Gesichtsöle: Die pure Power

Im Sommer verwöhnen wir uns vor allem mit Feuchtigkeit. Doch das ist im Herbst oft zu wenig. Da kommt uns ein neuer Trend gerade recht: Immer mehr Kosmetik-Hersteller haben Gesichtsöle im Sortiment, und zwar für jeden Hauttyp. In der Bio-Beauty-Branche haben sie schon länger Tradition. Welches Produkt ist für wen am besten geeignet?
Magazin: Gesichtsöle - Die pure Power

Euer Gesicht in Öl? Könnt Ihr haben, auch ohne Euch von einem Maler porträtieren zu lassen. Neben Cremes, Seren und Masken bieten viele Bio-Beauty-Firmen neuerdings Öle speziell für diese Hautregion an. Menschen mit sehr trockener oder reifer Haut freuen sich darüber, aber wer erst vor kurzem auf Naturkosmetik umgestiegen ist, reagiert häufig verunsichert: Sind die nicht viel zu fettig? Schließlich will man weder speckigen Glanz noch Pickel riskieren. Doch diese Sorge ist fast immer unbegründet. Im Gegensatz zu Körperölen, die auch für Massagen gedacht sind und daher einen rutschigen Film auf der Haut bilden sollen, enthalten solche fürs Gesicht vor allem Wirkstofföle in Kombination mit trockenen Ölen. Schon allein deswegen, damit sie nicht ins Auge kriechen und die Bindehaut reizen. Da diese Öle einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren haben, fühlen sie sich angenehm leicht an, ziehen im Rekordtempo ein und schimmern nur matt. Doch das sind noch längst nicht alle Vorteile, die Gesichtsöle in petto haben. Wir verraten, wie Ihr von den edlen Tropfen profitieren können und das passende Produkt findet.

Ob trocken, empfindlich oder fettig: Pluspunkte für jeden Hauttyp

Anders als für Cremes, in denen Fett und Feuchtigkeit verbunden werden müssen, braucht man für Öle weder Konservierungsstoffe noch Emulgatoren. Dadurch verträgt auch sensibler Teint sie bestens. Hinzu kommt, dass Pflanzenfette von Natur aus eine geballte Ladung an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen enthalten, die konventionellen Produkten mit Silikon oder Paraffin nachträglich zugesetzt werden müssen. Sie verbinden sich mit dem Hautfett, schützen vor Feuchtigkeitsverlust, regen die Durchblutung an und schleusen wertvolle Wirkstoffe in die Hornschicht, ohne dass man die Zutaten aufwändig bearbeiten muss. Eingelegte Kräuter – wie z. B. Calendula – geben ihre fettlöslichen Inhaltsstoffe quasi von selbst ab. Insofern entsprechen Gesichtsöle auch dem Naturkosmetik-Gedanken, die Haut mit möglichst reiner, natürlicher Pflege zu versorgen, die ihr Hilfe zur Selbsthilfe ermöglicht. Das gilt sogar bei eher fettigem Teint! Oft sind unsere Talgdrüsen nämlich nur deswegen überaktiv, weil wir sie zu stark gereizt haben, etwa durch aggressive Reinigungsprodukte mit dem konventionellen Tensid Sodium Laureth Sulfate. Sie wehren sich lediglich gegen die künstlich erzeugte Dürre und schießen damit bei entsprechender Veranlagung übers Ziel hinaus. Das Resultat: Fettglanz und Unreinheiten, so dass wir erneut zu entfettenden Waschgelen greifen. Ein leichtes, zum Hauttyp passendes Gesichtsöl kann diesen Teufelskreis durchbrechen und ihren Teint wieder in die Balance bringen. Aber woher weiß man, welches Produkt das richtige ist?

Genau mein Geschmack: So findet Ihr Eure Ölquelle

Fakt ist: Gesichtsöle, die nur aus einem einzigen Pflanzenfett bestehen, sind zwar auch erhältlich, aber oft handelt es sich um raffinierte Kompositionen. Um sich für eine ideale Mischung zu entscheiden, lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste. Jojobaöl besteht nicht aus Triglyzeriden, wie typische Öle, sondern ist eigentlich ein flüssiges Wachs. Dadurch ist es nicht so reichhaltig und ideal zur Pflege fettiger Haut geeignet – ähnlich wie Reiskeimöl. Mandelöl ähnelt dem natürlichen Hautfett und legt sich wie ein Schutzfilm aufs Gesicht, so dass es als absolutes Highlight für empfindliche Haut gilt. Nachtkerzen- und Sanddornöl kitten kleine Löcher in der Hornschicht, wodurch weniger Feuchtigkeit verdunstet, während Kamelien-, Cranberrysamen- und Wildrosenöl Falten glätten. Gurkensamenöl regt durch extra viel Kalium, Natrium, Magnesium und Silizium die Zellerneuerung an. Ideal für mehr Spannkraft: Weizenkeim- und Sojaöl. Karottenöl verleiht blassem Büro-Teint einen frischen Schimmer. Kernöle aus Aprikosen, Pflaumen und Arganfrüchten sind optimal für normale bis trockene Haut, da sie die Hornschicht schön geschmeidig halten. Olivenöl päppelt mit Fett auf – genau richtig für trockenen und reifen Teint.

Gewusst wie: Die Kunst der Anwendung

Ganz wichtig für den Pflege-Erfolg ist allerdings, dass Ihr das Produkt richtig auftragt: Nehmt immer nur wenige Tropfen Gesichtsöl, und zwar auf der nach der Reinigung noch feuchten Haut. Wenn Sie möchten, könnt Ihr Euer Gesicht auch erst abtrocknen und dann ein Gesichtswasser aufsprühen, bevor Ihr das Öl mit den Fingerspitzen in sanft kreisenden Bewegungen einmassiert. Dann zieht das Produkt optimal ein und versiegelt auch die nötige Portion Feuchtigkeit in der Haut. Gesichtsöle können als Tages- und Nachtpflege angewendet oder der gewohnten Creme als Extra-Goodie beigefügt werden. Auch zum Abschminken sind sie geeignet. Für Einsteiger gibt es übrigens ein Zwei-Phasen-Produkt, in dem das Wasser gleich integriert ist. In diesem Fall: Schütteln nicht vergessen! Also, probiert es einfach mal aus. Hier kommen unsere Favoriten!

Eine kleine Auswahl bester Naturkosmetik-Öle fürs Gesicht

Moisture Gesichtsöl von Heliotrop mit Weizenkeim-, Karotten- und Olivenöl
Gurkensamenöl bio von Farfalla aus reinem Gurkensamenöl
Age Protection Hydro-Lipid Balance von Logona mit Sanddornöl, Sojaöl und Wasser
Seidiges Gesichtsserum von Joik mit Cranberrysamen-, Weizenkeim- und Olivenöl

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2 Gedanken zu „Gesichtsöle: Die pure Power“

  1. Hallo,
    Ich bin 48 Jahre alt hatte eine misch Haut.
    Ich hatte vor 5 Monaten mit Bio oliven Öl angefangen da ich extrem nach Öl roch habe ich mit kokos Öl weiter gemacht und die letzten zwei Monate mit Moringa Öl weiter, bis meine t Zone schuppig und trocken wurde.. Hat das mit den Ölen zutun?
    LG Feray

    1. Liebe Feray,
      das kann tatsächlich mit den Ölen zu tun haben: Es ist wichtig, diese immer auf die angefeuchtete (!) Haut aufzutragen. Das Öl verbindet sich dann mit der Feuchtigkeit zu einer Emulsion und zieht (gemeinsam mit ihr) besser ein.
      Bei Mischhaut ist es zudem nicht ganz einfach, für alle Partien mit nur einer einzelnen Zutat die perfekte Pflege zu finden. Jojoba- oder Traubenkernöl wären hier zu empfehlen oder aber Öl-Mischungen wie die Balancepflege von farfalla. Ferndiagnosen sind leider immer sehr schwierig, weshalb wir im Zweifelsfall zu einem Besuch bei einer Naturkosmetikerin oder dem Dermatologen raten.
      Liebe Grüße, Dein naturalbeauty.de-Team

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