Fair Trade – mehr als nur ein Leitwort

Fairness: Wir begegnen ihr in der Politik, in der Rechtsprechung, in der Wirtschaft, im täglichen privaten und beruflichen Miteinander und im Sport. Fairness geht auf das englische Wort „fair“ zurück und umschreibt eine „gesetzlich nicht geregelte Vorstellung individueller Gerechtigkeit“.
Magazin Fair Trade - Mehr als nur ein Leitwort Bild: pixabay

Am gebräuchlichsten ist uns der Begriff im Rahmen sportlicher Wettkämpfe. Er umschreibt das Bemühen der SportlerInnen, alle Regeln des Spiels konsequent einzuhalten und den Gegner als Partner zu achten (Fair-Play). Auch die Industrie wirbt gerne mit Fairness. Praktisch zeigt sich dies in einem guten Preis-Leistungsverhältnis und gutem Service. Schließlich ist der Kunde König und die Kaufbereitschaft entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Ganzheitlich betrachtet praktiziert die Industrie ihr faires Verhalten jedoch zum Teil recht einseitig. Denn zugunsten einer kundenfreundlichen und wettbewerbsfähigen Leistung werden Zulieferer und Produzenten in der Dritten Welt oft benachteiligt.

Fair Trade und Kosmetik

Auch für die Herstellung von Kosmetikprodukten kommen zahlreiche Rohstoffe aus Entwicklungsländern in Asien, Afrika und Lateinamerika. Für viele dieser Länder ist der Rohstoffexport eine wesentliche Einnahmequelle. Dafür nehmen sie die damit leider oft einhergehenden ökologischen und sozialen Schattenseiten, wie Monokulturen, Dumpinglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen der Landarbeiter, in Kauf. Eine umweltfreundliche Erzeugung der Rohstoffe und eine faire, sozial verantwortliche Zusammenarbeit zwischen Industrie und Zulieferern helfen, diesen Missstand zu beseitigen.

Der Faire Handel (englisch: Fair Trade) strebt ein gerechtes Miteinander zwischen der Bevölkerung in den Industriestaaten und den Menschen in der Dritten Welt an. Nach dem Prinzip „Helfen durch Handel“ will der Faire Handel die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen in den Staaten Asiens, Afrikas und Lateinamerikas verbessern. Gerechte Handelsbeziehungen und verlässliche Preise sollen den Landarbeitern und kleinen Produktionsbetrieben helfen, ihre Lebenssituation aus eigener Kraft zu verbessern.

Naturkosmetik macht’s vor

Auch die Fair Trade Projekte der Naturkosmetik-Hersteller haben das Ziel, gleichberechtigte Partnerschaften mit Zulieferern aus der ganzen Welt einzugehen. In der Praxis heißt das: Unterstützung durch technische und landwirtschaftliche Beratung, Zuschüsse bei Zertifizierungsverfahren, Kostenübernahme von Aus- und Weiterbildung, feste marktgerechte Preise und garantierte Abnahmemengen. Durch eine langfristig angelegte, faire und partnerschaftliche Zusammenarbeit sollen sich neue ökologische Anbauprojekte entwickeln, die zur Verbreitung von umweltgerechter und umwelterhaltender Landwirtschaft beitragen. Gleichzeitig sollen die Lebensbedingungen und die Lebensqualität für Kooperativen, Gemeinden, Bauernfamilien und Landarbeiter verbessert werden. Im Gegenzug garantieren die Zulieferer und Produzenten aus Dritte Welt Ländern den Naturkosmetik-Herstellern hochwertige Rohstoffe, die strengsten Qualitätsrichtlinien zur Herstellung innovativer und verbraucherfreundlicher Naturkosmetik-Produkte entsprechen.

Sebastian Pole, Mitgründer und Chef-Tee-Entwickler bei Pukka Herbs, hat im Interview mit uns unter anderem über Fair Trade gesprochen. Auch dieses Interview mit Susanne Gans, Laborleiterin bei SPEICK, enthält interessante Hintergrundinformationen zum Thema Fair Trade und wie dieser in der Praxis aussehen kann.

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