Das NaturkosmetikCamp 2017

Unter dem Motto „Pioniere wahrer Schönheit“ fand vom 19. bis 21. Juni 2017 das 4. NaturkosmetikCamp im Allgäu statt. Unter den insgesamt etwa 130 Fach-Teilnehmern: Das naturalbeauty-Team.
2017 Bild: Naturkosmetikcamp

Ein Camp unter freiem Himmel? Nicht ganz. Ein BarCamp ist eine offene Tagung, deren Inhalte von den Teilnehmern selbst entwickelt werden. Sie reichen Themen ein und entscheiden auch, welche davon in Diskussionsrunden, sogenannten Sessions, behandelt werden. Location der diesjährigen Ideenwerkstatt der Naturkosmetikbranche war das Panoramahotel Oberjoch – ein toller Rahmen für den gemeinsamen Austausch und zum Netzwerken.

Die „Camper“ hätten unterschiedlicher nicht sein können: Neben echten Naturkosmetikpionieren haben sich auch Inhaber von StartUps, Agenturen, Blogger, Fachhändler, Kosmetikerinnen, Rohstoffexperten und andere Naturkosmetikbegeisterte auf den Weg ins Allgäu gemacht. Entsprechend groß war die Themenvielfalt der Sessions: 23 Themenvorschläge wurden in diesem Jahr von den Teilnehmern eingereicht, wovon es 18 Sessions auf den Themen-Plan geschafft haben. Hier bekommt Ihr einen kurzen Einblick in ausgewählte Workshops, die Janine und Jenny aus dem naturalbeauty-Team besucht haben:

Qualität ist nur ein Zustand

Den Auftakt machte David Hauck, Geschäftsführer der Dr:Hauck R&D GmbH. Er stellte die berechtigte Frage, „Was ist nach einem Jahr noch in der Creme?“ Qualität ist schließlich nur ein Zustand. Nimmt man Traubensaft als Beispiel, sorgt Oxidation dafür, dass daraus ein köstlicher Wein wird. Stoppt man den Prozess jedoch nicht, wird selbst der edelste Tropfen irgendwann zu Essig. Sauerstoff trägt zum Abbau aktiver Wirkstoffe bei, kann Allergene bilden und Irritationen begünstigen. Ob man seinen Einfluss stoppen kann, behandeln wir demnächst in einem eigenen Beitrag auf naturalbeauty.de.

Step by Step: Online-Marketing

Bei Felix Ermer von der Brooklyn Soap Company ging es um die Entwicklung einer erfolgreichen Online-Marketing-Strategie. Hättet Ihr gedacht, dass heute 90% der Kommunikation digital erfolgt? Die Kanäle von Facebook, über Instagram, Youtube und Co. bis hin zu Blogs, Suchmaschinen und Mails sind dabei genau so vielfältig und unterschiedlich wie die genutzten Geräte. Fakt ist: Wenn Verbraucher in die Welt einer Marke eintauchen können und ihnen individuell begegnet wird, entstehen Bindungen, die aus Lesern Interessenten machen, aus diesen Fans und schließlich Käufer. Ertappt? Wir auch…

Magazin: Das NaturkosmetikCamp 2017 Bild: naturalbeauty.de
In den Sessions wurde erst gespannt gelauscht und dann angeregt diskutiert. Bild: naturalbeauty.de
Der Dove-Effekt – das Spiel mit Emotionen

Hassaan Hakim, Werbeprofi bei YOOL stellte fest „Natürliche Schönheit“ ist zum Gähnen – und forderte mehr kreative Naturkosmetikkommunikation. Anhand von Beispielvideos aus der konventionellen Kosmetik zeigte er, wie einfach wir uns von Emotionen leiten lassen, ohne dabei ein Produkt zu hinterfragen. Marken entstehen im Kopf – und es ist an der Naturkosmetikbranche, ihre echten Werte emotionaler zu vermitteln, um Marken wie Dove nicht ein Feld zu überlassen, das eigentlich von natürlicher Pflege belegt sein sollte. Eigentlich hat er Recht!

Blogger sind auch nur Menschen

Franziska Schmid vom Blog Veggie Love holte in ihrer Session „Blogger – die unbekannten Wesen“ sich und ihre Kollegen runter vom Podest. Schließlich sind die Influencer aus der Web-Welt auch nur Menschen – und jeder von ihnen ist anders. Vom Hobbyblogger, über Nebenerwerb, bis zum Hauptjob reicht die Bandbreite. Und genau deshalb gibt es auch Unterschiede im Hinblick auf Abläufe und Honorare, wenn Unternehmen mit ihnen kooperieren möchten. Authentizität steht dabei aber klar im Vordergrund – ein guter Blogger schreibt nur über Dinge, an die er glaubt. Und das weiß wiederum seine Community zu schätzen. Wir für unseren Teil lieben echte Erfahrungen!

Aller Anfang ist schwer – früher und heute

In der großen Podiumsdiskussion ging es darum, was Newcomer von den Pionieren lernen können – und umgekehrt. Zu Beginn stellten wir Zuhörer fest: Die Wege zur Naturkosmetik sind vielseitig. Primavera-Gründerin Ute Leube zum Beispiel begann ihn regelrecht romantisch: „Bei mir ist es eine Liebesgeschichte – ich habe mich in ätherische Öle verliebt“. Felix Ermer vom StartUp Brooklyn Soap Company fand auf einem Flohmarkt in New York zur natürlichen Pflege: Eine Familie verkaufte dort handgemachte Produkte an „coole und hippe Kunden“. Beeindruckt von der Qualität, machte Felix Ermer das Thema zu seiner eigenen Materie. Christina Roth vom neuen Trendlabel UND GRETEL war als Make-up Artist immer überzeugt davon, dass sie mit „guten“ Produkten arbeite. Bis sie ein Freund fragte, womit sie da eigentlich schminke. Das regte zum Nachdenken an und sie beschloss eine Range an Deko-Kosmetik zu kreieren, die mit Performance, Haltbarkeit UND Natürlichkeit punkten kann.

Wo Ute Leube früher nach eigener Aussage „einfach loslegen“ konnte, sind Jungunternehmer heute an deutlich mehr Regularien gebunden. Dafür ist die Branche akzeptiert, raus aus der Öko-Schiene und bio gehört zum guten Ton. Bettina Wyciok von Weleda bekräftigt, dass auch in den Anfängen nicht alles einfach war. „Wir haben mit alldem angefangen, bevor Nachhaltigkeit Mode wurde.“ Felix Ermer weiß den Pioniergeist der großen Marken zu schätzen: „Wir bauen heute auf all das auf“. Wichtig ist es dabei nur, sich nicht zu verzetteln, denn während die Mühlen früher noch langsamer mahlten, fragen Medien und Blogger heute mitunter schon einen Monat nach Markteintritt, ob eine Marke schon neue Produkte anzubieten hätte. Christina Roth hat für UND GRETEL bereits ihre Schlüsse gezogen: „ Man muss nicht viel bieten, sondern das Richtige“. Dem haben wir nichts hinzuzufügen.

Alter vor Schönheit

Die Keynote wurde von der Buchautorin und Alterswissenschaftlerin Sonja Schiff gehalten und berührte mit dem Thema „Was ich als Altenpflegerin von alten Menschen über das Leben, die Schönheit und das Älterwerden lernte“ den gesamten Konferenzsaal. Ihre erste These „Die Seele hat kein Alter“ regte zum Nachdenken an. Denn tief in uns drin bleib das Ich, das alterslose Selbst und wir fragen uns irgendwann, wer dieser alte Mensch dort vor uns im Spiegel ist. Wer sich voller Leben und Leidenschaft fühlt, kann auf den Blick ins verspiegelte Glas getrost verzichten und wie eine Patientin von Frau Schiff, den anderen Menschen das Älterwerden überlassen. Auch die These „Mit sich selbst Frieden schließen, macht frei“ enthält viel Wahrheit. Denn wer sich selbst gut leiden kann und sein Dasein genießt, hat mehr vom Leben. „Schließlich sind unsere Tage einfach zu kurz für Knäckebrot“, so Sonja Schiff. Dem können wir uns nur anschließen…

Ihre Erfahrungen hat Sonja Schiff auch in Buchform veröffentlicht: 10 Dinge, die ich von alten Menschen über das Leben lernte: Einsichten einer Altenpflegerin

Lächeln und Staunen

Cosmedian (Kosmetik meets Comedy) Carolin Mündemann versprach in ihrer Session „Die ganze Wahrheit über Kosmetik“. Auf Basis des Global Beauty Index von Philips setzte sie auf „intrakutanes Entertainment“ und sorgte mit Gags über Schönheit, Gewohnheiten und Alltagsprobleme der Frauen für viele Lacher und Erkenntnisse. Gemeinsam mit den Teilnehmern definierte sie zum Abschluss des Workshops das naturkosmetische Schönheitsideal: Strahlen, Vielfalt, Persönlichkeit, aber auch Fältchen gehörten für die Teilnehmer dazu. Beruhigend, oder?

Mit dieser für uns sehr entspannten Erkenntnis, jeder Menge Eindrücken, netten Gesprächen und dem Charme des Allgäus in Kopf und Herz machten wir uns am Mittwoch schließlich wieder auf den Heimweg. Lust auf mehr? Nähere Informationen zum NaturkosmetikCamp, allen behandelten Themen und Co. findet Ihr auf der Website www.naturkosmetikcamp.com. Dort erscheinen übrigens auch immer wieder spannende Blogs rund um die natürliche Schönheit.

Auf unserem Instagram haben wir live vom NaturkosmetikCamp berichtet, dort findet Ihr also noch mehr Impressionen!

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