Natur pur für die Nägel

Klarlack verleiht den Nägeln einen natürlich gepflegten Look. Farblacke hingegen sind echte Statements, die unsere Hände zu Hinguckern machen. Die Auswahl ist groß – doch statt nur den leuchtenden Nuancen Beachtung zu schenken, sollten wir auch einen genauen Blick auf die Inhaltsstoffliste werfen. Denn es gibt sie endlich: zertifizierte, natürliche Nagellacke in Farbe!

Lange haben wir darauf gewartet: Nagellacke, die nicht nur auf einige negativ behaftete Inhaltsstoffe verzichten, sondern mit einer komplett natürlichen Rezeptur aufwarten können. Dem Entwickler-Team einer Naturkosmetik-Pioniermarke aus Norddeutschland ist das nun endlich gelungen: Mit den weltweit ersten Naturkosmetik Farblacken, die von BDIH und NATRUE zertifiziert wurden.

Schluss mit den Kompromissen!

Bisher hatte man die Wahl zwischen verschiedenen sogenannten 3-free, 5-free und neuerdings sogar 8-free-Lacken, die auf bestimmte Lösungsmittel, Filmbildner und Weichmacher verzichten. Genau gesagt, werden bei einem 5-free Nagellack die Stoffe Toluol, Formaldehyd, Formaldehydharz, Dibutylphtalat und Campher nicht in den Rezepturen eingesetzt. Aber was verbirgt sich eigentlich hinter diesen Substanzen und was macht sie so gefährlich?

Hauptbestandteil jedes Nagellacks ist das Lösungsmittel. Es soll möglichst schnell verdampfen, damit der Lack zügig trocknet. Toluol hat diese Eigenschaften. Seine Dämpfe machen aber auch müde, verursachen Kopfschmerzen und können langfristig Nieren und Nervensystem schädigen. Mittlerweile darf Toluol in der EU zum Glück nicht mehr als Bestandteil in Nagellacken verwendet werden.

Formaldehyd dient in erster Linie dazu, den Nagellack in der Flasche flüssig zu halten. Sein Verwandter, das Formaldehydharz, bildet einen Film auf dem Nagel und härtet ihn. Beide Stoffe reizen Haut, Augen sowie Atemwege und stehen in Verdacht, Allergien, Gedächtnis- und Schlafstörungen hervorzurufen. Außerdem steht seit langem fest, dass Formaldehyd und seine Verbindungen die Entstehung von Tumoren begünstigen können.

Weichmacher wie Dibutylphtalat (DBP) oder Campher halten die Lackschicht geschmeidig, damit sie nicht so leicht bricht. Sie bergen ein Risiko für die Schädigung von Leber und Nieren, können Übelkeit, Rauschzustände und Verwirrtheit auslösen.

Gut, dass einige Nagellacke bereits auf diese Stoffe verzichten. Einziger Wermutstropfen: Die restliche Rezeptur baut dennoch weiterhin auf chemischen Inhaltsstoffen auf und hat mit Naturkosmetik wenig zu tun.

Die klare Lösung

Seit einiger Zeit bietet die Marke Provida einen Klarlack aus Bio-Alkohol, Schellack und Benzoeharz an, der BDIH-zertifiziert ist. Auch Alterra hat einen pflegenden Glanzlack im Sortiment, der das NATRUE-Siegel trägt. In Sachen natürliche Farblacke tat sich jedoch lange nichts. Das Problem: Bisher war es nicht gelungen, Pulverfarbstoffe, also unbedenkliche natürliche und mineralische Pigmente, so mit einer natürlichen Basis zu verbinden, dass sie sich nicht am Boden absetzen und verklumpen.

Endlich kommt Farbe ins Spiel!

Vor diesem Problem stand auch das Team von LOGONA, verrät Heinz-Jürgen Weiland, Vorstand Forschung und Entwicklung: „Das Absetzen der Farbstoffe war das Eine. Die reine alkoholische Lösung von Schellack ist außerdem so dünn, dass sie sich nicht sehr angenehm auf den Nagel auftragen lässt. Was wir brauchten, war ein Verdickungsmittel, das die Konsistenz entsprechend veränderte. Mit einem speziellen Verfahren und einer neuartigen Rezeptur ist uns dies schließlich gelungen.“

Das Ergebnis ist ein 5-free Nagellack, der den Naturstoff Schellack als Basis verwendet – so wie die Klarlacke von Provida und Alterra. Farbe ins Spiel bringen besonders verträgliche mineralische Pigmente aus natürlich vorkommenden Feststoffen. Und für eine besondere Pflegewirkung wird pflanzliches Silicium eingesetzt, das die Nagelstruktur unterstützt und kräftigt. „Wir sind besonders stolz, dass der neue Nagellack von LOGONA sowohl die Kriterien für kontrollierte Naturkosmetik des BDIH, als auch die des NATRUE Standards erfüllt. Somit haben gleich zwei anerkannte Verbände mit ihrem Qualitätszeichen bestätigt, dass es sich um echte Naturkosmetik handelt“, so Heinz-Jürgen Weiland.

Ab Mitte Oktober gibt es den neuen zertifizierten Nagellack in fünf matten Nuancen, dazu einen Top Coat, der für Glanz und zusätzlichen Halt sorgen soll. Wir dürfen gespannt sein, wann andere Hersteller nachziehen und die Fülle zertifizierter Naturkosmetik Farblacke bereichern. Der erste große Schritt ist jedenfalls getan!

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