Pflanzenporträt: Holunder

Er ist eine der beliebtesten und ältesten Pflanzen Mitteleuropas. Einen Namen hat sich der Holunder, auch Holler oder Holder genannt, vor allem als Heilmittel und beliebte Küchenzutat gemacht. Aber auch in Sachen Beauty zählt die Pflanze längst als Geheimtipp!
Pflanzenporträt Holunder Bild: pixabay

Der Holunder (Sambucus) gehört zur Familie der Gleißblattgewächse und zählt weltweit über 20 verschiedene Arten. Die bekannteste in Mitteleuropa ist der Schwarze Holunder (Sambucus Nigra), dessen sommergrüne Sträucher bis zu 5 Meter hoch werden können. Zwischen Mai und Juli erblühen die cremeweißen und süß duftenden Blüten und verwandeln die Landschaft in ein kleines Blütenmeer. Aus den im August und September geernteten, schwarz glänzenden und kugelförmigen Früchten wird schließlich Holundersaft gewonnen.

Mythologie- und Heilpflanze

Vor allem mythologisch hat der Schwarze Holunder seit Jahrhunderten eine ganz spezielle Bedeutung für uns Menschen. So glaubten zum Beispiel die Germanen, dass im Holunderstrauch die Schutzgöttin Holda wohne, die sie gegen Hexen und böse Zauberer beschütze. Auch Blitz und Donner sollten die Holunderbüsche abwehren. Kein Wunder also, dass bei uns die meisten Büsche an Hauswänden oder in Gärten zu finden sind.

Aber auch als Heilpflanze machte sich der Schwarze Holunder einen Namen. So wird Holunder eine schweiß- und wassertreibende Wirkung nachgesagt, weshalb er bereits im 18. Jahrhundert von Ärzten und Heilkundigen bei Fieber und Atemwegserkrankungen eingesetzt wird. Noch heute ist Holunder eine gern genommene Zutat in Tees und Aufgüssen, mit denen man Erkältungen und Infekte „ausschwitzen“ soll. Zusätzlich soll Holunder dabei helfen, dass sich Schleim in Bronchien oder Nasennebenhöhlen besser löst. Aufgrund seines wassertreibenden Effekts kann Holunder auch bei leichten Harnwegsinfekten eingesetzt werden, da er die Nieren dazu anregt, mehr Wasser auszuscheiden.

Der Küchenklassiker

In der österreichischen und süddeutschen Küche ist der „Holler“ äußerst beliebt. Neben Sirup, Saft oder Gelee lassen sich sowohl aus den Blüten als auch den Früchten viele leckere Gerichte zaubern. Die schwarzen, kleinen Beeren schmecken nicht nur zuckersüß, sondern sind auch sehr gesund. Der Grund: Sie enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, wie Flavonoide und Carotinoide, Spurenelemente, wie Zink und Eisen, und sind außerdem reich an Vitamin C und A.

Aber Vorsicht: Holunderbeeren enthalten auch das schwach-giftige Sambunigrin, das bei rohem Verzehr Erbrechen, Schwindel, Durchfall und sogar Herzrhythmusstörungen hervorrufen kann. Deshalb vor dem Verzehr unbedingt stark erhitzen, beziehungsweise kochen, damit das Sambunigrin zerstört wird.

Beauty-Talent für die Haut

Gerade aufgrund des hohen Gehalts an sekundären Pflanzenstoffen, aber auch an Antioxidantien sowie alpha-Linolensäure und Phytosterolen, findet Holunder immer häufiger auch in der Naturkosmetik Verwendung. So hat Holunderkernöl, das als Nebenprodukt bei der Holundersaftherstellung entsteht, zum Beispiel auf irritierte, unreine Haut einen entzündungshemmenden Effekt. Das Extrakt aus Holunderblüten dagegen beruhigt und reinigt unsere Haut. Holunderblütenwasser wirkt ausgleichend und tonisierend. Ein echtes Multitalent! Trotzdem machen sich bisher noch wenige Marken die positiven Eigenschaften des Holunders zunutze. Einer der Vorreiter ist GG’s True Organics, denn hier wird Holunder in allen Produkten als Hauptinhaltsstoff verwendet. Zwei dieser Holunder-Beautyprodukte haben wir für Euch getestet – das Ergebnis lest Ihr hier.

Da Holunder als heimische Heilpflanze in unseren Breitengraden besonders nachhaltig geerntet werden kann, darf man hoffen, dass es bald schon mehr Beauty-Produkte mit Holunder gibt.

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