Heißes Thema: Deos

Zisch, zisch – und im Nu ist alles frisch! Deos gehören zu den Basics, sind aber auch heftig umstritten, denn vor Zutaten wie Aluminiumsalzen warnt sogar das Bundesinstitut für Risikobewertung. Was hilft, was schadet bloß? Wir lassen Euch nicht „lost in Transpiration“, sondern nennen natürliche Alternativen.
Deos: Ein heißes Thema, Foto: PIXABAY

Schwitzen ist wichtig, denn es kühlt den Körper und transportiert Giftstoffe nach außen. Dafür sorgen bis zu drei Millionen Schweißdrüsen, die über den ganzen Körper verteilt sind. Wenn die Körpertemperatur steigt, sei es durch Sonne, Heizungen oder körperliche Anstrengung, kommt es zu einer stärkeren Blutzirkulation. Es folgt ein Wärmetransport an die Oberfläche des Körpers, wo die Schweißdrüsen aktiviert werden. Der auf der Hautoberfläche gebildete Schweiß verdunstet sofort und kühlt dabei die Haut – eine natürliche Klimaanlage also. Der Mensch verliert auf diese Weise bis zu zwei Liter Flüssigkeit pro Tag, ohne sich großartig anzustrengen. Übrigens: Schweiß selbst ist geruchlos. Die typische Müffelnote entsteht erst, wenn die auf der Haut angesiedelten Bakterien die Körperflüssigkeit zersetzen. Dagegen helfen Deos und Antitranspirants. Was ist eigentlich der Unterschied?

Klassische Deos: Die Bakterienkiller

Konventionelle Deodorants enthalten in erster Linie Duftstoffe, antibakterielle Zusätze und Alkohol. Dadurch kann das Wachstum der Schweiß zersetzenden Bakterien gebremst und unangenehmer Körpergeruch verhindert werden. Problematisch ist aber, dass viele der chemischen antibakteriellen Wirkstoffe dabei so gründlich vorgehen, dass sie die natürliche Keimflora der Haut durcheinander bringen. Auch sonst steckt in herkömmlichen Deos oft einiges an umstrittenen Zutaten: Diethylphthalat, das zum Vergällen des Alkohols und zur Fixierung des Duftes eingesetzt wird, kann z. B. den Schutzmechanismus der Haut beeinträchtigen und steht im Verdacht, ähnlich wie ein Hormon zu wirken. Gleiches gilt für Parabene – chemische Konservierungsstoffe, vor denen der BUND schon im Spätsommer 2013 ausdrücklich gewarnt hat. Künstliche Moschusdüfte können sich im Fettgewebe unseres Körpers ansammeln und die Leber schädigen. Silikon, das häufig als „Rutschhilfe“ in Deo-Sticks eingesetzt wird, verklebt die Haut, behindert wie eine Plastikfolie die Verdunstung und ist nicht biologisch abbaubar.

Achtung, Aluminiumsalze: Antitranspirantien

Wesentlich wirkungsvoller, was den Schweißfluss angeht, sind Antitranspirantien. Sie verengen mit Aluminiumsalzen die Poren, so dass die Achseln weniger nass werden und den Bakterien die Lebensgrundlage entzogen wird. Aluminiumsalze können die Schweißmenge um satte 20 bis 50 Prozent reduzieren. Das hat allerdings auch Nachteile, denn der Schweißstau kann zu Juckreiz oder Hautirritationen führen. Außerdem besteht der Verdacht, dass Aluminiumsalze eine Rolle bei der Entwicklung von Krebs und Alzheimer spielen könnten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat diesen Zusammenhang zwar lange bestritten, rät aber zumindest direkt nach der Rasur von der Benutzung aluminiumsalzhaltiger Deos ab. Die Gefahr, den Stoff durch die frisch enthaarte Haut in erhöhten Mengen aufzunehmen, ist einfach zu groß. Man sollte auch nicht vergessen, dass in der Achselhöhle eines der wichtigsten Lymphzentren unseres Körpers liegt – gerade dort ist es also besonders wichtig, nur wirklich unbedenkliche Substanzen aufzutragen. Glücklicherweise gibt es natürliche Alternativen.

Naturkosmetik-Deos: Raffinierte Frische-Tricks

Bio-Deodorants sind wirksam und verträglich zugleich, denn sie setzen auf die Kraft der Natur. Auszüge aus Salbei, Thymian und Rosmarin halten den Schweißfluss in Zaum, während Ingwer, Bio-Alkohol und Nelken die Bildung von Geruchsbakterien zügeln. Hinzu kommt, dass ätherische Öle sehr angenehm duften. Wer empfindliche Haut hat, sollte es mal mit Triethyl Citrate versuchen, einem Verwandten der Zitronensäure, der auch in Kirschen vorkommt. Er senkt den pH-Wert der Achselhaut herab, so dass der Schweiß sich nicht zersetzen kann. Sogar eine Alternative für Aluminiumsalze gibt es im Naturkosmetik-Segment: Alaun. Alaune sind Kalium- und Ammonium-Aluminiumsulfatsalze, die aus natürlichem Schiefergestein gewonnen und nach der Reinigung pur als Kristall oder als Zusatz in Bio-Deos eingesetzt werden. Alaune wirken adstringierend, verstopfen aber nicht die Poren. Sie sind hautverträglich und duftneutral, also perfekt auch für Menschen mit Parfüm-Allergien.

Ein weiteres Plus naturkosmetischer Deos sind die vielen Inhaltstoffe mit pflegenden Eigenschaften. Aloe vera und Hamamelis spenden Feuchtigkeit, Hopfenextrakt und Palmarosaöl wirken beruhigend. Pflanzenfette wie Mangobutter, Oliven- oder Distelöl halten die Achselhaut geschmeidig, so dass sie nicht austrocknet oder juckt. Als Emulgatoren werden meist gentechnikfreie Soja-Lecithine eingesetzt. Klimaschädliche Treibgase sind selbstverständlich tabu. Stattdessen kommen umweltfreundliche Pumpzerstäuber, Stifte oder Roll-ons zum Einsatz. Mit einem Naturkosmetik-Deo dürfen Sie also beruhigt und mit gutem Gewissen mal ins Schwitzen kommen!

Tolle Bio-Deos

Natural Aktiv Deo Roll-on von Speick mit Salbei, Nelkenöl, Triethyl Citrate und alpinem Speick
MEN Deo Roll-on fresh von Alverde mit Guaranasamen-Extrakt
daily pleasure Deo-Spray von Farfalla mit Hamamelis und Mangobutter
Deo Roll-on Fresh von Eco Cosmetics mit Granatapfel und Goji-Beere
Herbal Deodorant von Madara mit Alaun, Salbei und Calendula
Wildrosen Deodorant von Weleda mit Alkohol, Oliven- und Wildrosenöl
Deo-Zerstäuber Jojoba & Salbei von Alterra mit Salbei, Hamamelis und Melisse
Deocreme Traumstunden von Wolkenseifen mit Sheabutter, Kartoffelstärke und Natron
Deo Roll on Rose von Urtekram mit Mineralsalzen, Rosenöl und Glyzerin

Weitere interessante Infos über riskante Inhaltsstoffe, die in konventionellen Deos eingesetzt werden, findet ihr hier: Aluminiumsalze, Phthalate, Moschus und Parabene.

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