Die Seele der Pflanzen: Ätherische Öle

Pflanzliche Öle haben viele Gesichter. Während die Samen- und Basisöle vorwiegend pflegende Eigenschaften aufweisen, beherbergen die ätherischen Öle duftende Aromen und Wirkstoffgeheimnisse.
Titelbild: Magazin: Die Seele der Pflanzen: Ätherische Öle Bild: pixabay

Ätherische Öle oder Aromaöle sind wasserdampfflüchtige Leichtgewichte, die mit ihren fetten Verwandten kaum etwas gemein haben. Das beginnt schon bei der Gewinnung:

Destillation

Während Samen- und Basisöle vorwiegend durch Pressung hergestellt werden, ist die Destillation bei den Aromaölen die am häufigsten angewandte Methode. Dabei wird Wasserdampf durch ein Rohrsystem gepumpt, der die Ölanteile der Pflanze mit sich zieht. Wird der Dampf abschließend durch ein Kühlrohr geleitet, kondensiert er und das Öl setzt sich ab. Simpel, oder? So einfach diese Methode klingt, so ist sie dennoch eine wahre Kunst: Man muss den Prozess genau begleiten, die Details beobachten und wissen, wann sich das einzigartige Bouquet einfangen lässt.

Extraktion

Die wohl aufwendigste Methode zur Gewinnung ätherischer Öle ist die Extraktion. Dabei werden Blüten mit einem Lösungsmittel bedeckt, wobei ihnen alle fettlöslichen Stoffe entzogen werden. Wird das Lösungsmittel (wie zum Beispiel Petroläther) verdampft, bleiben nur das Öl und die Pflanzenwachse zurück, die anschließend mit Alkohol gewaschen werden.

Eine besondere Form ist die Extraktion mit CO2. Das Gas kann besonders leicht in andere Stoffe eindringen. Unter Hochdruck und Ausschluss von Sauerstoff werden damit, bei schonender Behandlung und Erhaltung der natürlichen Aromen, Konzentrate gewonnen. CO2 Extraktion wirkt sogar keimhemmend und sorgt für eine besonders gute Haltbarkeit.

Mazeration

Auch die Mazeration (Enfleurage à chaud) gehört zu den besonders aufwendigen Varianten der Herstellung: Hierbei wird warmes Fett oder Öl mit Blüten vermischt. Die Wärme hilft dabei, die Öle und Duftstoffe aus den Pflanzen zu entziehen. Mit beiden Verfahren erhält man sogenanntes Absolue, die am höchsten konzentrierte Form eines Öls.

Mit wenigen Ausnahmen, wie beispielsweise der Gewinnung von Jasminöl, werden Extraktion und Mazeration kaum noch angewandt.

Expression

Um die ätherischen Öle aus Zitrusfrüchten zu gewinnen, kommt die sogenannte Expression zum Einsatz. Hierbei werden schlicht und einfach die Schalen oder Früchte ausgepresst.

Das Geheimnis der Aromen

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Die Besonderheiten ätherischer Öle sind aber nicht nur in der Herstellung zu finden. Jedes von ihnen besitzt einen intensiven, charakteristischen Duft. Darüber hinaus wirken sie ganzheitlich positiv auf den gesamten Organismus, haben ausgleichenden Einfluss auf die Psyche und stimulieren die Abwehrkräfte des Körpers. Aber wie funktioniert das?

Düfte wirken unmittelbar auf unser Gefühl: Sie rufen Erinnerungen wach und damit emotionale Empfindungen hervor. In der Aromatherapie wird diese Verbindung genutzt, um Körper, Geist und Seele durch die kontrollierte Anwendung ätherischer Öle positiv zu beeinflussen.

Besonders wirksam sind sie in 100 Prozent naturreiner Form: genuin, authentisch, unverfälscht und sortenrein. Das heißt, sie sind absolut naturbelassen und unverändert, enthalten nur das Öl ihrer Stammpflanze, keine synthetischen Zusätze und werden nicht mit anderen Ölen gestreckt.

Vorsicht Fälschung!

Billige „Aromaöle“ sind oft Mixturen aus verschiedenen Sorten, gestreckt mit synthetischen Zusätzen oder sogar vollständig künstlich generiert. Bei ihrer Anwendung können Farb- und Konservierungsstoffe, künstliche Aromen und synthetische Zusätze über die Atemwege direkt in den Körper gelangen und der Gesundheit unter Umständen Schaden zufügen – womit auch die Gefahr von Allergien zunimmt. Deshalb immer auf Qualität achten!

Pures Vergnügen?

Die Anwendungsmöglichkeiten ätherischer Öle sind vielfältig. Klassisch werden sie in Duftlampen, -brunnen und auf Duftsteinen zur Raumbeduftung verwendet. Natürlich gibt es auch Naturparfums, Bade- und Körperöle, Aromaduschbäder und Bodylotions, die ätherische Öle enthalten. Solo haben die Aromen auf der Haut allerdings nichts verloren.

Hoch konzentriert

Ätherische Öle sollten immer wohl dosiert angewendet werden. Bereits wenige Tropfen genügen – für einen 20 Quadratmeter großen Raum werden nur etwa 5 bis 10 Tropfen Öl oder Duftmischung benötigt. Darüber hinaus dürfen ätherische Öle niemals pur auf der Haut angewendet werden, sondern nur in Verbindung mit einer Trägersubstanz wie einem Samen- oder Basisöl.

Egal ob Vollbad oder Tauchbad für die Füße: In den Genuss ätherischer Öle kommt man dabei nur in Verbindung mit einem Emulgator. Andererseits würde die kostbare Essenz nur an der Oberfläche schwimmen und sich nicht mit dem Wasser vermischen. Als natürliche Emulgatoren eignen sich beispielsweise Milch, Sahne oder Honig, die zugleich ein wunderbar pflegender Badezusatz sind.

Ruhe, Energie und Haltbarkeit

So verschieden sie in Duft und Zusammensetzung sind, so unterscheiden sich ätherische Öle auch in ihrer Wirkung:

Zu den beruhigenden Ölen zählen Lavendel, Vanille und Kamille, auch Rose wirkt harmonisierend. Zur Aktivierung wird zum Beispiel Rosmarin  angewendet. Als stimmungsaufhellend gelten Zitrusöl und Bergamotte. Und zur Konzentrationssteigerung ist Pfefferminzöl bestens geeignet.

Kennzeichnung

In der INCI von Kosmetikprodukten werden ätherische Öle nicht immer genannt – denn nur Duftstoffe, die eine bestimmte Konzentration übersteigen, müssen namentlich aufgeführt werden. Alles was darunter liegt, kann unter der Sammelbezeichnung “Parfum“, „Fragrance“, „Aroma“ oder „Flavour“ deklariert werden. Die Ausnahme bilden 26 Duftstoffe, die durch ein hohes Allergiepotential aufgefallen sind. 18 davon sind natürlich vorkommende Bestandteile ätherischer Öle, die aber auch synthetisch hergestellt werden können: Linalool, Limone, Farnesol, Citronellol, Benzyl Cinnamate, Benzyl Benzoat, Anise Alkohol, Isoeugenol, Geraniol, Eugenol, Coumarin, Citral, Cinnamal, Cinamyl Alkohol, Benzyl Salicylate, Benzyl-Alkohol, Eichenmoosextrakt und Baummoosextrakt.

Darüber hinaus werden ätherische Öle in Kosmetik auch als natürliche Konservierungsmittel eingesetzt. Die „Seele der Pflanzen“ hat eben viele Facetten.

Wahre Pioniere

Wir sind stolz darauf, unter unseren Partnern auch zwei wahre Pioniere in Sachen ätherische Öle zu haben: PRIMAVERA und farfalla!

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