Feines Haar im Herbst

Mehr als ein Drittel aller Frauen, darunter vorwiegend blonde, kennt das Problem: Feines Haar! Es fliegt, tanzt aus der Reihe – oder hängt schlapp herum. Eigentlich kein Problem, denn die anliegenden dünnen Fransen sind im Prinzip genauso gesund wie dickes Haar. Schwierig wird es im Herbst, wenn nicht nur Wohnräume vor Wärme knistern, sondern die trockene Heizungsluft auch unser Haar statisch auflädt.

Die Mimose unter den Haartypen
Unser Haar besteht aus einem Kern, der wie ein Tannenzapfen von vielen Keratin-Plättchen ummantelt ist. Die Anzahl der Keratin Schichten ist individuell unterschiedlich. Das wird in der Regel von den Genen bestimmt – ein typischer Fall von Pech gehabt. Feines Haar hat wenige Keratin-Schichten und ist somit dünner und empfindlicher. 0,01 Millimeter machen den Unterschied aus, denn während normales Haar 0,05 bis 0,07 Millimeter misst, hat feines lediglich eine Dicke von 0,04 Millimetern. Kleiner, leider fast unsichtbarer Trost: Feines Haar ist zwar dünner, wächst aber zahlenmäßig stärker. 

Im Herbst, wenn es drinnen gemütlich warm und trocken ist, draußen dagegen stürmt und regnet, wird’s richtig ungemütlich für feines Haar. Starke Temperaturunterschiede stören die natürliche Balance, es fängt an sich zu wehren, indem es aufraut, fliegt und brüchig erscheint. Das liegt daran, dass die Luftfeuchtigkeit in beheizten Räumen oft nur 20 bis 25 Prozent beträgt und das Haar stark austrocknet. Experten sprechen gerne vom „Sahara-Haar-Effekt“. Keine Frage, da hilft nur eine Spezialbehandlung, und zwar beim Kämmen, Bürsten, Stylen und Föhnen… 

Was tun?
Grundsätzlich kann man der fliegenden Haarpracht und auch seiner Haut einen sichtbaren Gefallen tun, wenn man die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöht und Wasserschälchen auf den Heizkörpern aufstellt. Die Zugabe von ein paar Tropfen ätherischer Öle verleiht zusätzlich auch noch einen angenehmer Duft im Raum. Ein passender Haarschnitt, am besten nicht zu lang, ist oft schon die halbe Miete. Ist die Frisur einmal festgelegt, verlangt das Haar jetzt nach einer speziellen Pflege. Die beginnt mit dem regelmäßigen vorsichtigen! Ausbürsten aller Styling-Überbleibsel am Abend, denn nur unbelastetes Haar kann sich über Nacht erholen. Am besten geeignet sind Rundbürsten mit feinen Naturborsten. Im übrigen: Dünnes Haar darf man unbesorgt dreimal am Tag bürsten, und zwar über Kopf, das regt die Durchblutung der Kopfhaut an. Vorsicht gilt allerdings beim Föhnen, denn das ist eine schädliche Hitzequelle. Hier gilt: Nur auf der untersten Wärmestufe und mit mindestens 20 Zentimeter Abstand zum Haar föhnen – das dauert zwar länger, ist aber dafür umso schonender. Wer bei dem Schmuddelwetter gerne zur wärmenden Mütze greift und somit plattes Haar riskiert, sollte zu echten Wollmützen greifen, statt zum Polyestergemisch – Natur elektrisiert weniger! 

Mehr ist nicht immer mehr!
Naturkosmetik bietet mittlerweile ein breites Spektrum an speziellen Volumen-Shampoos und modernen Stylingprodukten für feines Haar. Inhaltsstoffe wie Bambus, Aloe vera, Kokos, Brennnessel, Koffein, Honig, Bier, Arganöl oder Brokkolisamenöl beleben das Haar und machen es widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse. Vor allem der mineralstoffreiche Bambus enthält bis zu 77 Prozent Kieselsäure (Silicea), ein toller Inhaltsstoff für feine Haare, der die Fasern kräftigt und geschmeidig macht. Ginkgo, Mangobutter, Zuckerrüben- und Ringelblumenextrakt reparieren die strapazierte, besonders feuchtigkeitsarme Herbst-Mähne. 

Fliegende Haare lassen sich mit etwas Haargel oder, noch einfacher, ein klein wenig Gesichts- oder Handcreme, in den Händen verteilt und dann knapp über die fliegende Pracht gestrichen, bändigen. Spülungen, Kuren und auch Schaumfestiger sind im Herbst ein Muss, denn sprödes, trockenes und strapaziertes feines Haar braucht besonders viel Pflege und Feuchtigkeit. Aber Achtung bei der Anwendung, denn sie können das Haar leicht beschweren. Daher Spülungen nur kurz einwirken lassen – und immer nur in den Spitzen verteilen!

Auf Cremekuren sollten Sie bei feinem Haaren grundsätzlich verzichten, da sie das Haar beschweren und schlapp machen. Auch das sagenumwobene Multitalent Haaröl muss bei der feinen Pracht ganz vorsichtig  angewendet werden: Während normales Haar eine Gute Nacht-Ölkur während des Schlafs dankbar aufnimmt, genügen bei feinem Haar schon wenige Tropfen, die kurz vor dem Waschen in die trockenen Spitzen eingerieben werden. Perfekt für die Anwendung sind gehaltvolle Samenöle. Mit ihrer geballten Inhaltsstoff-Power werden sie sofort von den Keratin Schichten aufgesogen und verbleiben nicht als fettige Schicht an der Oberfläche. 

Alles halb so schlimm, wenn man weiß, worauf es ankommt und auf hochwertige natürliche Produkte setzt. Die größte Gefahr liegt bei feinem Haar definitiv im „Überpflegen“. Hat man die fliegende Mähne aber einmal im Griff, kann es losgehen: Stürmen Sie los und genießen Sie den Herbst! 

Creme Shampoo Bambus von Logona mit Brokkolisamenöl
Styling Haarspray von Farfalla mit Bier
SANTE Styling Gel Natural Former 
Aktiv Hair Conditioner von Speick
Volumen Shampoo Bier-Honig von Logona mit Bier
Hair Care Intensiv-Haarkur von Heliotrop mit Aloe vera, Sheabutter und Bambusextrakt
Sofort Pflege Sprühkur von Lavera mit Keratinkomplex und Silicium
Intensiv pflegendes Haaröl von Weleda mit Ringelblumenextrakt
Volumen Spülung Weizenkeim von I + M

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