Licht und Schatten

Lichterketten hin oder her: Kaum etwas bringt so viel Glanz in die Vorweihnachtszeit wie der warme Schein einer Kerze. Doch wo Licht ist, gibt’s auch Schatten: Paraffin schädigt das Klima, Palmöl den Regenwald, Blei und künstliche Duftstoffe können krank machen. Wir haben einige erhellende Fakten zusammengetragen.

Das Wesentliche einer Kerze ist nicht das Wachs, das seine Spuren hinterlässt, sondern ihr Licht“, hat der Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry einmal geschrieben. Und damit hat er zweifellos Recht, denn was wäre Weihnachten ohne Kerzenschein? Ein flackernder Leuchter auf dem Tisch verwandelt das einfachste Essen in ein romantisches Dinner, und wer abends zuhause ein Licht anzündet, fühlt sich sofort heimelig und geborgen. Aber: Damit unser besinnliches Glück nicht zum Bumerang für die Umwelt wird, sollte man sich Gedanken über die Zutaten machen. Woraus bestehen Kerzen eigentlich genau? Und worauf sollte man achten?

Im Kreuzfeuer der Kritik: Paraffin, Stearin und Palmöl

Schätzungsweise 90 Prozent aller in Europa verwendeten Kerzen bestehen aus Paraffin. Und das aus gutem Grund: Kein Wachs-Rohstoff ist so günstig und kann in derartig großen Mengen produziert werden wie dieser Erdöl-Abkömmling. Allerdings mit Folgen fürs Klima, denn sowohl bei der Herstellung als auch beim Abbrennen von Paraffinkerzen entsteht Kohlendioxid. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Stearin erfunden, das hauptsächlich aus Palmöl oder Kokosfett und zusätzlich etwa 20 Prozent Rindertalg hergestellt wird. Dieses edel schimmernde Wachs brennt länger, rußt weniger und tropft nicht. Dass es sich um natürliche Ausgangsstoffe handelt, die kein CO2 freisetzen, ist schon mal ein echter Pluspunkt – allerdings nur, wenn es sich um fair gehandeltes Palmöl handelt. Leider wird aber manchmal noch Paraffin beigemischt, um Geld zu sparen. Kerzen aus reinem Palmöl gibt es auch, doch für dessen Anbau werden in Malaysia, Indonesien, Papua Neuguinea, Kamerun oder Kolumbien meist riesige Regenwaldflächen abgebrannt und durch Palmöl-Monokulturen ersetzt. Ein echtes Problem, denn der Regenwald ist die grüne Lunge unserer Erde. Rund 30 Prozent unseres Sauerstoffs werden allein durch ihn geliefert. Tiere wie der Orang-Utan verlieren durch seine Vernichtung ihren Lebensraum und die Bauern vor Ort werden ausgebeutet. Doch das ist leider längst noch nicht alles, was es zu bedenken gibt. Es gibt auch gesundheitliche Gefahren.

Achtung: Blei, Nickel und künstliche Dufstoffe
Ein spritziger Hauch von Orange, betörendes Ylang-Ylang-Aroma, beruhigende Vanille: Eine Kerze, die uns nicht nur durch ihren milden Schein, sondern gleichzeitig mit feinem Parfüm verwöhnt, ist für viele der Inbegriff von Wellness. Synthetische Duftstoffe verträgt allerdings nicht jeder. Einige von ihnen können Allergien hervorrufen, zu Kopfschmerzen, tränenden Augen oder Übelkeit führen. In Farbpigmenten, Lacken und konventionellen Dochten kann sich zudem manchmal Blei befinden, das für mehr Stabilität und Brillanz sorgen soll. Auch Nickel ist in herkömmlichen Kerzen nicht selten. Beide Schadstoffe stehen im Verdacht, Nervenschäden, Krebs und Hautirritationen hervorzurufen. Stellt sich die Frage, warum bis heute keine allgemeinen Sicherheitsbestimmungen für Kerzen definiert worden sind…

Feuer und Flamme für die Natur
Wer nicht auf gesetzliche Regelungen warten und obendrein das Klima schützen möchte, findet mittlerweile eine reiche Auswahl an ökologisch korrekten Lichtern. Statt Paraffin oder Stearin enthalten sie vor allem Raps-, Kokos-, Bienen- oder Sojawachs, die so hochwertig sind, dass man daraus auch hautpflegende Massagekerzen herstellen kann. Dochte bestehen aus unbehandelter Baumwolle, gefärbt wird mit Pflanzenfarben. Ätherische Öle betören die Sinne, rufen aber viel seltener Allergien hervor. Auch an eine umweltfreundliche Verpackung wird gedacht: Teelichter gibt es zum Beispiel in wieder verwendbaren Glashüllen, so dass auf Aluminiumbehälter verzichtet werden kann, Umkartons bestehen oft aus Recycling-Pappe. So wird aus Ihrem Kerzen-Genuss das reinste Freudenfeuer!

Leuchtende BeispieleDie besten Bio-Kerzen für Klima und Seele

Natur-Duftkerze Incredible India von Farfalla aus Sojawachs und ätherischem Zimt-, Muskat- und Ingweröl in Glashülle und Recycling-Umkarton 
Aamumaa Bienenwachs-Sojakerze mit der Fährte des Braunbär Jungtieres
Ökokerze mit Holzdocht von Entia aus Rapswachs in Glashülle
Bio Massagekerze Mandel Natura von Stuwa mit Kokosöl, Aloe vera, Sojaöl, Bienenwachs, Mandelöl und Vanille, mit BDIH-Siegel
Bio-Duftkerze Entspannung von Grüne Erde aus europäischem Rapswachs und ätherischem Lavendel-, Melissen- und Majoranöl im Recyclingglas
Bienenwachsteelichter von Waschbär, ohne Hülle und weitere Zusätze
Bio Kerze Naturella Wild Flowers von Munio Candela aus Sojawachs mit eingearbeiteten getrockneten Blüten und dekorativen Gewürzen

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