Pure Leichtigkeit: Mineral Make-up

Schluss mit Masken-Effekt und Make-up in dicken Schichten! Wir bringen unseren Teint lieber ganz natürlich zum Strahlen, mit Foundation auf Basis mineralischer Rohstoffe. Hier erfahrt Ihr, welche Vorteile die leichten Texturen bieten und welche Unterschiede es gibt.
Pure Leichtigkeit: Mineral Make-up Bild: pixabay

Im weitesten Sinne versteht man unter Mineral Make-up dekorative Kosmetik mit ausschließlich natürlichen Bestandteilen. Fasst man den Begriff enger (und nimmt die Bezeichnung wörtlich) bilden ausschließlich mineralische Pigmente seine Basis – und zwar ohne Zusatz von Hilfs-, Füll- oder Konservierungsstoffen. Deshalb gilt mineralisches Make-up als besonders hautfreundlich und unbedenklich für Allergiker.

Reinheit in ihrer schönsten Form

Seine häufigste Erscheinungsform ist die „Mineral Foundation“. Darin sind die Inhaltsstoffe auf das Wesentliche reduziert – die absolut reinste Form dekorativer Naturkosmetik. Auf Wasser, Fette und Öle wird komplett verzichtet. Und genau deshalb benötigen Mineral Make-ups in Puderform auch keine Konservierung. Minerale reagieren nämlich weder mit der Haut, noch untereinander oder mit Sauerstoff und bieten vor allem keinen Nährboden für Keime und Bakterien.

Gerade weil Mineralpuder über Jahre hinweg aufbewahrt und benutzt werden können, sollten wir auf einen hygienischen Umgang Wert legen, sie immer trocken und gut verschlossen aufbewahren.

In Sachen Farbe, Konsistenz und Deckkraft ist nahezu alles möglich: Pigmente wie Titandioxid sorgen für die Deckkraft (und UV-Schutz), andere werden für die Farbgebung eingesetzt. Weitere Mineralien dienen der besseren Verteilung auf der Haut (Silizium, auch Silica genannt), andere sorgen dank Lichtbrechung für Weichzeichnereffekte (Mica) oder Mattierung (Tonerde, Zinkoxid). Und das Beste: „Sie werden als total leicht, unsichtbar und unspürbar wahrgenommen“, so Karin Hunkel, Geschäftsführerin von Angel Minerals und Expertin in Sachen Mineral Make-up.

Pure Leichtigkeit: Mineral Make-up Bild: pixabay
Foto: pixabay
Mineralien – sonst nichts?

Auch wenn sie sich insgesamt grundlegend von den Creme-Foundations konventioneller Hersteller unterscheiden, gibt es auch bei den Mineral Make-ups Unterschiede. So ist beispielsweise Bismut ein Rohstoff, der hin und wieder Rezepturen beigemischt wird, um diese schwerer zu machen. Wikipedia gibt dazu folgende Aussage: „Bismut ist ein silberweißes, sprödes und grobkristallines Metall bzw. Halbmetall mit einem Stich ins Rosa. Es gilt als eines der wenigen relativ ungiftigen Schwermetalle…“ Nicht besonders vertrauenserweckend.

Ähnlich verhält es sich mit Talkum: Er ist unter anderem Hauptbestandteil von Pestiziden, in kleineren Mengen wird Talk aber auch in Deodorants, Kreide, Buntstiften, Textilien, Seife, Isoliermaterial, Farben, Füllmaterial für Asphalt, Papier und in der Nahrungsmittelverarbeitung verwendet. In den letzten 30 Jahren haben Wissenschaftler diese Talkpartikel sehr genau untersucht und gefährliche Gemeinsamkeiten mit Asbest gefunden, das als karzinogen gilt. „100%ig nachgewiesen ist das nicht. Ich habe mich trotzdem entschieden, dass Talkum nicht in meine Puder kommt“, so Karin Hunkel. Aber warum verwenden es so viele andere Hersteller? „Es hat für Mineralpuder den Vorteil, dass es nicht feuchtigkeitsanfällig ist. Das sind meine Puder. Sie mögen keine Feuchtigkeit“, erklärt die Expertin. Manchmal sind kleine Abstriche zugunsten von Qualität und Produktsicherheit eben nötig.

Doch nicht nur mineralische Bestandteile mit zweifelhaftem Ruf finden immer wieder ihren Weg in die Puder-Döschen. Auch günstige Zutaten wie Mais- oder Reismehl sind keine Seltenheit in den INCI-Listen, sehr zur Verwunderung von Karin Hunkel: „Meiner Meinung nach gehören pflanzliche Puder nicht in reines Mineralpuder. Ich würde dann ein Pflanzenpuder herstellen aber nicht beides mischen. Beide sind in der Naturkosmetik zugelassen – aber eben nicht MINERALISCH.“
Gerade Maismehl kann gentechnisch verändert sein oder durch Pilze belastet. Es gibt Untersuchungen durch die IARC (International Agency of Research on Cancer), die Fumonisin-Pilzbelastung von Maismehl als möglicherweise karzinogen für Menschen einstufen.

Eine Frage der Qualität

„Bei allen Inhaltsstoffen ist außerdem wichtig, wo (in welchem Land) diese gewonnen werden und wie viel sie kosten. Da gibt es erhebliche Unterschiede“, so Karin Hunkel. Wer mit der Qualität und Performance eines Mineral Make-ups einmal nicht zufrieden war, sollte daher unbedingt einem anderen Produkt seiner Gattung eine Chance geben, sich unter Beweis zu stellen – denn natürlicher ist nur ungeschminkt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.