Frühlingsleid

Die Sonne scheint, das Thermometer klettert steil nach oben, alles blüht, wächst und gedeiht. Doch wenn draußen alles zu neuem Leben erwacht, ist bei vielen Menschen die Ruhe dahin: Die Augen jucken, die Nase läuft, der Körper fühlt sich müde und schlapp. Aber gleich Tabletten schlucken? Das muss nicht sein. Die besten Helfer aus der Natur.

Frühlingszeit ist Pollenzeit – und damit leider auch Allergiezeit. Gerade jetzt, nach dem lang ersehnten endgültigen Frühlingserwachen, erwischt es viele von uns mit voller Wucht. Denn nun fliegen sie wieder, die Pollen, die nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes mittlerweile bei jedem sechsten Deutschen zu geröteten Augen, verstopfter Nase und einem kratzenden Hals führen: Erle- und Haselnuss-Pollen sind schon seit Januar unterwegs, im Februar kam die Birke dazu, auf die fast die Hälfte aller Allergiker reagiert. Jetzt haben die Bäume Hochsaison, bevor auch die Gräser ihren Pollenflug aufnehmen.

Aber warum reagiert unser Körper eigentlich so heftig auf die harmlosen Pflanzensubstanzen? Ursache dafür ist eine Fehlinterpretation des Immunsystems, das die Pollen als schädlich interpretiert und deshalb bekämpft. Hat der Blütenstaub Augen- und Nasenschleimhäute erreicht, werden Antikörper gebildet und unser Körper schüttet unter anderem den Botenstoff Histamin aus. Dieser ist als Neurotransmitter an der Abwehr von eindringenden Krankheitserregern beteiligt.

Allergische Reaktionen sind also die Folge einer Histamin-Überproduktion. Den Grund für dieses Fehlverhalten sehen Forscher einerseits in den Genen, andererseits aber auch in einer mangelnden Aktivierung des Immunsystems in der Kindheit. Denn wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Stadtkinder, die ohne Kontakt zu Tieren und Natur aufwachsen, entwickeln häufiger Allergien.?Zudem vermuten Experten, dass Umweltgifte wie Autoabgase oder Zigarettenrauch das Immunsystem schwächen und Allergien begünstigen.

Was tun? Haare waschen und Honig essen!
Um Heuschnupfen zu vermeiden, müsste man den Kontakt mit den Allergenen komplett vermeiden. Doch das gestaltet sich in der Praxis leider mehr als schwierig. Aber es gibt ein paar Regeln, die zumindest Linderung bringen. Heuschnupfen-Geplagte sollten zum Beispiel vorwiegend abends oder nach einem kräftigen Regenschauer an die frische Luft gehen und die Wohnung lüften, da dann der Pollenflug geringer ist. Weil an der Kleidung und in den Haaren Blütenstaub haften bleibt, sollten sie sich nicht im Schlafzimmer umziehen und vor dem Zubettgehen die Haare waschen. Auch das Wäschetrocknen an der frischen Frühlingsluft ist keine so gute Idee, wenn die Nase trieft und die Augen brennen.

Am Ende der Pollen-Saison ist eine Hyposensibilisierung sinnvoll. Allergiker bekommen dazu kleine Mengen der verantwortlichen Allergene verabreicht, ihr Immunsystem gewöhnt sich somit an sie und die allergischen Reaktionen werden schwächer. Eine schmackhaftere Alternative ist die Hyposensibilisierung mit Honig. Der süße Bienensaft kann gegen Heuschnupfen helfen, wenn er aus den gleichen Blütenpollen gewonnen wird, die auch die Allergie verursachen. Nehmen Patienten im Winter täglich Honig aus ihrer eigenen Region zu sich, soll der Körper allmählich gegen die Pollen immun werden.

Grundsätzlich gilt für Heuschnupfen-Patienten: In schweren Fällen führt kein Weg an einem Arzt vorbei! Denn niemand sollte riskieren, dass aus einem Heuschnupfen allergisches Asthma wird. Bei leichteren Fällen können die folgenden natürlichen Helfer dazu beitragen, dass Sie den pollenreichen Tagen ein wenig entspannter entgegensehen:

Schwarzkümmelöl
Dass die Samen des Schwarzkümmels und das aus ihnen gepresste Öl gesund sind, wussten schon die Leibärzte von Tutanchamun. Das Öl enthält über 100 Wirkstoffe, ein wahrer Wundersaft also – auch für Pollengeplagte. Der Wirkmechanismus fördert im Körper die Bildung einer Fettsäure, deren Inhaltsstoffe Allergieneigungen hemmen können. Von der Heilkraft profitiert aber nur, wer das Öl regelmäßig einnimmt. Am besten schon im Winter mit der Einnahme beginnen und bis zum Ende der Pollenflugzeit fortsetzen.

Apfelessig
Zwei Teelöffel Apfelessig und dazu ein halbes Glas Wasser – schon ist er fertig, der etwas gewöhnungsbedürftige, aber äußerst wirkungsvolle Trunk. Die Pektine des Apfels stabilisieren die Schleimhaut, Essigsäure reinigt. Und das ist gut, um die Abwehrkräfte unserer Atemwege zu steigern.

Brennnessel-Tee
Auch eine Brennnessel-Trinkkur kann gegen Heuschnupfen helfen. Denn die Brennnessel – egal ob getrocknet oder frisch – blockiert das Histamin, das die allergischen Symptome auslöst. Zwei Liter am Tag und das Wohlbefinden steigt spürbar!

Salz-Zitronenspülung
Ein paar Tropfen Zitrone in die Nase geträufelt – und die Schleimhaut zieht sich zusammen. Die Folge: Lästige Eindringlinge, wie zum Beispiel Pollen, bleiben draußen. Noch effektiver ist es, wenn man die Zitrone mit Salz und Wasser mischt. So entsteht eine Lösung, die – als Nasendusche verwendet – äußerst hilfreich ist. Blütenstaub wird einfach ausgespült und im Nu können Sie wieder durchatmen.

Augentrost
Der Heilpflanze, auch Euphrasia genannt, wird eine entzündungs- und reizlinderne Wirkung zugesprochen, das enthaltene Aucubin hat eine leicht antibiotische Wirkung. Augentrost ist in der Apotheke als Globuli, Tee oder Augentropfen erhältlich. Besonders letztere leisten untertags gute Dienste gegen das ständige Augentränen, Kompressen mit Augentrost-Tee verschaffen zuhause eine wohltuende Tränenauszeit.

Wer sich ganz genau informieren will, wann wo welche Pollen fliegen, dem empfehlen wir den aktuellen Pollenflug-Kalender.

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