Quell der Schönheit: H2O

Aqua – Wasser: Das lesen wir auf fast jeder Creme oder Lotion als erstes in der Inhaltsstoff-Liste. Doch wofür wird’s gebraucht? Ist Wasser gleich Wasser, und gibt es sinnvolle Alternativen in der Naturkosmetik? Wir tauchen ab ins nasse Element…
H2O, Foto: PIXABAY

Es bedeckt 71 Prozent der Erdoberfläche, der Körper eines Erwachsenen besteht zu 50-60 Prozent daraus und ohne könnten weder Pflanze, Tier noch Mensch existieren: H2O ist allgegenwärtig und lebensnotwendig. Auch für die Gesundheit und Schönheit unserer Haut ist es essentiell.

Wasser für die Haut

Die Haut ist eines der wichtigsten Feuchtigkeitsreservoires unseres Körpers und Wasser ist Bestandteil ihrer Millionen von Zellen. Besonders in der Lederhaut (der mittleren Hautschicht zwischen Epidermis und Unterhaut) wird in einem Netz von Kollagenfasern und Elastin Wasser gespeichert. Das macht die Haut stabil und elastisch. Heißt aber umgekehrt auch, dass Wassermangel sich hier deutlich bemerkbar macht. Ist unser Körper längerfristig unterversorgt, lässt die Elastizität der Haut nach. Sie wird rissig und rau, es bilden sich Trockenheitsfältchen. Deshalb hat die alte Weisheit vom vielen Wassertrinken, die so viele Star-Schönheiten zum Besten geben, durchaus ihre Berechtigung.

Auch von außen versorgen wir unsere Haut mit Feuchtigkeit. Denn wie schon erwähnt – und aufmerksamen Lesern der „Zutatenliste“ (INCI) auf Kosmetiktiegeln bekannt – bestehen die meisten Cremes und Lotionen zu einem Gutteil aus Wasser. Ob nun Öl-in-Wasser oder Wasser-in-Öl: Grundlagen der pflegenden Emulsionen sind eine Wasserphase und eine Fettphase (z.B. Öl), die durch einen so genannten Emulgator miteinander verbunden werden. Der Wasseranteil trägt zur optimalen Konsistenz von Cremes bei, dient aber auch dazu, die Haut mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen. Die Fähigkeit der Haut, Feuchtigkeit zu binden, lässt mit dem Alter nach. Feuchtigkeitsbindende Kosmetik-Inhaltsstoffe wie Hyaluronsäure können dann unterstützend eingesetzt werden, um die Elastizität der Haut zu erhöhen und Faltenbildung zu mildern.

Alternative Aloe

Muss die Wasserphase eigentlich unbedingt aus H2O bestehen? Das haben sich einige Naturkosmetikhersteller gefragt und eine interessante Antwort gefunden. Sie setzen auf Aloe vera als flüssige Basis für ihre Kosmetika und können so neben dem feuchtigkeitsspendenden und konsistenzgebenden Effekt des Pflanzensafts auch noch seine zahlreichen Wirkstoffe für ihre Produkte verbuchen.

Ist Wasser gleich Wasser?

Eigentlich logisch, aber selten erwähnt: Wasser – ob nun aus einer Leitung oder direkt von der Quelle – kann nicht „Bio“ sein. Denn dieses Gütesiegel setzt eine Form des Anbaus voraus, die beim nassen Element nun mal nicht möglich ist. Ein Gesichtswasser mit selbstverständlich hohem Wasseranteil darf deshalb gar nicht mit einem so hohen Bio-Anteil ausgelobt werden, wie ihn sich umweltbewusste Verbraucher oft wünschen.

Allerdings gibt es natürlich Unterschiede, was die Qualität des Wassers und der darin enthaltenen Mineralien, Salze etc. betrifft. Quellwasser, Thermalwasser, Meerwasser – welche H2O-Variante in Naturkosmetik zum Einsatz kommt, hängt vom gewünschten Effekt ab und dem Hauttyp, für den das jeweilige Produkt gedacht ist. Der hohe Salzgehalt im Meerwasser beispielsweise kann für Neurodermitiker heilsam sein. Außerdem ähnelt Meerwasser in seiner Mineralstoff-Zusammensetzung dem Blutplasma und wird daher von der Haut besonders gut aufgenommen. Das aus heißer Quelle gewonnene Thermalwasser wurde auf langen Weg durch Gesteinsschichten mit Spurenelementen und Mineralien angereichert, die die Haut zusätzlich pflegen und den Zellstoffwechsel anregen. Viele Naturkosmetik-Hersteller arbeiten ausschließlich mit einem bestimmten Quellwasser, um gleichbleibende Qualität (z.B. besonders salz- und mineralarm) zu gewährleisten. Mehr zu dem Thema findet Ihr hier.

Wasser mal anders – belebt, levitiert, energetisiert

Um das gleich mal vorweg zu sagen: Wissenschaftlich nachvollziehbar belegt ist kaum eine der „Wassereigenschaften“, die manche Experten propagieren. Ob zum Beispiel Wasser, das zu speziellen Mondphasen abgefüllt wird, besondere Heilkräfte entwickelt, ist vor allem eine Glaubensfrage. Das Gleiche gilt für die Theorie des japanischen Wasserspezialisten Masaru Emoto, der anhand von Wasserkristall-Fotografie Rückschlüsse auf Qualität und Schwingungen des Wassers zieht. Andere setzen auf die Kraft zugesetzter Edelsteine, die das Wasser positiv aufladen sollen, oder auf ein Levitationsgerät, das durch Verwirbelung für eine Energetisierung sorgen soll.

Doch wer weiß: Erstens ist der Glaube selbst ein manchmal mächtiger Heiler, und zweitens muss längst nicht alles, was mit heutigen Messmethoden nicht nachvollziehbar ist, falsch sein.

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