Verwurzelt mit dem Leben: Bäume

Eine Welt ohne Bäume? Undenkbar! Zu verwurzelt sind sie nicht nur mit der Erde, sondern auch mit dem Leben selbst. Leider vergessen wir das häufig. Bäume prägen schließlich nicht nur unser Landschaftsbild – sie spielen auch eine wichtige Rolle für das Gleichgewicht der Natur, den menschlichen Fortschritt und sogar das Wohlbefinden der Seele.
Magazin Verzwurzelt mit dem Leben - Bäume Bild: pexels

„Nichts ist für mich mehr Abbild der Welt und des Lebens als der Baum. Vor ihm würde ich täglich nachdenken, vor ihm und über ihn….“ Christian Morgenstern

Bei Bäumen denkt man zuerst an Stadtverschönerung, Sparziergänge im Wald, bunte Blätter im Herbst und schattige Plätzchen im Sommer. Dabei können sie viel mehr als schön blühen und Schatten spenden: Bäume bieten Lebensraum für unzählige Tierarten. Sie mindern Lärm, filtern Staub und Bakterien aus der Luft und sind als wichtiger Lieferant von Früchten, Nüssen und Holz nicht aus unserem Alltag wegzudenken. Noch wichtiger: Bäume binden klimaschädliches CO2 und produzieren lebensnotwendigen Sauerstoff. Ein ausgewachsener Baum liefert etwa 10-20 Menschen pro Tag Luft zum Atmen! Beeindruckend? Auf jeden Fall – aber es geht noch weiter…

Religion und Wissenschaft

Ob biblischer Baum der Erkenntnis oder die Pappel-Feige, unter der Buddha Erleuchtung fand: In fast allen Religionen wird Bäumen ein hoher Stellenwert beigemessen. In unserer Kulturgeschichte sind die hölzernen Riesen sogar essentiell: Ohne die Entdeckung des „Feuertieres“, das durch Holz am Leben gehalten wurde, wäre letztlich keine Zivilisation, kein Fortschritt und keine Industrie möglich gewesen. Selbst Isaac Newton benötigte zur Erforschung der Schwerkraft einen Baum: Ein Apfel, der ihm beim Grübeln unter den schattigen Zweigen direkt auf den Kopf fiel, inspirierte ihn zu bahnbrechenden Erkenntnissen, die ihn unsterblich machten.

Kraft und Ruhe

Auch für das menschliche Wohlbefinden spielen Bäume eine bedeutende Rolle. Der Mensch spürt die Kraft der Bäume schon immer: Wer ihre Rinde berührt, kann diese heilsame Energie regelrecht fühlen. Ein Baum lässt sich nicht verbiegen, ist aufrecht und bodenständig, fest verwurzelt und stolz bis hinauf in seine Krone. Kaum eine andere Pflanze gibt uns ein solches Gefühl von Sicherheit und Ruhe.

Wachsen Bäume in der Nähe unserer Wohnung, befreit uns das von Aggression – das haben amerikanische Forscher herausgefunden. Patienten, die von ihrem Krankenzimmer aus auf Zweige und Blattwerk blicken, sollen sogar weniger Schmerzmittel benötigen. Kein Wunder, dass wir uns den grünen Wesen tief verbunden fühlen. Ein Waldspaziergang wirkt geradezu befreiend: Wenn wir unter Tannen wandeln und die frische Luft genießen, scheint ihre Stärke regelrecht in uns überzugehen und alle trüben Gedanken zu vertreiben.

Eine Schulter zum Anlehnen

Ein Picknick in einem Birkenhain, soll unsere Intuition erhöhen und sogar Depressionen mildern können. Buchen soll man suchen, wenn uns Nervosität oder Kopfschmerzen plagen. Die Kastanie verleiht uns Gelassenheit. Alte, knorrige Eichen verhelfen uns zu mehr Selbstbewusstsein und unter den wogenden Zweigen von Linden lösen sich seelische Blockaden und mildern (Liebes-)Kummer.

Im Laufe der Jahreszeiten und bei verschiedenen Wetterbedingungen scheinen Bäume auf ganz unterschiedliche Art mit uns zu sprechen: Mal säuseln, singen oder raunen sie mit Blätterrascheln im Wind. Mal erzählen sie uns Geschichten oder beantworten uns unsere Fragen. Ab und zu schweigen sie aber auch und sind einfach stille Zuhörer. Das beruhigt uns und baut uns auf.

Stark für Gesundheit und Schönheit

Was der Seele gut tut, hat oftmals auch einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit. Bäume werden deshalb auch in der Naturheilkunde geschätzt und sowohl in der Phyto- und Aromatherapie als auch in der Homöopathie eingesetzt. Ob Lindenblütentee gegen Erkältungen oder schmerzlindernde Acetylsalicylsäure aus Weidenrinde: Bäume enthalten jede Menge wertvolle Substanzen, die allerlei Krankheiten lindern. Und auch für die Schönheit haben Bäume einiges zu bieten, was klassischen Kräutern Konkurrenz macht. Ein Beispiel hierfür ist die Birke, über deren Beautypotential Ihr hier alles Wichtige erfahrt. Ein zweites Beispiel ist die Korkeiche: Die Rindenschicht der seit circa 60 Millionen Jahren existierenden Bäume tut nicht nur Füßen gut – der Korkeichenextrakt aus der Rinde älterer Korkeichen soll auch eine hautstraffende Wirkung haben.

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