Hyaluron: Ein Wirkstoff, viele Gesichter

Nichts geht ohne: Anti-Aging ohne Hyaluronsäure scheint trotz der heutigen Wirkstoffvielfalt unmöglich. Pure Feuchtigkeit bis in die Tiefe und ein straffer, strahlender Teint sind eben schwer zu toppen. Doch Hyaluron ist nicht gleich Hyaluron und auch sonst gibt es ein paar Dinge zu beachten.
Magazin Hyaluron: Ein Wirkstoff, viele Gesichter Bild: pixabay

Fast jede(r) hat sie schon einmal ausprobiert: Hyaluronsäure ist und bleibt der Anti-Aging-Wirkstoff Nummer eins, der in der konventionellen Kosmetik ebenso gern eingesetzt wird, wie in Bio-Beauty. Der Straffmacher blickt zudem auf eine lange Geschichte zurück. Und er zeigt sich besonders vielfältig.

Straffungs-Effekt versus Spannungsgefühl

Während einige Produkte mit Hyaluron die Haut spürbar durchfeuchten und sogar mit sofortigen Straffungs-Effekten punkten können, bewirken andere beinahe zu viel des Guten: Die Haut spannt unangenehm und man wird das Gefühl nicht los, dass irgendetwas fehlt. Wie kommt das? Wir haben Susanne Gans, Leiterin des Labors bei Speick Naturkosmetik gefragt:

„Hyaluronsäure spendet abhängig von der Molekülgröße Feuchtigkeit und kleinste Moleküle können die Zellaktivität anregen. Problem bei den meisten Gels ist, dass nur feuchtpflegende Komponenten eingesetzt werden. Zur Reparatur der Hautbarriere und für ein entspanntes Hautgefühl benötigt man aber auch hautverwandte Lipide. Stellt man sich die Hautbarriere als Backsteinmauer vor, so sind die Steine die Zellen, die viel Feuchtigkeit benötigen, was die Hyaluronsäure auch mit übernimmt. Der „Mörtel“ dazwischen sind die Haut-Lipide, welche die einzelnen Zellen miteinander verbinden und die Mauer, und somit die Hautbarriere, dicht machen.“

Lösen lässt sich das Spannungsproblem laut Susanne Gans also einfach: „Wir haben in unserem Hyaluronsäure-Serum auch Vitamin F (hautverwandte Fettsäuren) eingesetzt um die Hydro-Lipidbalance ins Gleichgewicht zu bringen, was wiederum vor Spannungsgefühlen schützt. Wer noch mehr Lipide für seine optimale Barrierefunktion braucht, sollte zusätzlich eine Creme verwenden.“

Teamwork: Das Geheimnis guter Rezepturen

Auch wenn Hyaluronsäure vieles kann, ist sie in Kombination noch besser. Ein Blick auf die zusätzlichen Inhaltsstoffe unserer Anti-Aging-Pflege lohnt sich auf jeden Fall. Neben verschiedenen Pflanzenextrakten, -ölen und Aloe Vera werden immer neue Kombinationen angeboten. Speick setzt in seinem Serum auf Ectoin, ein Aminosäurederivat, das durch Bio Fermentation hergestellt wird. „Es handelt sich um ein natürliches Schutzmolekül das nachweislich Langzeit-Feuchtigkeit spendet und den Transepidermalen Wasserverlust der Haut mindert, die Faltentiefe vermindert, den Selbstschutz und die Reparatur der Hautbarriere unterstützt. Ectoin hat sich außerdem gut bewährt bei geröteter, sonnengeschädigter und rauer Haut. Es sorgt für mehr Elastizität und Geschmeidigkeit“, so Susanne Gans.

Der feine Unterschied

Auch die Hyaluronsäure selbst kann das Hautgefühl beeinflussen und ganz unterschiedlich wirken. Man unterscheidet deshalb verschiedene Spektren anhand ihrer Moleküle:

Hochmolekulare Hyaluronsäure wirkt feuchtpflegend in der Haut auf Grund seiner extrem guten Wasserspeicherfähigkeit. Sie verhindert auch den Wasserverlust an der Hautoberfläche, mildert Fältchen und erzeugt ein weiches, glattes Gefühl – vorübergehend. Viele Produkte setzen ausschließlich diese Form von Hyaluron ein und werben mit Sofort-Effekten, die jedoch nach kurzer Zeit wieder verschwinden.

Die gelartige niedermolekulare Hyaluronsäure hingegen kann besser in die Haut eindringen und das Zellwachstum unterstützen. Sie sorgt quasi für „Tiefen-Hydration“ und ein nachhaltiges Ergebnis.

Aber kann man als Laie auf der Verpackung erkennen, welches Hyaluronsäurespektrum eingesetzt wird? „Leider nicht, da es unabhängig von den Molekülgrößen nur eine INCI für Hyaluronsäure gibt“, weiß Susanne Gans.

Das gilt übrigens allgemein für Sodium Hyaluronate oder Hyaluronic Acid, wie die Hyaluronsäure in der INCI-Liste benannt wird – man kann daraus keine näheren Informationen ermitteln. Ob ihr Ursprung pflanzlich (und nicht etwa tierisch ist), lässt sich mit hundertprozentiger Sicherheit nur dann sagen, wenn es sich beim Produkt um zertifizierte Naturkosmetik handelt. Denn für Bio-Beauty wird der Feuchtigkeitsbooster mit Hilfe von Mikroorganismen aus Getreide, Pilzen oder anderen Pflanzen gewonnen: „Hyaluronsäure ist ein Polysaccarid und wird bei uns aus GMO freiem Mais hergestellt. In diesem Verfahren werden Proteine aus Hefe fermentiert (enzymatische Umwandlung). Diese Fermentation findet auf bakteriellem Wege statt. Anschließend wird über mehrfaches Filtern gereinigt. Man erhält so hochreine Hyaluronsäure“, verrät Susanne Gans das Geheimnis des neuen Speick Thermal Sensitiv Hyaluron-Serums.

Ein komplexes Thema, dieser Wirkstoff. Hyaluronsäure wird in immer neuen Kombinationen auch in Zukunft eine große Rolle in der Kosmetik spielen.

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