Die 10 häufigsten Irrtümer zum Thema Sonnenschutz

Nachcremen verlängert die Schutzzeit, Kleidung schützt vor UV-Strahlen und wer einen hohen Lichtschutzfaktor verwendet, bleibt blass? Zum Thema Sonnenschutz gibt es viele Fragen – und mindestens genauso viele Irrtümer, die unserer Haut gefährlich werden können. Wir klären auf…
Magazin: Die 10 häufigsten Irrtümer zum Thema Sonnenschutz Bild: pexels
Irrtum 1: Nachcremen verlängert die Schutzzeit

Nein, denn die Eigenschutzzeit der Haut wird nur einmalig durch Sonnenschutzmittel verlängert. Beträgt die Eigenschutzzeit z.B. 20 Minuten, wird sie durch Lichtschutzfaktor (LSF) 15 auf 300 Minuten verlängert – obwohl man diese Frist wegen der zunehmenden UV-Strahlung nur bis zu maximal zwei Drittel ausnutzen sollte. Danach gilt: Raus aus der Sonne. Nachcremen kann und soll man allerdings trotzdem, um die Schutzschicht zu erneuern, besonders nach dem Baden. Auch wichtig: Nicht an Creme sparen! Etwa 3 EL sollten es für den kompletten Körper sein, damit der auf dem Produkt ausgewiesene LSF tatsächlich gilt.

Irrtum 2:  Naturkosmetik-Sonnencreme wirkt nicht so gut wie konventionelle

Falsch, es wird nur mit verschiedenen Mitteln bzw. Filtern gearbeitet. In der Naturkosmetik kommen winzige Mineralpartikel von Titan- oder Zinkoxid zum Einsatz, die die Strahlung wie Minispiegel vom Köper „wegreflektieren“. In konventionellen Cremes werden chemische Filter verwendet, oder eine Kombination aus chemischen und mineralischen. Mittlerweile gibt es auch in der Naturkosmetik Produkte mit sehr hohem LSF, zum Beispiel die eco cosmetics Sonnenmilch sensitiv mit LSF 50. Ein weiterer Irrtum ist übrigens, dass teure Cremes besser schützen. Diverse seriöse Tests haben bewiesen, dass das nicht der Fall ist.

Irrtum 3: In der Stadt geht es auch ohne Sonnencreme

Selbstverständlich ist die UV-Strahlung in den Bergen, am Meer und im Süden höher als in Köln oder Frankfurt. Hinzu kommt, dass man als klassischer „Büromensch“ nicht viel Gelegenheit hat, die Sonne zu genießen. Doch auch bei der Mittagspause im Café und ganz bestimmt beim Sonnen am stadtnahen Baggersee benötigen wir adäquaten Schutz. Auch hier wird ein LSF zwischen 25 und 50 empfohlen, je nach individueller Hautbefindlichkeit.

Irrtum 4: Kleidung schützt vor Sonne

Das ist nur bedingt richtig, da es hier große Unterscheide gibt. Hightech-Fasern schützen z.B. besser als Baumwolle, dunkle Stoffe besser als helle, weite Kleidung besser als enge, und nasser Stoff schützt überhaupt nicht. Fazit: Vor dem Sonnenbaden auch unter Badeanzug und Bikini eincremen. Wer mag, kann außerdem bei der Wahl der (Urlaubs-)Kleidung auf Prüfsiegel („UV-Standard 801“) achten, die Fasern mit integriertem Sonnenschutz kennzeichnen.

Irrtum 5: Wenn man braun ist, kann man den Lichtschutzfaktor drastisch reduzieren

Menschen mit von Natur aus dunklem Teint haben in der Tat eine höhere Eigenschutzzeit. Wer eigentlich helle Haut hat und sich im Urlaub schön bräunen konnte, sollte aber bei seinem üblichen empfohlenen LSF bleiben. Denn auch bereits getönte Haut nimmt bei intensiver Strahleneinwirkung Schaden. Das äußert sich nicht gleich in einem Sonnenbrand, aber vielleicht in Form vorzeitiger Hautalterung – und auch das wollen wir doch gerne vermeiden, oder?

Irrtum 6: Selbstbräuner schützen die Haut

Falsch, denn Selbstbräuner färben nur die Hautoberschicht dunkler, verleihen aber keinerlei Sonnenschutz. Außerdem enthalten selbst in der Naturkosmetik fast alle Selbstbräuner DHA. Zerfällt dieser instabile Stoff, bleibt Formaldehyd als Abfallprodukt zurück. Mehr über diese Problematik erfahrt Ihr hier. In unserer Liste natürlicher Selbstbräuner findet Ihr unbedenkliche Bräune aus der Tube, die ohne DHA auskommt.

Irrtum 7: Wolken am Himmel = kein/kleiner LSF

Das ist ebenfalls nicht korrekt, denn auch bei bewölktem Himmel ist die UV-A-Strahlung fast immer gleich intensiv. Also bitte immer mit ausreichendem LSF eincremen, wenn Ihr Euch länger draußen aufhaltet – ob das nun bei einer Bergwanderung oder einem Strandspaziergang ist.

Irrtum 8: Hoher Lichtschutzfaktor verhindert Bräune

Auch wenn man Cremes mit hohem Lichtschutzfaktor verwendet, wird man braun. Auf sanftere Weise eben und mit reduziertem Risiko für die Haut. Noch ein Pluspunkt: Der so erlangte Sommerteint hält länger. Wenn das kein gutes Argument für gesunde Bräune ist!

Irrtum 9: Nur Sonnenbrand ist gefährlich

Beim Sonnenbrand ist der Hautschaden offensichtlich – sie wird rot, schmerzt und schält sich. Das bedeutet aber nicht, dass der Haut exzessives Bräunen nicht schadet. Bräune entsteht durch die langwelligen UV-A Strahlen, die gleichzeitig auch für vorzeitige Hautalterung und ein erhöhtes Hautkrebsrisiko verantwortlich sind. Sonnenbaden in Maßen und mit adäquatem Schutz ist also oberste Regel.

Irrtum 10: Im Schatten bekommt man keinen Sonnenbrand

Sicher, im Schatten ist man nicht der prallen Hitze ausgesetzt – doch mindestens die Hälfte der Strahlung wirkt auch hier auf unsere Haut ein. Liegt man unter Sonnenschirm, Baum oder Markise ungeschützt oder zu lange, kann es also ebenfalls zu einem Sonnenbrand kommen. Fazit: Im Schatten bräunt es sich schonender, Eincremen ist trotzdem Pflicht.

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