UV-Schutz – Mit Vorsicht genießen

Endlich Sommer! Während es die Einen in den sonnigen Süden zieht, genießen die Anderen ihre Ferien daheim. Aber egal, wo wir die heißen Tage verbringen: Spätestens jetzt kommen wir um einen zuverlässigen UV-Schutz nicht mehr herum. Aber worin liegen eigentlich die Unterschiede zwischen den verschiedenen UV-Filtern und weshalb sind Nanoteilchen so bedenklich?
Mineralischer UV-Schutz, Foto: PIXABAY

Wie überall im Leben gibt es auch beim Sonnenschutz Vor- und Nachteile. Entscheidend sind dabei zum einen Performance-Aspekte, die meist schwerwiegenderen gesundheitlichen Risiken gegenüber stehen:

Chemische UV-Filter: Spätzünder mit Nebenwirkungen

Sie sind die Klassiker, die in konventioneller Sonnenpflege Einsatz finden. Chemische Filter absorbieren UV-Strahlen, indem sie an der Hautoberfläche reagieren und das Licht in Wärme und Infrarotstrahlen umwandeln. Soweit, so effektiv. Was viele allerdings vergessen: Dieser Prozess braucht eine Anlaufzeit von rund 30 Minuten, weshalb man konventionelle Schutzcremes mindestens eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad auftragen muss. In Sachen Bequemlichkeit gibt es somit schon einmal Punktabzug.

Viel schlimmer sind jedoch die Nebenwirkungen der chemischen Bestandteile: Ethylhexyl Methoxycinnamate und Benzophenon sind die beiden häufigsten Filter. Bei der Lichtschutz-Reaktion dieser Substanzen an der Hautoberfläche können neue Molekülverbindungen entstehen, die Allergien hervorrufen und die hauteigenen Enzyme angreifen. Hinzu kommt, dass chemische UV-Filter nicht an der Hautoberfläche bleiben, sondern in den Körper eindringen. 2001 hat das Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Zürich nachgewiesen, dass synthetische Lichtschutzfilter ähnlich wie das weibliche Hormon Östrogen wirken können. Mögliche Folgen: Fruchtbarkeitsstörungen, Fettleibigkeit und schlimmstenfalls Brustkrebs. Dass zudem die Umwelt leidet, beweist eine Studie der Universität Ancona: Schon 10 Mikroliter Sonnenmilch auf einen Liter Meerwasser führen dazu, dass Korallen innerhalb weniger Tage ihre leuchtend rote Farbe verlieren. Selbst unsere einheimischen Gewässer und zahlreiche Fische sind bereits durch chemische UV-Filter belastet. Kein Wunder also, dass Benzophenon und Ethylhexyl Methoxycinnamate längst in unsere Nahrungskette gelangt sind.

Trotz all dieser Erkenntnisse halten konventionelle Beauty-Hersteller nach wie vor an den bedenklichen Stoffen fest. Sie führen Konsumenten sogar mit der Auslobung mineralischer Filter in die Irre. Denn diese werden lediglich ergänzend zu synthetischen Formulierungen eingesetzt, um einen Schutz sofort nach dem Auftragen zu gewährleisten.

Mineralischer UV-Schutz: Sofortwirkung ohne Risiko

Sonnenpflege, die als Naturkosmetik zertifiziert ist, bietet wirksamen Schutz ohne gesundheitliche Risiken. Dank mineralischer Filter wie Titandioxid und Zinkoxid ist sie sofort nach dem Auftragen wirksam: Die enthaltenen Mineralpigmente legen sich wie ein Schutzschild auf die Haut und reflektieren die UV-Strahlen wie ein Spiegel. Um den Weißel-Effekt beim Auftragen zu reduzieren, werden sie in modernen Produkten häufig geschickt mit weiteren Naturzutaten kombiniert: Silicium, Tonerde, Mica oder Sanddornöl sind die perfekten Begleiter für mineralische Filter. Somit überzeugt auch die Performance vieler naturkosmetischer Sonnencremes der neuesten Generation.

Auf die Größe kommt es an: Mikropartikel vs. Nanoteilchen

Neben dem Zufügen effektiver Begleitstoffe, werden in einigen Naturkosmetik-Produkten die Pigmente zu feinen Mikropartikeln vermahlen, was Konsistenz und sichtbare Rückstände ebenfalls optimiert. Feinste Nanopartikel hingegen sind kritisch. Anders als ihre Verwandten stehen die winzigen Teilchen nämlich nach wie vor unter Verdacht, durch die Haut in den Blutkreislauf zu gelangen.

Zum Thema Nanotechnologie in Kosmetik wurde bereits eine Vielzahl an Untersuchungen durchgeführt. Das Problem: Die meisten dieser Tests fanden unter Laborbedingungen statt und setzten eine absolut heile Haut voraus. Nach neuesten Erkenntnissen spielt der Hautzustand gemeinsam mit weiteren Einflussfaktoren jedoch eine entscheidende Rolle: Neben dem Grad der Strapazierung oder Verletzung ist vor allem die Größe der Nanopartikel maßgeblich. Am kritischsten sind Teilchen, die kleiner als zehn Nanometer sind. Darüber hinaus gelten Menge und Art der verwendeten Träger-Emulsion als entscheidend – denn sie kann regelrecht als Mittler wirken, die Nanopartikeln das Durchdringen der Hautbarriere erleichtert.

All diese Variablen und die Unsicherheit über das Wirken von Nanoteilchen auf und mit unserer Haut sollten Grund genug sein weiter darauf zu verzichten…

Ohne Unterschied: Cremen, Cremen, Cremen

Für welchen UV-Schutz man sich auch entscheidet: Um das Nachcremen kommt man weder mit synthetischen, noch mit natürlichen Filtern herum. Selbst als wasserfest ausgelobte Produkte sollten immer wieder aufgetragen werden. Außerdem gilt die individuelle Eigenschutzzeit in Kombination mit dem verwendeten Lichtschutzfaktor: Multipliziert man beides, erhält man die maximal mögliche Zeit für einen Aufenthalt in der Sonne ohne Sonnenbrand. Eine Eigenschutzzeit von 20 Minuten mal Lichtschutzfaktor 15 ergibt beispielsweise 300 Minuten mögliches Sonnenbad.

Leider wird der Zähler auch durch eisernes Nachcremen nicht auf null gesetzt: Alle an einem Tag erfolgten Aufenthalte in der Sonne sind immer komplett zu berücksichtigen. Weitere Fakten rund um das Thema UV-Strahlung, Hauttypen und natürlichen Sonnenschutz gibt’s hier.

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