Grünes Gold: Olivenöl

Schon die alten Griechen wussten, dass Olivenöl weit mehr kann, als nur für kulinarische Genüsse zu sorgen. Die reichhaltige Essenz galt bereits in der Antike als wichtiger Bestandteil der täglichen Körper- und Schönheitspflege. In der Neuzeit geriet das Öl der mediterranen Frucht ein wenig in Vergessenheit und war lange Zeit sogar als billiger Rohstoff verpönt – zu Unrecht. Denn das grüne Gold besitzt sehr viele Talente.
Grünes Gold: Olivenöl, Foto: PIXABAY

Der Ölbaum Olea europea ist seit rund 7.000 Jahren bekannt und gehört damit ganz unbestritten zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Sein Öl wird im Mittelmeerraum schon über 4.000 Jahre lang als Gesundheitselixier geschätzt. Olivenöl war Grundlage zur Herstellung von Salben und Balsamen, man stillte blutende Wunden damit, linderte Juckreiz, und trug es bei Brandwunden und rissiger Haut auf. Hildegard von Bingen empfahl es später zur Behandlung von Kopf- und Lendenschmerzen sowie gegen Verkrampfungen – vor der innerlichen Anwendung jedoch warnte sie. Vermutlich dauerte die Reise des Öls zu jener Zeit noch zu lang, um seine Qualität zu erhalten.

Heute weiß man es besser: Hochwertiges Olivenöl ist aufgrund seiner Zusammensetzung besonders leicht emulgierbar und dadurch auch in der menschlichen Verdauung leicht aufzuspalten.

Trockenzeit ade!

Auch unsere Haut tut sich leicht damit, das grüne Gold zu verwerten: Ein natives, kaltgepresstes Olivenöl besteht hauptsächlich aus einfach ungesättigten Fettsäuren. Es ähnelt in seiner Zusammensetzung dem menschlichen Unterhautfettgewebe und wird dadurch besonders leicht von den Zellen aufgenommen. Vor allem die ebenfalls enthaltene essentielle Fettsäure, Linolsäure, ist wichtig für den Aufbau der natürlichen Schutzbarriere, die unsere Haut vor dem Austrocknen schützt. Kein Wunder, dass Olivenöl besonders in Produkten für trockene Haut gerne eingesetzt wird. Auch strapaziertes Haar mit Spliss und trockenen Spitzen freut sich über eine Kur mit purem Olivenöl.

Hinzu kommen hervorragende antioxidative Eigenschaften: Die enthaltenen Polyphenole wehren wirksam freie Radikale ab und bilden so ein Schutzschild gegen negative äußere Einflüsse. Vitamin E sorgt für Elastizität und Belastbarkeit. Damit wird deutlich: Nicht unbedingt das teuerste kosmetische Öl ist nötig, um den Ansprüchen unserer Haut Genüge zu tun! Genau wie in der Küche gilt jedoch auch für die Kosmetik: Nur beim Einsatz von hochwertigem, kaltgepressten und nicht-raffiniertem Olivenöl – am besten in Bio-Qualität –  kommen seine positiven Eigenschaften voll zum Zug. 

Do it yourself Kur mit Olivenöl

Wer Olivenöl gern in der Küche verwendet, kann seiner Kreativität freien Lauf lassen und zur Abwechslung auch mal Haut und Haar mit Do-it-yourself Rezepten verwöhnen.
Ein wenig grobes Meersalz oder Zucker vermischt mit dem Öl ergibt ein hervorragendes Peeling. Oder: Die Haare vor dem Waschen mit Olivenöl pflegen. Dazu vor allem die Spitzen großzügig einhüllen, unterm Handtuch einwirken lassen, danach shampoonieren und ausspülen – so pflegen auch Südeuropäer ihre trockenen Mähnen. Für besonders zarte Haut sorgt Olivenöl als Badezusatz: eine Tasse Öl zusammen mit 2-3 Litern Milch ins warme Badewasser geben und einfach genießen…

Wer nicht selbst mischen möchte, findet zahlreiche Naturkosmetikprodukte mit Olivenöl.

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