Pflanzenporträt: Gänseblümchen

Unscheinbares Pflänzchen? Von wegen! Das Gänseblümchen hat es 2017 immerhin zur Heilpflanze des Jahres geschafft. Was wirklich in ihm steckt und weshalb die Bellis perennis auch in Sachen Schönheit interessant ist, verrät unser Porträt.
Pflanzenporträt: Gänseblümchen Bild: pixabay

Das Gänseblümchen oder Tausendschönchen gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Wegen seiner weiten Verbreitung zählt es zu den bekanntesten Pflanzenarten Mitteleuropas. Mit Wuchshöhen von meist 5 bis 15 Zentimetern könnte man das robuste Gewächs schon mal übersehen – wenn es nicht von März bis November ununterbrochen blühen würde. Interessant ist seine „Wetterfühligkeit“: Die weißen bis zart-rosa Blütenkörbchen richten sich immer nach der Sonne und schließen sich abends sowie bei schlechtem Wetter.

Von Europa in die Welt

Zum häufigen Auftreten des Gänseblümchens kam es mit der Einführung von Rasenflächen in Gärten und Parks. Durch den Menschen wurde die europäische Bellis perennis so auch in Nord- und Südamerika, auf Madeira und Neuseeland angesiedelt. Aber wusstet ihr, dass die Ausbreitung nicht gezielt erfolgt ist – sondern durch eine Verunreinigung von Grassamen mit den Samen des Gänseblümchens? Unabsichtlich verbreitet, mit unkrautartiger Vermehrung erscheint das Pflänzchen eher ungeliebt, als erwünscht. Wir finden zu Unrecht, denn es bietet großes Potential.

Zart und lecker

Schon probiert? Gänseblümchen können im Salat verwendet werden. Am besten schmecken die jungen, grünen Blättchen aus dem Inneren der Rosette, aber auch die Blüten sind essbar. Die Knospen sowie die nur halb geöffneten Blüten schmecken angenehm nussig, die vollen Blüten dagegen leicht bitter. Gesund ist die blühende Zutat allemal: Gänseblümchen stecken voller Vitamin C!

Große Vorbilder

Arnika und Immortelle sind die bedeutendsten Verwandten des Gänseblümchens und lassen seine Heilkraft erahnen. Dennoch ist darüber bislang wenig bekannt. Der Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Paracelsus (NHV Theophrastus) möchte sie nun als „Heilpflanze des Jahres 2017“ in den Fokus rücken und ihre Erforschung fördern.

Pflanzenporträt: Gänseblümchen Bild: pixabay
Unerforschte Talente

Was wir bisher wissen: Die Hauptinhaltsstoffe der mehrjährigen Pflanze sind Triterpensaponine, außerdem ätherische Öle, Bitterstoffe, Schleimstoffe, fette Öle, Flavonoide sowie Gerbstoffe. Eine Prise Gänseblümchen im Tee hat sich in der Volks- und Kinderheilkunde bewährt, zum Beispiel bei Schwäche, Erkältung und Durchfallerkrankungen. Darüber hinaus wird die Pflanze traditionell bei Hautausschlägen, Verletzungen und als Hustenmittel genutzt. Nach der homöopathischen Lehre finden Gänseblümchen außerdem bei Blutungen, Blutergüssen, Muskelschmerzen, Verletzungen und Überanstrengung sowie weiteren Hauterkrankungen Einsatz. Vielleicht können diese und weitere Einsatzgebiete ja im Rahmen aktueller Untersuchungen auch wissenschaftlich belegt werden.

Punktlandung

In Sachen Schönheit gilt das Gänseblümchen als Geheimtipp gegen Pigmentflecke. Seine Saponine kurbeln die Hauterneuerung an und harmonisieren die Melanin-Bildung, während Vitamin C die unschönen Flecken allmählich blasser werden lässt. Das macht das Pflänzchen zu einer natürlichen Alternative zu umstrittenen Aufhellern aus der konventionellen Kosmetik. Das Gänseblümchen verbessert außerdem die Widerstandsfähigkeit der Haut, sein Extrakt wirkt wundheilend und hautreinigend. Sowohl für die reife als auch die unreine Haut ist es damit eine ideale Beauty-Zutat.

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