Interview: Oceanwell – Aus Liebe zum Meer!

Gesundheit für Mensch und Meer: So wunderbar einfach lässt sich das Motto von Oceanwell, das sich übrigens auch gleich im Markennamen versteckt, zusammenfassen. Vor neun Jahren von Kieler Meeresbiologen entwickelt, hat sich die Marke inzwischen zu einer beliebten Gesichts- und Körperpflege entwickelt. Kein Wunder – denn die Kombination aus wertvoller Laminaria-Alge und reinem Meerwasser ist einfach unschlagbar. Die Meeresbiologin und Markengründerin Inez Linke erklärt uns warum …
Titelbild Magazin: Interview: Oceanwell - Aus Liebe zum Meer! Bild: oceanwell

Frau Linke, wie kommt ein Team aus Meeresbiologen und Naturstoffexperten auf die Idee, eine eigene Naturkosmetik-Linie zu entwickeln?

Meine Kollegen und ich hatten uns bereits vor knapp 20 Jahren mit nachhaltiger Aquakultur befasst. Unser Hauptaugenmerk lag damals auf der heimischen Laminaria-Alge (auch Zuckertang genannt), die wir schließlich selber kultivierten. In einer Marktstudie überlegten wir uns, was wir daraus produzieren könnten. Da der Anbau und die Ernte von Hand sehr aufwändig und teuer ist, wollten wir vor allem die Wirkstoffe nutzen. Und so entschieden wir uns für eine zertifizierte Algen-Naturkosmetik.

Wir entwickelten eine spezielle Extraktionstechnik, die der Fermentation sehr ähnlich ist, um so an die Wirkstoffe der Alge heranzukommen. 2001 brachten wir dann unsere erste Pflegeserie o’well med heraus. Zunächst im kleinen Rahmen. Sie ist quasi die „Mutter“ aller nachfolgenden Artikel. Nachdem wir ein wenig damit „herumexperimentiert“ hatten, stellten wir 2008 auf der Fachmesse Vivaness die Basic.Line unter dem neuen Markennamen Oceanwell vor. 2012 folgte die Anti-Aging-Linie OceanCollagen, 2014 die duftneutrale Biomarine Cellsupport Serie für die besonders empfindliche Haut.

Wie genau gewinnen Sie den besonderen Algen-Wirkstoff?

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Eine Algenleine auf der Algenfarm von Oceanwell. Nach der Zeit in der Aufzuchtanlage wächst die Laminaria-Alge bis zur Ernte in natürlichem Meerwasser heran. Bild: Oceanwell

Zunächst werden die Algen in unserem Labor in einer eigens dafür entwickelten raum- und energiesparenden Aufzuchtanlage kultiviert. Die Meeresalgen wachsen auf einer rund 1000 Meter langen Aquakulturleine heran, die in natürlichem Meerwasser liegt. Zu Beginn sind sie noch mikroskopisch klein. Im Januar wird dann diese Leine in einer Freilandfarm in der Kieler Bucht ausgebracht. Bis zum Frühsommer, der Erntezeit, haben die Mini-Algen schließlich eine Größe von etwa einem halben Meter erreicht. Zurück im Labor, werden sie gespült und anschließend noch einmal von Hand gesäubert, bevor sie dann mit einer speziellen Mühle zerkleinert werden. Im Anschluss daran erfolgt ein besonders schonendes Gärverfahren, um an die wertvollen Inhaltsstoffe zu gelangen. Das dauert ungefähr sechs Wochen. Die sensiblen Bio-Moleküle der Laminaria-Alge bleiben so am besten erhalten und können später optimal von unseren Hautzellen aufgenommen werden.

Warum tut uns diese Kombi aus Algen-Extrakt und Meerwasser eigentlich so gut?

Für die Entwicklung unserer Produkte machen wir uns das uralte Thalasso-Wissen zu Nutze: Einen festen Bestandteil bilden hier Bäder und Inhalationen mit Meerwasser. Das Interessante am Meerwasser: Seine Salze und Spurenelemente ähneln in ihrer Komposition und Beschaffenheit stark der Zellflüssigkeit der Hautzellen. Dadurch können wertvolle Meeresmineralien, wie Kalium oder Natrium, besser von unserer Haut aufgenommen werden und als Wirkstoffträger fungieren. Genau hier kommt dann die Laminaria-Alge ins Spiel. Als eine der ältesten Pflanzen der Welt enthält sie mehr hautwirksame Inhaltsstoffe als die meisten anderen Naturprodukte. Zudem speichert sie in hochkonzentrierter Form Mineralien und Spurenelemente, die sie direkt über das Meerwasser aufnimmt, und bildet daraus spezielle Stoffe. Diese wirken wie ein Schutzschild gegen schädliche Einflüsse. Zur Veranschaulichung: 1 Kilogramm Frischalgen enthalten die Wirkstoffe von rund 10.000 Liter Meerwasser.

Und noch etwas macht die Laminaria-Alge so besonders: Sie produziert Feuchtigkeitsbinder, die eine Austrocknung der Pflanzen bei Ebbe verhindern. Für unsere Haut bedeutet das: Sie wird straffer und glatter.

Immer wieder liest und hört man in den Medien von verschmutztem Meerwasser. Wie sorgt Oceanwell dafür, dass nur reines, „gutes“ Meerwasser für die Naturkosmetik-Produkte verwendet wird?

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Ehrensache: Inez Linke besucht die Algen-Farm in der Kieler Bucht regemäßig selbst. Bild: Oceanwell

Einmal pro Woche unternimmt die von uns beauftragte Algenfarm in der Kieler Bucht Meerwasserproben und untersucht diese auf Schadstoffe. Auch im Frühsommer zur Erntezeit werden spezielle Proben entnommen. Bisher war immer alles im grünen Bereich.

Zudem stellt die Mikroplastik, die ja derzeit immer in Zusammenhang mit den Ozeanen erwähnt wird, keine Bedrohung für die Alge dar, da diese die Plastikteilchen gar nicht aufnehmen kann. Die Ostsee ist auch nicht wirklich von diesem Problem betroffen. Ein Problem für die Ostsee ist eher das viele Düngen der Bauern, wodurch Phosphat und Nitrat ins Meer gelangen kann. Aber auch das stellt für die Alge kein wirkliches Problem dar.

Einzig und allein die Aufnahme von Schwermetallen könnte für sie gefährlich werden. Dann würde sie eingehen. In den letzten zehn Jahren ist das jedoch kein einziges Mal vorgekommen. Was ja eigentlich für eine Kultivierung spricht!

Ab 2018 dürfen wir uns auf neue umweltschonende Oceanwell Verpackungen freuen. Was erwartet uns?

Wir sehen uns als nachhaltiges und ökologisches Unternehmen, das für das Meer und den Menschen arbeitet. Da unsere Verpackungen inzwischen acht Jahre alt und in punkto Nachhaltigkeit nicht mehr auf dem neuesten Stand sind, haben wir uns zu einem Relaunch entschieden. Das betrifft auch die Namen einzelner Produkte, wie zum Beispiel zwei aus der Basic.Line: Aus der Schützenden Tagescreme wird künftig die Schützende Feuchtigkeitscreme, und aus der Nährenden Nachtcreme die Nährende Pflegecreme. Auch möchten wir uns vom Opalglas trennen und fast alle Artikel im ergiebigeren Airless-Spender vertreiben. Diese sind zu 100 Prozent aus recycelbarem Plastik und zudem um einiges leichter als die Glasflaschen, was sich wiederum günstig auf den Transport und unseren CO2-Fußabdruck auswirkt. Die Papierverpackungen sind künftig klimaneutral, mit ihrer Verwendung unterstützen wir das ClimatePartner Wald- und Wildlifeschutzprojekt in Kenia.

Wie nachhaltig Ihr Unternehmen arbeitet, sieht man auch an Ihrem persönlichen Herzensprojekt …

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„Protect the Ocean“ dient dem Schutz gefährdeter Schildkrötenarten an der Elfenbeinküste und ist ein Herzensprojekt von Inez Linke und Oceanwell. Bild: Oceanwell

Sie meinen wahrscheinlich das Projekt „Protect the Ocean“. Dieses Projekt dient dem Schutz der Meeresschildkröten an den Stränden der Elfenbeinküste. Vier bedrohte Schildkrötenarten leben in dieser Region, sie sind alle stark gefährdet durch die Fischerei aber auch durch andere Küstenbewohner, für die das Sammeln der Eier und die Jagd von Schildkröten eine lange Tradition hat. Der Verein CEM (Conservation des Espèces Marines) arbeitet daran, zusammen mit den Einwohnern, ein Küstenschutzgebiet Westafrikas aufzubauen. Mit unserem Engagement unterstützen wir den Verein bei seiner Arbeit. Von jedem verkauften Oceanwell-Produkt gehen zehn Cent an die Partner in Westafrika.

Ganz aktuell gibt es eine tolle Entwicklung: Durch die von Oceanwell eingerichtete CEM Homepage wurde dieses Jahr die amerikanische Organisation „Rainforest Trust“ auf das Projekt aufmerksam und überlegt nun, die Einrichtung eines offiziellen Schutzgebietes maßgeblich zu unterstützen. Darüber freue ich mich sehr!

Gibt es weitere Pläne für die Zukunft?

Uns schwirrt ein Männerprodukt im Kopf herum, aber genaueres kann ich dazu noch nicht sagen. Auch planen wir nächstes Jahr den Launch eines neuen Reinigungsprodukts aus der Basic.Line.

Und zum Abschluss noch eine ganz persönliche Frage: Ohne welches Oceanwell Produkt können Sie nicht mehr leben?

Die Augencreme! Weil sie so wunderbar erfrischend wirkt. Ich benutze sie am liebsten für die Augen- und Mundpartie.

Vielen Dank für das Interview!

Weitere Informationen über Oceanwell und das ökologische Engagement von Dr. Inez Linke und ihren Kollegen findet Ihr hier.

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