Kokosöl als Schönmacher

Südsee-Schönheit aus dem Tiegel: Der Hype ums feine Fett aus der Kokosnuss wird immer größer. Wir verraten, was dran und was drin ist – und wie man das exotische Multitalent ins eigene Beauty-Programm für Haut und Haar einbauen kann.
Kokosöl, Foto: PIXABAY

Es ist noch gar nicht so lange her, dass wir Kokosnuss-Erzeugnisse vor allem mit Essbarem in Verbindung gebracht haben. Ist auch nicht verkehrt, denn schließlich schätzt man den Nährstoffreichtum der Palmfrucht in den Tropen schon seit Tausenden von Jahren. Fett, Eiweiß und Vitamine bieten dem Körper eine Komplettversorgung im Alleingang.

Innere Werte

Kritiker heben die stattlichen 9 kcal pro Gramm hervor und die Tatsache, dass das Öl hauptsächlich aus gesättigten Fettsäuren besteht, denen unerwünschte gesundheitliche Nebenwirkungen nachgesagt werden. Begeisterte und Befürworter bezeichnen Kokosöl dagegen als Stoffwechsel-Ankurbler, Diät-Förderer und schreiben ihm darüber hinaus positive Auswirkung auf die Herzgesundheit zu. Selbst bei neurodegenerativen Krankheiten wie Demenz wurden vor wenigen Jahren positive Resultate gemeldet. Beides sollte allerdings mit Vorsicht betrachtet werden, da (noch) keine exakten Studien vorliegen. Sicher ist, dass sich das besonders hitzestabile Erzeugnis aus dem weißen Fruchtfleisch der Kokosnuss hervorragend zum Anbraten eignet und uns mit Eiweiß, Mineralstoffen wie Magnesium und Calcium, den Spurenelementen Eisen und Zink sowie B-Vitaminen und Vitamin E versorgt. Und was die Kalorien betrifft, gilt letztlich das Gleiche wie immer: Einfach nicht mehr zu sich nehmen, als man verbraucht und auf die Qualität achten.

Shoppingtipp

Apropos Qualität: Wer Kokosöl einkauft und sich wirklich etwas Gutes tun will, sollte unbedingt „jungfräuliches“, so genanntes „Virgin Coconut Oil“ wählen – am besten aus biologischem Anbau. Denn das wird nicht, wie manch billiges Produkt in Supermarktregalen, aus schon getrocknetem Kokosnussfleisch gewonnen und teilweise nachgehärtet, sondern aus frischen Kokosraspeln, die schonend kaltgepresst werden. Nur so bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten.

Wenn’s schön macht…

Bei der äußerlichen Anwendung des Kokosöls muss man sich um Kalorien & Co. zum Glück keine Gedanken machen und kann entspannt seine erstaunlichen Beauty-Talente genießen. Die basieren vor allem darauf, dass das Öl besonders schnell in die Haut einzieht und sich dort länger halten kann als z.B. wasserreiche Cremes. So spendet es Feuchtigkeit, pflegt mit seinem hohen Anteil an Fettsäuren und Vitaminen und  sorgt für eine glattere, weichere Oberfläche. Seine Fähigkeiten bei Schaumentwickelung und Reinigung haben außerdem dazu geführt, dass Kokostenside gern und oft in naturkosmetischen Shampoos, Duschgels etc. eingesetzt werden.

Und so passt Kokosöl ins Schönheitsprogramm:

Fürs Gesicht

Wie schon gesagt: Kokosöl zieht fix ein. Also keine Angst vor einem Film auf der Haut. Raue und trockene Haut wird so weich gepflegt. Aber auch fettige Hauttypen können von der reichhaltigen Feuchtigkeitszufuhr profitieren und selbst Aknegeplagten empfehlen manche das Auftragen des Öls vor dem Schlafengehen. Aufgrund antibakterieller Eigenschaft soll so eine Linderung der Probleme erzielt werden.

Für die Haare

Auch das Haar profitiert vom Kokos-Effekt. Zum Beispiel, indem man eine kleine Menge Kokosöl eine halbe Stunde vor dem Haare waschen in strapazierte Spitzen einarbeitet. Für glänzendes Haar können ein bis zwei Esslöffel Öl auch in die komplette Mähne einmassiert werden. Eingewickelt in ein Handtuch für 1-2 Stunden oder sogar über Nacht, können die Pflegekräfte im Haar effektiv wirken. Danach gründlich shampoonieren – wenn nötig auch zwei Mal. Zuletzt noch ein Tipp fürs schimmernde Frisuren-Finish: Eine kleine Menge in den Handflächen verreiben und damit über die Haare streichen.

Als Makeup-Entferner

Den Tipp hat erst kürzlich Supermodel Karolina Kurkova dem Magazin Elle verraten: Um Augen-Make-up zu entfernen, einfach ein bisschen Kokosöl auf ein Wattepad geben (falls es fest ist, vorher in der Hand schmelzen) und dann sanft über die – natürlich geschlossenen – Augen streichen.

Für den Körper

Das Öl, das bei Raumtemperatur eine cremige Konsistenz hat und auf der Haut schmilzt, kann pur statt Bodylotion verwendet werden. Einfach mal nach Bad oder Dusche testen und das Südseefeeling genießen. Danach riecht man übrigens nicht stundenlang nach Kokosplätzchen – der feine Duft verfliegt relativ schnell.

Als Body-Peeling

Eine halbe Tasse Kokosöl mit grobem Meersalz mixen – ganz nach Gusto noch ein bisschen Mandelöl und/oder ein bis zwei Tropfen eines ätherischen Öls (z.B. Lavendel) dazugeben. Unter der Dusche das Peeling mit kreisenden Bewegungen auf dem Körper (nicht im Gesicht, wegen des Salzes) verteilen und anschließend lauwarm abspülen.

Nach der Sonne

Weil Kokosöl nicht nur pflegt und verlorene Feuchtigkeit zurückgibt, sondern auf der Haut auch einen leicht kühlenden Effekt erzielt, ist es ebenfalls bestens als After-Sun-Produkt geeignet.

Für die Seele

Schöner Nebeneffekt: Im Kokosduft erschnuppern wir Sommer pur – weißer Sandstrand unter Palmen und türkisblaues Meer inklusive. Das sorgt für gute Laune und ein strahlendes Lächeln, und das wiederum ist ohnehin das schönste „Accessoire“ natürlicher Schönheit…

Ein letzter Tipp zum Schluss: Kokosöl sollte am besten an einem kühlen und dunklen Platz aufbewahrt werden. So ist es etwa zwei Jahre haltbar.

Ein Gedanke zu „Kokosöl als Schönmacher“

  1. Hallo!
    Vielen Dank für den tollen Beitrag.
    Mit Kokosöl kann man wirklich fast nichts falsch machen. Auch für mich ist es das Wundermittel schlechthin, allerdings würde ich fettigen Hauttypen von Kokosöl zur Gesichtspflege abraten, da es komedogen ist und somit die Poren verstopft und Pickelchen fördert.

    Liebe Grüße
    Kim

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