Pflanzenporträt: Klatschmohn

Früher fand man ihn oft auf Wiesen, an Wegrändern und Ackerflächen. Heute ist der Klatschmohn beinahe verschwunden. Den Titel „Blume des Jahres 2017“ trägt die rot blühende Schönheit, um auf die Gefährdung und den Verlust von Ackerwildblumen aufmerksam zu machen.
Pflanzenporträt: Klatschmohn Bild: pixabay

Gekürt von der Loki Schmidt Stiftung, wird der Klatschmohn zum Botschafter der raren Wegrandgewächse. Sein Titel „Blume des Jahres 2017“ hat außerdem die Förderung der bunten Vielfalt im Landbau zum Zweck – denn der Mohnanbau ist streng reglementiert. Aber warum eigentlich?

Berauschende Vielfalt

Der Saft unreifer Mohnkapseln enthält zahlreiche Alkaloide wie Codein, Morphin und Papaverin – und daraus können Opium, Morphium oder Heroin gewonnen werden. Wer in Deutschland Mohn anbauen möchte, benötigt eine Zulassung und muss strenge Auflagen erfüllen. In vielen anderen Ländern ist der Anbau von Mohn sogar generell gesetzlich untersagt. Dabei fallen nicht alle Nutzungsarten des Klatschmohns unter das Betäubungsmittelgesetz: Ein Mazerat aus den roten Blütenblättern wirkt beispielsweise schmerzlindernd und gegen rheumatische Erkrankungen. Und aus den voll ausgereiften Samen wird mittels Kaltpressung hochwertiges Mohnsamenöl oder kurz Mohnöl gewonnen. Dazu später mehr.

Auch sonst zeigen sich die Mohngewächse vielseitig: Die Familie der Papaveraceae umfasst weltweit etwa 120 Sorten. Die meistgenutzte ist der Schlafmohn Papaver somniferum. Ursprünglich in Asien beheimatet, zählt er zu den ältesten Kulturpflanzen und Heilmitteln. Seinen Namen trägt er wegen seiner Eigenschaft, den Schlaf zu fördern.

Pflanzenporträt: Klatschmohn Bild: pixabay
Genuss aus der Kapsel

Mohnpflanzen erreichen eine Wuchshöhe von bis zu 1,60 m. Am Ende ihrer Stängel bilden sich je nach Sorte rote, weiße oder violette Blüten. Der rote Klatschmohn blüht im Frühsommer, die anderen haben Anfang Juli ihre Blütezeit. Danach bildet sich am Stängelende eine ovale Kapsel, in der die Samenkörner des Mohns lagern. Eine einzelne Kapsel kann bis zu 30.000 dieser Körnchen aufweisen.

Mohnsamen wird heute vor allem zum Würzen von Brot und Brötchen sowie Käsegebäck verwendet und ist als Kuchenfüllung beliebt. Aus ihm wird (meist mittels Kaltpressung) auch das begehrte Mohnsamenöl gewonnen. Die Ausbeute beträgt dabei nur zwischen 30 und 40 Prozent, was das Öl im Vergleich teuer macht. Lange war es deshalb nur unter Kennern beliebt. Wegen seines hohen Gehalts an ungesättigten Fettsäuren trägt es aber zu einer gesunden Ernährung bei und wird immer populärer. Sein intensiver, nussiger Eigengeschmack macht es zu einem köstlichen Salatöl.

Beauty-Talent

Mohnöl dient darüber hinaus zur Pflege und wirkt gegen Hautreizungen, Rötungen und Altersflecken. Vor allem seine Linolsäure und Palmitinsäure regenerieren das Hautbild: Es füllt poröse Stellen zwischen den Hornzellen, so dass die körpereigene Feuchtigkeit nicht so leicht verdunsten kann und die Hautbarriere gestärkt wird. Im Großen und Ganzen ist es in seinem Spektrum an Fettsäuren dem Sonnenblumenöl ähnlich, fühlt sich aber leichter an und bietet einen besseren Hautschutz. Mohnöl hat dabei einen äußerst schwachen, milden Geruch und zieht schnell ein. In Kombination mit Jojoba-Öl, Avocado-Öl oder Traubenkern-Öl kann es individuell passend zu jedem Hauttyp eingesetzt werden. Es fungiert als Pflege, Massageöl, reichhaltige Seifenzutat oder Badezusatz.

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