzen miteinander. Mica, das z. B. in Granit enthalten ist, hat zudem den Vorzug leicht zu glimmern, während pulverisierter Speckstein oft matt und in hoher Dosierung sogar mehlig aussehen kann.
Für losen Rouge-Puder ist Mica eindeutig besser geeignet, da es nicht klumpt und schön natürlich wirkt. Um eine höhere Deckkraft zu erzielen, geben viele Bio-Beauty-Anbieter zusätzlich eine Prise Titandioxid ins Produkt, das man aus Sonnenschutzprodukten kennt, und dimmen den Glanz der Mica-Partikel mit Magnesiumstearat, Tonerde oder der weißen Porzellanerde Kaolin.

Hat man Töne? Ja – vor allem aus dem Erdreich

Da Rouge im Gegensatz zu Lippenstiften nicht rot leuchten, sondern sich eher dezent im Hintergrund halten soll, kann auf den tierischen Farbstoff Karmin häufig verzichtet werden. Ob er trotzdem in Ihrem Produkt steckt, erkennt man in der Zutatenliste an dem Kürzel „CI 75470“. Es gibt auf jeden Fall genügend vegane Alternativen. Neben Rote-Bete-Saft und Carotin aus Calendulablüten werden in Bio-Rouges vor allem Eisenoxide eingesetzt – natürliche Mineralfarben, wie sie z. B. in Siena- oder Umbra-Erde vorkommen. Je nach Zusammensetzung erhält man gelbe, braune, rote oder schwarze Pigmente, die sich toll miteinander kombinieren lassen. So entstehen die schönsten Schattierungen! Und aus einem Schneeweißchen wird im Nu ein Rosenrot. Versprochen!

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