Pflanzenporträt: Aloe vera

Sie ist die Königin der Wüste und ein echter Evergreen im Cremetopf. Kaum eine Pflanze wird so oft und gern in der Kosmetik eingesetzt wie die Aloe vera, und zwar gegen fast jedes Beauty-Problem. Was macht das kaktusähnliche Gewächs eigentlich so wertvoll?
Pflanzenporträt: Aloe Vera, Foto: PIXABAY

Es grenzt an ein Wunder: Während andere Pflanzen ohne Regen in kürzester Zeit schlapp machen und eingehen, kann die Aloe vera mehrere Monate ohne einen einzigen Tropfen Wasser überstehen. Sogar, wenn ihre Wurzel aus dem Erdreich entfernt wurde. Doch das ist nicht alles. Die Wüstenlilie verfügt über wahre Selbstheilungskräfte: Wird eines ihrer Blätter verletzt, schließt sich die Wunde innerhalb weniger Minuten. Verantwortlich dafür ist vor allem der im Saft enthaltene Mehrfachzucker Acemannan, der sich auch für Verletzungen der Haut nutzen lässt. Viele Frauen hatten deshalb früher eine Aloe vera in der Küche stehen, um kleine Schnitte oder Verbrennungen sofort verarzten zu können.

Begleitschutz für Haut und Haar

Wie wirkt Acemannan eigentlich? Es bildet eine Art Gel-Pflaster und hemmt die Bildung von Bakterien. Dies geschieht durch einen Vorgang, den wir auch vom Marmelade kochen her kennen. Dabei bindet der Gelierzucker den Saft der Früchte, was beispielsweise Schimmel die Lebensgrundlage entzieht. Das macht das Kompott haltbar.

Ähnlich schmiedet die Haut mit Aloe-vera-haltiger Pflege ein Komplott gegen Austrocknung, Entzündungen und kleine Kratzer, indem es Feuchtigkeit spendet und Bakterien in Schach hält. Neben 90 Prozent Wasser enthält die Heilpflanze nämlich rund 160 weitere Substanzen, darunter die Vitamine A, C, E, B12 und für unsere Haut wichtige Fettsäuren, Aminosäuren und Enzyme. Dieser raffinierte Mix wirkt wie ein Magnet. Die gelieferte Feuchtigkeit verdunstet nicht einfach, sondern dringt tief in die Hornschicht ein und wird dort gespeichert. Das macht die Aloe vera zu einem idealen Durstlöscher für trockene und sensible Haut. Auch unseren Haaren kommt der Pflanzensaft zugute: Glanz und Volumen sind das Ergebnis einer Aloe-vera-Haarkur.

Gesundmacher mit Geschichte

Wen wundert es da, dass die Aloe vera im alten Ägypten wie eine Gottheit verehrt wurde, da ihr „Blut“ Schönheit und Gesundheit verlieh, und dass sie bei den Ureinwohnern Nordamerikas, den Indianern, zu den heiligen Pflanzen gehörte. Obwohl sie mit ihren Stacheln und den fleischigen Blättern stark an einen Kaktus erinnert, gehört die Aloe vera zu den Liliengewächsen. Insgesamt gibt es über 300 Arten, doch nicht alle verfügen über eine derart heilende Wirkung. Die am häufigsten in Medizin und Kosmetik genutzte Aloe vera ist die „Barbadensis miller“. Äußerlich angewandt hilft das Mark ihrer Blätter auch bei Insektenstichen, Hautausschlägen und Sonnenbrand. Es wirkt angenehm kühlend und beschleunigt den Heilungsprozess. Innerlich eingenommen wirkt Aloe vera stärkend und belebend, schließlich enthält der Saft ihrer frischen Blätter jede Menge Vitalstoffe, Vitamine und Mineralsalze. Der Zuckerstoff Acemannan stärkt das Immunsystem, sodass eine gesteigerte Entgiftung und Versorgung der Zellen gewährleistet wird.

Pump up the Volume? Nur Bio liefert Natur pur

So langlebig und robust die Wüstenlilie auch sein mag – es ist nicht immer einfach Aloe Pflanzen in unseren gemäßigten Breiten zu kultivieren. Konventionell angebaute Aloe vera wird in der Regel mit künstlichen Düngern behandelt. Hierdurch wird das Gewächs angeregt, größere Wassermengen aufzunehmen als normal, was zur Folge hat, dass sie regelrecht aufquillt und das Verhältnis der Wirkstoffe zum Flüssigkeitsgehalt rapide abnimmt. Das beeinträchtigt natürlich den Vitalstoffgehalt. Achtet deshalb immer darauf, zertifizierte Naturkosmetik zu benutzen und Bio-Aloe-vera-Saft zu trinken. Davon habt ihr am meisten!

3 Gedanken zu „Pflanzenporträt: Aloe vera“

  1. Hier gibt es für tolle Aloe Vera Kosmetik: Santaverde, Bio Aloesaft statt Wasser in der Kosmetik. Als Aloesäfte bieten die Firma Santaverde und PharmosNatur an.

  2. Ich verwende Aloe Vera am liebsten bei Sonnenbrand: Es kühlt nicht nur die Haut und wirkt entspannend, sondern es spendet auch Feuchtigkeit und lindert den Schmerz.
    Am liebsten nehme ich dafür die „Blätter“ der Pflanze direkt, schale sie und reibe dann die verbrannte Stelle damit ein. Viel besser als jedes After-Sun Produkt, was ich bisher ausprobiert habe!

    Liebe Grüße

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