Pflanzenporträt: Lavendel

La lavande, c´est la vie! Und die Südfranzosen zu beneiden… Denn dem Lavendel werden vielfältige positive Eigenschaften nachgesagt: Er beruhigt unser Gemüt, hilft beim Einschlafen und heilt sogar unreine Haut, Wunden und Husten. In edlen Parfüms entfaltet Lavendel zudem seine überaus betörende Wirkung. Bereit für eine gedankliche Reise in die Provence?
Pflanzenporträt Lavendel, Foto: PIXABAY

Lila, so weit das Auge reicht. Und trotzdem möchte man oft nur die Augen schließen, um den blumig-würzigen Geruch noch intensiver genießen zu können. Mitte Juni ist es wieder soweit: Die Felder in der Provence verwandeln sich in einen wogenden, schier endlosen Blütenteppich, über dem dieser Duft hängt, der an sauberes Leinen und warme Sommerabende erinnert, uns sofort ruhig und friedlich stimmt.

So kommt das Ferien-Feeling in den Flakon

Doch was für uns so herrlich nach Sommer duftet, war für die Bauern lange Zeit ein hartes Stück Arbeit, denn die Lavendelblüten wurden über Generationen hinweg mit der Hand gepflückt. Heute erfolgt die Ernte zwar meist per Sichel oder maschinell, aber sie gilt hier immer noch als wichtigste Einnahmequelle. Denn auf den kargen Böden der provenzalischen Hochlagen wächst sonst kaum etwas Rentables. Lavendelsträucher können bis zu 30 Zentimeter hoch werden. Am Ende ihrer langen Stängel sitzen kleine violette Blüten, die meist in der Mittagshitze geerntet werden. Durch Wasserdampfdestillation wird dann das dünnflüssige, klare ätherische Öl herausgelöst. Dabei ist die Ausbeute sehr gering: Für ein Kilogramm echtes Lavendelöl benötigt man hundert Kilogramm Blüten! Hauptabnehmer sind bis heute die Parfümhersteller in Grasse, deren Düfte durch ihre einzigartigen Lavendelnoten weltberühmt geworden sind.

Lila Pause fürs Gehirn

Lavendel ist aber nicht nur als Duftstoff ein absoluter Hit. In dem Öl wurden bereits über 400 Inhaltsstoffe entdeckt, die einen wohltuenden Effekt auf Psyche, Haut und Gesundheit haben. Das gilt besonders für die Substanz Linalylacetat, die für die charakteristischen Note und seine aromatherapeutische Wirkung verantwortlich ist. Wissenschaftler der Universität Wien haben herausgefunden, dass dieser Stoff wie ein Schalter in unserem Gehirn Stress und Sorgen ausknipst, die Bildung des Happy-Hormons Serotonin anfeuert und so dafür sorgt, dass uns ein tröstliches Relax-Gefühl durchströmt. Deshalb wird Lavendel auch gern in Einschlaftees oder pflanzlichen Beruhigungsmitteln eingesetzt. Außerdem steckt er oft in Entspannungsbädern, Nachtcremes und Wellness-Körperölen, die die Anspannungen des Tages im Nu verduften lassen.

Blaues Wirkstoff-Wunder für die Haut

Weniger bekannt ist dagegen die Wirkung dieses Heilkrauts gegen unreine Haut, Bronchitis und kleine Verletzungen, die dem Zusammenspiel mehrerer enthaltener Substanzen zu verdanken ist: Kampfer regt die Durchblutung an und hemmt Entzündungen. Cineol löst Schleim und Linalool macht Bakterien den Garaus.

Kleine Kratzer (und auch Insektenstiche) heilen schneller ab, wenn man einen Tropfen Lavendelöl pur aufträgt. Gegen unreine Haut ist ein Gesichtsdampfbad mit Lavendel ein echter Geheimtipp: Dazu einen halben Liter Wasser aufkochen, in eine Schüssel geben, 10 Tropfen ätherisches Lavendelöl hinzufügen und den Kopf unter einem Handtuch über die duftende Schüssel halten.

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