Keine Schönfärberei: Chemische Haarfarben

Im Herbst haben Haarfarben Hochsaison: Wenn die Blätter wieder in rot-goldenen Nuancen erstrahlen, greifen viele Frauen zur Coloration. Von chemischen Farbwundern sollte man dabei jedoch lieber die Finger lassen.
Keine Schönfärberei, Foto: PIXABAY

Betrachtet man die Funktionsweise chemischer Haarfarben genauer, wird schnell klar, dass es viele Gründe gibt auf diese Mixturen zu verzichten:

Wie kommt die Farbe eigentlich aufs Haar – oder besser gesagt hinein?

Bei der Verwendung von konventionellen Haarfarben wird zunächst die Schuppenschicht des Haares, zum Beispiel mit Hilfe von Ammoniak oder p-Phenylendiamin, aufgebrochen. Über die entstehenden Löcher gelangen Farbvorstufen wie p-Aminophenol und Aufheller wie Wasserstoffperoxid oder Hydrochinon ins Haarinnere. Dort angelangt, zerstören sie die natürlichen Pigmente und ersetzen sie mit künstlichen Farbpartikeln. Für eine schöne Nuancierung werden Kuppler wie das risikobehaftete Resorcin eingesetzt, die verschiedene Farbbestandteile miteinander verbinden.

Warum sind chemische Haarfarben so lange haltbar?

Die lange Haltbarkeit ergibt sich aus der Einlagerung der synthetischen Pigmente im Haarinneren. Zur Versiegelung dient Silikon, das sich als Film um den Haarschaft legt und vor dem Auswaschen schützt.

Warum sind Schäden am Haar so spät sichtbar?

Wiederholt man chemische Colorationen öfter, wird das Haar bei dieser Prozedur zweifellos glanzlos und brüchig. Doch auch hier „hilft“ wieder Silikon und täuscht einen gesunden Schimmer an der Haaroberfläche vor, während die Struktur immer schwächer wird.

Was steckt sonst noch drin?

Darüber hinaus stehen die synthetischen Farbstoffe in Verdacht, Allergien zu begünstigen und sogar krebserregend zu sein. Damit statt beißender Ammoniak-Luft beim Färben dezenter Duft entsteht, wird mit künstlichen Parfümstoffen nachgeholfen. Auch Konservierungsmittel, die die Haut reizen können, sind in konventionellen Produkten an der Tagesordnung.

Natürliche Alternativen

Statt mit Chemie tönen Pflanzenfarben mit pflanzlichen Pigmenten, die sich wie ein Mantel um jedes einzelne Haar legen. Die Haarstruktur wird dabei nicht angegriffen, der Naturton schimmert leicht durch. Der Farbfilm macht das Haar sogar ein wenig dicker und sorgt so für mehr Fülle. Den Job des Silikons übernimmt Jojobaöl: Es bildet einen feinen Schonbezug, der den neuen Pflanzenfarbton vor dem Auswaschen schützt. Einziges Manko: Extreme Farbwechsel oder Blondierungen sind auf natürliche Art nicht möglich, aber dafür bleiben problematische Zutaten zu 100 Prozent draußen. Deshalb sind Pflanzenhaarfarben sogar für Jugendliche unter 16 Jahren erlaubt und können bedenkenlos während der Schwangerschaft angewendet werden.

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3 Gedanken zu „Keine Schönfärberei: Chemische Haarfarben“

  1. Hallo, mir ist schon lange bekannt, wie schädlich chem. Haarfarben sind, sie schädigen ja nicht nur das Haar sondern auch die Kopfhaut usw. Meine Haare pflege ich allerdings sehr gut, sodass sie trotzdem sehr schön aussehen. Aber, dass es insgesamt eine chem. Keule ist stört mich auch sehr. Was habe ich im Laufe der Zeit schon für verschiedene Pflanzenfarben ausprobiert – aber sie färben keine grauen Haare ! Ich finde es sehr gut, dass es für Jugendliche und Schwangere diese Alternative gibt. Aber ich warte auf eine Innovation, dass Pflanzenhaarfarben auch graue Haare richtig gut abdecken 🙁

  2. Hallo, jetzt schreibe ich hier nochmal einen Beitrag:
    Wer nicht mit grauen Haaren rumlaufen möchte, kommt aber leider an chem. Haarfarben nicht vorbei. Es gibt k e i n e Pflanzenhaarfarbe, die auch nur einen Bruchteil abdeckt! Habe schon mit Henna rot vorgefärbt un danach dunkelbraun oder schwarz, es nimmt nicht an und die angerührte Masse lässt sich nicht richtig ausspülen, obwohl ich gefühlte Stunde gespült habe. Die Kopfhaut juckt danach wie verrückt und das nach Stunden Wartezeit unter einer unbequemen Folienhaube und Handtuch. Ich verstehe nicht, dass es hier immer noch keinen Fortschritt gibt. Es ist nur was für normale Haare und da muss ich ja nicht unbedingt färben. Da reicht eine Tönung ohne Ammoniak. Ich habe für diese Experimente mit Pflanzenhaarfarben schon sehr viel Geld in den Sand gesetzt, abgesehen von dem verschwendeten Wasser, Strom, Zeit und Ärger über die 0 Ergebnisse! :-((

    1. Liebe Kristina,

      danke für deinen Kommentar und das Teilen deiner Erfahrungen. Schade, dass dich Pflanzenhaarfarben bisher nicht überzeugen konnten – verständlich bei all deinen Bemühungen. Es ist nunmal so, dass Pflanzenhaarfarben nur in die äußere Schuppenschicht des Haares eindringen und sich um jedes Haar legen wie ein Film. Das Ergebnis entsteht als Zusammenspiel zwischen Naturton, Haarstruktur und der gefärbten Nuance. Graue Haare sind und bleiben da eine Herausforderung. Logona empfiehlt beispielsweise eine Mehrfachfärbung für eine nachhaltigere Grauhaarabdeckung: Die Farbe kann im Abstand von einem Tag einfach nochmals aufgetragen werden, wodurch die Färbung naturgemäß intensiviert wird. Außerdem kann die Farbintensität von Pflanzenhaarfarben durch Zugabe von Essig gesteigert werden. Hier ist leider etwas experimentieren gefragt, oder ein Besuch beim Naturfriseur…
      Komfortabler sind chemische Colorationen in den meisten Fällen sicher, bringen aber auch jede Menge Risiken mit, bei denen man lieber abwägen sollte, ob der Mut zur grauen Haarpracht nicht die bessere Wahl wäre.
      Tönungen ohne Ammoniak sind aus unserer Sicht für nicht-ergrautes Haar ebenso wenig eine Alternative – denn sie bestehen trotzdem aus jeder Menge chemischer Substanzen. Der feine Lasur-Effekt pflanzlicher Haarfarben, der ohne „hart“ heraus wachsende Ansätze auskommt, wäre hierfür sicher eine gute Wahl, insbesondere um den Naturton zu intensivieren.
      Dein naturalbeauty.de-Team

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