Pflanzenporträt: Malve

Sie ist Germany’s next Topmodel im Garten, beeindruckt uns aber auch durch ihre inneren Qualitäten: Die Malve. Mit dieser kleinen Beauty-Queen kann man wahrhaft sein blaues Wunder erleben: Sie zaubert Hautreizungen und Husten weg, färbt Badewasser violett und hat indirekt sogar schon den ein oder anderen Laufsteg-Job ergattert.
Pflanzenporträt Malve, Foto: PIXABAY

Ob in Zartrosa, leuchtendem Pink oder elegantem Weiß: Wenn die seidigen Blüten der Malve sich leicht im Wind bauschen, erinnern sie mit ihren feinen, dunklen Streifen ein bisschen an einen luftigen Sommerrock. Von Ende Mai bis September verbreitet sie an Feldrändern und in Beeten ihren Bauerngartenflair und bringt uns, frisch gepflückt in einer Vase arrangiert, die Sonne ins Haus.

Ihr Name kommt aus dem Griechischen, wo „malakos“ so viel wie weich bedeutet. Bekannter ist allerdings der französische Ausdruck für Malve, nämlich Mauve. Trocknet man die Blüten oder macht einen Aufguss daraus, wechseln sie nämlich überraschend ihre Farbe und werden blau. Verantwortlich für dieses Schauspiel sind die wasserlöslichen Anthocyane Malvin und Myrtillin. Früher färbte man auch Rotwein und andere Lebensmittel mit dem Extrakt der Blüten.

Wer allerdings meint, die Malve sei schön, aber ansonsten stecke nicht viel dahinter, hat sich getäuscht. Auch in der Medizin und im Cremetopf steht die Blume immer öfter im Scheinwerferlicht – und zwar wegen ihrer inneren Werte.

Malventee: Husten und Heiserkeit ade!

„Malve im Gemüsegarten, lässt den Doktor draußen warten“, besagt ein altes, spanisches Sprichwort. Schon seit dem Mittelalter ist bewiesen, dass ein Sud aus den Blüten und Blättern ein exzellenter Heiltrunk gegen Husten ist, da die darin enthaltenen Schleimstoffe sich als beruhigender Feuchtigkeitsfilm über Kehle und Bronchien legen.

Pretty in Pink: Blütenkosmetik schützt die Haut

Auch in der Naturkosmetik gehört die Malve zu den absoluten Shooting-Stars, besonders in Pflegelinien für sensible und trockene Haut. Wie ein unsichtbarer Schonbezug legen sich die Schleimstoffe auf die Hornschicht, puffern Umweltstress, Wind und Hitze ab. Nebenbei spenden sie jede Menge Feuchtigkeit, so dass Knitterfältchen ruck, zuck aufgepolstert werden und die Haut schön geschmeidig bleibt. Die Gerbstoffe der Malve wirken reizlindernd und zusammenziehend, mildern Juckreiz und sogar leichten Sonnenbrand.

Wer es selbst ausprobieren will, kann es mit diesem Rezept für eine Kompresse versuchen:
Zehn Malvenblüten in einen Becher kaltes Wasser geben und zwei Stunden ziehen lassen. Danach einen Esslöffel Honig einrühren, ein Tuch mit der Flüssigkeit tränken, auswringen und für zehn Minuten aufs gereinigte Gesicht legen.

Oder zwei Handvoll der rosa Blumen in einem Stoffsäckchen in die Badewanne legen. Dadurch färbt sich das Wasser leicht bläulich bis lila, während die Haut gemeinsam mit den Sinnen relaxt.

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Brennnessel, Granatapfel, Kamille, Rosmarin, Brokkoli, Salbei und Aloe vera.

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