No Poo: Shampoo war gestern

Konventionelle Shampoos haben ihre Tücken. Um auf Silikone und synthetische Tenside zu verzichten, greifen wir deshalb gern zur Bio-Haarpflege. Beim Trend „No Poo“ wird ganz auf die üblichen Fläschchen verzichtet. Aber ist das wirklich eine Option?

Während die Einen nach Herzenslust bleichen, färben, föhnen und glätten, verzichten die Anderen selbst aufs Haare waschen: „No Poo“ heißt der wohl minimalistischste Trend, den die Haarpflege je erleben wird. Denn hier ist Verzicht die oberste Prämisse.

Viele Wege zu natürlich schönem Haar

„No Poo“ steht dabei nämlich nicht nur für „kein Shampoo“, sondern auch wörtlich (Pardon) für „kein Scheiß“. Auf das Haupthaar wird nur noch das gegeben, was strengen Vorsätzen genügt. Dabei gibt es innerhalb der Bewegung ganz unterschiedliche Ausprägungen, die es für Laien erst einmal zu entschlüsseln gilt:

Während „Low Poo“ lediglich konventionelle Produkte verbietet und Seife sowie Naturkosmetik erlaubt, wird bei „No Poo“ auch darauf komplett verzichtet. Und wer jetzt glaubt, da bliebe nur noch Wasser zum Reinigen, der irrt – zumindest ein Stück weit.

Bei der Methode „WO/Water only“ wird tatsächlich ausschließlich mit Wasser gewaschen. Aber es geht noch strenger: „SO/Sebum only“ lässt nicht einmal das kühle Nass ans Haar, sondern setzt auf Reinigung mit einer Bürste, meist mit Wildschweinborsten. Des Weiteren finden bei „No Poo“ wahlweise Roggenmehl, Lavaerde, Kakao, Honig, Eigelb und Eiweiß Einsatz, zum Spülen gern auch eine Essig-Mischung. Klingt fast nach einer Backanleitung…

Bevor wir uns den Details widmen, die entscheidende Frage:

Warum das alles?

Synthetische Tenside, Duftstoffe und Silikone bringen konventionelle Shampoos zurecht in die Kritik. Der Markt reagiert vor allem mit Produkten, die mit einer Auflistung von Rohstoffen werben, die nicht darin enthalten sind. Das ist zwar ein Anfang – aber trotzdem enthalten viele von ihnen weiterhin Inhaltsstoffe, die unserer Gesundheit langfristig schaden und Kopfhaut und Haar aus dem Gleichgewicht bringen. Vor allem die falschen Tenside verursachen eher Probleme, als dass sie welche lösen: Unsere Haare fetten schneller nach, je öfter wir sie waschen.

Mit „No Poo“ soll unsere Talg-Produktion sich mit der Zeit wieder selbst regulieren können. Da Haar und Kopfhaut individuell aber sehr unterschiedlich sind, heißt es ausprobieren, bis die richtige Rezeptur gefunden ist.

Wir erklären, wie einige der Grundzutaten wirken:

No Poo – DER Weg zu natürlich schönem Haar?

Wer den Trend ausprobieren möchte, sollte Schrittweise umstellen. Mit „Low Poo“, also Bio-Shampoos oder Haarseife konventionelle Haarpflegeprodukte ersetzen, dann schließlich auf Lavaerde oder Roggenmehl umstellen und dabei zunächst die Zeit zwischen den Haarwäschen verkürzen. Da die Rückfettung noch auf „stärkere“ Reinigungsmittel eingestellt sind, haben mildere Waschmittel ansonsten Probleme, die Reinigung zu bewältigen. Erst nach und nach, wenn die Kopfhaut sich auf die milderen Waschmittel eingestellt hat, im Lauf einiger Monate die Abstände zwischen den Anwendungen verlängern. So kann die Kopfhaut ihre Talgproduktion langsam anpassen. Was an Zusatzpflege (Spülung und Haarkur) benötigt wird oder ob sogar die radikale Variante Sebum only funktioniert, muss jeder für sich und sein Haar selbst herausfinden.

Jede Menge Anleitungen, Erfahrungen und erstaunliche Ergebnisse bietet die Facebook-Gruppe „no poo: hairrlich natürlich – ein ziel und viele wege“. Gerade für den Umstieg ist der Austausch mit Gleichgesinnten absolut zu empfehlen – denn so ganz leicht ist es sicher nicht, vom schäumenden Vergnügen weg zu kommen.

2 Gedanken zu „No Poo: Shampoo war gestern“

  1. Hallo
    und sehr nett dass man über Mitgliederanfragen zum Ursprung findet 🙂 danke für die Erwähnung. Toller Beitrag! Muss jedoch an eine Stelle ein klein wenig widersprechen. Wenn man auf mildere Mittel umsteigt, ist die Rückfettung noch auf das alte Mittel eingestellt. Die Menge also zu hoch um mit milden Mitteln ganz entfernt zu werden. Der Waschabstand sollte um fettfrei zu werden nicht identisch beibehalten werden. Eine Verkürzung also sinnvoll. Denn ergibt sich im Start schon ein schlechtes Waschergebnis, ist dies im weiteren Verlauf mit milderem Waschen alleine selten zu verbessern. Tipp Nr. 1 also Waschabstand erst einmal verringern.

    Grüße Claudia

    1. Liebe Claudia,
      vielen Dank für Deinen Hinweis!
      Wir haben den Artikel dementsprechend angepasst und hoffen, dass nun alles seine Richtigkeit hat. 🙂
      Liebe Grüße,
      Dein naturalbeauty.de-Team

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.