Avocado – Grüne Pflegebombe

Avocados – wer denkt dabei nicht direkt an feurige Guacamole oder auch nur einen lecker cremigen Brotaufstrich? Zwar ist der enorme Fettgehalt unter Figurbewussten oft ein Reizthema – doch in der grünen Beerenfrucht stecken hauptsächlich wertvolle ungesättigten Fettsäuren. Und nicht nur die machen sie auch für die Naturkosmetik interessant …
Magazin: Avocado - Grüne Pflegebombe Bild: pexels

Mit rund 400 Kalorien und bis zu 30% Fett schlägt eine mittelgroße Avocado zu Buche. Damit weist die sogenannte „Butterfrucht“, die ursprünglich aus Mittelamerika stammt, den höchsten Fettgehalt aller Obst- und Gemüsesorten auf. Das macht sie aber noch lange nicht ungesund! Denn die Avocado enthält jede Menge wertvolle ungesättigte Fettsäuren, die viel leichter verdaulich sind als gesättigte Fettsäuren tierischen Ursprungs und zudem keine negativen Auswirkungen auf unseren Cholesterinspiegel haben.

Der hohe Fettanteil macht die Avocado auch zu einem ultimativen Feuchtigkeitsspender für trockene Haut. Das milde Öl ist dem Hautfett in seiner Zusammensetzung sehr ähnlich, es bindet nachhaltig Feuchtigkeit, stärkt die Zellfunktion, macht unsere Haut  widerstandsfähiger gegen Umweltgifte und verfeinert das Hautbild. Deshalb findet man Avocadoöl im Naturkosmetikbereich zunehmend in Hautcremes, Seifen oder Haarpflegeprodukten – und auch als pures Öl. Sein hoher Anteil an Palmitoleinsäure macht Avocadoöl besonders gut verträglich, außerdem ist es ein erstklassiger Transporteur von weiteren Inhaltsstoffen. Die Autorin Heike Käser empfiehlt es daher in ihrem Standardwerk „Naturkosmetische Rohstoffe“ besonders zur Pflege sensibler und geschädigter Haut, und viele Naturkosmetikhersteller peppen auch ihre Pflege für trockene, anspruchsvolle Haut mit Avocadoöl auf. Sogar als hochwertiges Massageöl macht das reine Öl eine gute Figur.

Mehr als fett

Der hohe Fettanteil ist noch längst nicht alles, was die botanisch zu den Beeren gehörende Frucht zu einem so hochwertigen Inhaltsstoff macht. In Avocados stecken nämlich eine Vielzahl an wertvollen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen: Die Vitamine A, B, C und E wirken antioxidativ, entzündungshemmend, regenerierend und schenken ein gesundes, frisches Hautbild. Calcium sorgt für gesunde Knochen, aber auch für eine funktionierende Collagenproduktion. Magnesium ist wichtig für Stoffwechselvorgänge, die Hormonproduktion und Enzymabläufe – es wirkt Krämpfen entgegen, mildert aber auch kleinere Hautfältchen. Kalium reguliert den Feuchtigkeitsgehalt und hilft, den Alterungsprozess der Haut zu mindern. Eisen lässt die Haut frisch und gesund erscheinen. Zudem enthält die Avocado Salicylsäure, eines der wirksamsten natürlichen Schmerzmittel. Neurodermitis-Geplagten werden Avocados ebenfalls oft empfohlen, sowohl das Öl in Cremes oder Lotionen, als auch das Fruchtfleisch auf dem Speisezettel. Und zu guter Letzt machen Avocados auch einfach gute Laune: Das enthaltene Leucin und Isoleucin unterstützt die Produktion des Stimmungsaufhellers Serotonin.

Kein Wunder also, dass schon die ersten Hinweise auf die grüne Wunderfrucht aus der Zeit um 7000 vor Christus vielfältige Einsatzbereiche aufzeigten: Die Azteken kultivierten die Avocado nicht nur, sie aßen die Früchte und setzten ihr Mus zur Wundheilung, gegen Magen- und Darmbeschwerden sowie bei der Haut- und Haarpflege ein. Selbst auf die aphrodisierende Wirkung der Avocado haben die Azteken geschworen…

Avocados sind in Deutschland mittlerweile ganzjährig gut erhältlich, warum also nicht mal die eigene Avocado-Pflege mischen? Wir hätten da zwei Vorschläge:

Avocado-Maske für samtweiche Haut

Das Fleisch einer halben Avocado zerdrücken und mit etwas Zitronensaft, einem Teelöffel Honig und einem Esslöffel Quark vermischen. Auf dem gereinigten Gesicht verteilen, 15 Minuten einwirken lassen und dann mit lauwarmem Wasser abspülen. Für ein angenehm zartes Hautgefühl!

Avocado Packung für glänzendes Haar

Das Fruchtfleisch einer Avocado zerdrücken und pur ins Haar einmassieren. Mit einer Folie abdecken, Handtuch darumwickeln und eine Stunde einwirken lassen. Danach gut ausspülen und die Haare waschen.

Wer nicht in die Eigenproduktion in Sachen Pflege einsteigen will, für den haben wir folgende Empfehlungen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.