Pflanzenporträt: Hamamelis

Er ist der Magier im Heilkräuterreich: Seine Blüten öffnen sich mitten im Winter, die Samenkapseln explodieren und der Extrakt aus Rinde und Blättern hext so manches Hautproblem weg. Kein Wunder, dass man den Hamamelis-Strauch auch Zaubernuss nennt. Wir verraten die geheimen Tricks dieses faszinierenden Trend-Wirkstoffs!
Pflanzenporträt: Hamamelis, Foto: PIXABAY

Peng! Wenn ihr im Sommer plötzlich einen leisen Knall hört und unverhofft ein paar schwarze Körnchen um eure Ohren fliegen, könnte es sein, dass ihr gerade an einem Hamamelis-Strauch vorbei gegangen seid. Die eiförmigen, holzigen Kapseln schleudern ihre Samen nämlich bis zu zehn Meter weit. Auch sonst gibt es kaum eine kuriosere Heilpflanze als die Zaubernuss. Bis der Strauch, der ursprünglich aus Nordamerika stammt, zum ersten Mal blüht, vergehen sechs lange Jahre. Dann ist es so weit: Ab Dezember, oft im tiefsten Schnee, entfalten sich in den kahlen Zweigen leuchtend gelbe Blütenbüschel, deren Blätter ungewöhnlich lang und schmal sind und ein bisschen wie explodierendes Feuerwerk aussehen.

Ein herrlich süßer Duft erfüllt die kalte Winterluft und schenkt uns zur Weihnachtszeit die Hoffnung auf einen neuen Frühling. Sinken die Temperaturen unter minus 10 Grad, kräuseln sich die Blütenblätter und schlingen sich wie ein Mantel um den Fruchtknoten, um ihn vor dem Erfrieren zu schützen. Bei der Hamamelis jagt ein Naturschauspiel das andere. Deshalb ist sie seit dem 18. Jahrhundert auch in Europa weit verbreitet, ziert viele Parks und Gärten.

Einfach magisch

Wenn eine Pflanze sich so faszinierend verhält, ist eigentlich klar, dass man darin magische Kräfte vermutet. Das ging den Indianern nicht anders. Um Verletzungen zu behandeln, brauten die amerikanischen Ureinwohner aus den zerkleinerten Blättern und Rindenteilchen einen starken Sud, den sie für Umschläge nutzten.

Heute weiß man auch, warum dieses Rezept so gut funktioniert: Hamamelis-Extrakt enthält eine geballte Ladung an besonders verträglichen Gerbstoffen, Hamamelitannin und Catechine, die die Proteinketten in der Haut zusammenziehen. Dadurch bildet sich auf Wunden schnell eine feine Schutzschicht, die Entzündungen hemmt, Blutungen stillt und die Produktion neuer Hautzellen ankurbelt. Deshalb steckt die Zaubernuss heute in vielen Heilsalben, aber auch in Produkten gegen schwere Beine, weil sie die Venenwände stabilisiert.

Doch das ist noch längst nicht alles. Auch als Beauty-Zutat vollbringt der Rinden-Wirkstoff wahre Wunder, denn durch den adstringierenden Effekt auf die hauteigenen Eiweißbausteine verengen sich die Poren. So wird der Talgfluss leicht gedrosselt, Pickel werden verhindert und es kann weniger Feuchtigkeit verdunsten. Ideal für Mischhaut, die durch Cremes, Gesichtswasser und Reinigungsmilch mit Hamamelis rasch ihre Balance wiederfindet.

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