10 Dinge, die Du noch nicht über deine Haut wusstest

Was für ein Organ: Die Haut hält unseren Körper zusammen, lässt uns die Umwelt ertasten, spiegelt Gefühle wieder, regelt unseren Wärmehaushalt und schützt vor Druck und UV-Strahlen. Mehr faszinierende Fakten gefällig?
10 Dinge über Haut, Foto: PIXABAY
1. Leben auf unserer Haut

Wer mal ganz nah hinschaut  – genauer gesagt mit dem Mikroskop – wird sich wundern, was alles auf unserer Haut wächst und gedeiht: lauter klitzekleine Organismen wie Bakterien, Pilze und Milben. Wer diesen Mini-Mitbewohnern nun angewidert das Haus, bzw. die Haut verbieten will, sollte das lieber bleiben lassen. Denn wir brauchen sie, um Krankheitserreger abzuwehren oder um das Gleichgewicht der Haut aufrecht zu erhalten. Um letzteres kümmern sich z.B. Haarbalgmilben, die auf Kopfhaut und Stirn leben und Fett, Bakterien, Cremereste und Schminke wegfuttern.

2. Die Lederhaut

„Kenn ich“, werden einige sagen. „Das ist die Haut, die man sich durch zu große Begeisterung fürs Sonnenstudio einhandelt“.  Falsch: Lederhaut, auch Dermis genannt, ist die mittlere unserer Hautschichten und etwa 1 bis 4 Millimeter dick. Sie nährt und verankert die Epidermis (Oberhaut) und besteht hauptsächlich aus elastischen Bindegewebsfasern. In der Lederhaut befinden sich Lymphbahnen, Nervenfasern, Schweiß- und Talgdrüsen und die Haarwurzeln. Die Unterhaut (Subcutis) ist ein lockeres Bindegewebe, das Ansammlungen von Fettzellen enthält und als Wärmepolster, Nahrungsdepot und Puffer gegen Stöße dient.

3. Hausstaub oder Hautstaub?

Neue Zellen werden in der untersten Zellschicht der Oberhaut gebildet und wandern nach oben. An der Oberfläche angekommen, verhornen sie, schuppen ab und lösen sich schließlich, kaum sichtbar, von der Haut. Auf diese Weise „häuten“  wir uns etwa alle 27 Tage bzw. erneuern die Hornschicht der Epidermis. Pro Minute sind es tausende Hautschuppen, die wir verlieren – am Tag etwa 0,5 bis 2 Gramm. Ein Gutteil des Staubs auf unseren Möbeln besteht aus genau diesen Hautschuppen.

4. Was ist ein Meissner-Körperchen?

Es handelt sich nicht um die kunstvolle Kreation einer traditionsreichen Porzellanmanufaktur, sondern um einen so genannten Mechanorezeptor, den der deutsche Anatom und Physiologe Georg Meissner entdeckte. Das Meissner-Körperchen registriert Druckempfindungen und ist an der Vermittlung des Tastsinns beteiligt. Es kommt gehäuft  in der Haut der Fingerkuppe vor.

5. Ach ja…

Nahe Verwandte des Meissner-Körperchens, weil ebenfalls Mechanorezeptoren, sind die politisch gar nicht aktiven Merkel-Körperchen, die für eine feine taktile Wahrnehmung zuständig sind. An einer Frage nach genau diesen scheiterte übrigens Anke Engelke bei 500.000 Euro in der Promiausgabe von „Wer wird Millionär?“ 2009. Gefragt war: Was ist ein bedeutender Bestandteil des menschlichen Tastsinns? Die Alternativen: A) Schröder-Fingerchen, B) Brandt-Beinchen, C) Merkel-Körperchen und D) Kohl-Köpfchen.

6. Seid umschlungen, Millionen

Ein paar Zahlen gefällig? Bitte sehr: Auf einem Quadratzentimeter Haut finden sich 150.000 Pigmentzellen, 5.000 Sinneszellen, 100 Schweißdrüsen, 15 Talgdrüsen, fünf Haare, vier Meter Nervenbahnen und ein Meter Blutgefäße.

7. Hoffnungsträger Haut

Mitte Oktober 2011 meldeten die Medien ein faszinierendes Forschungsergebnis in Sachen Haut: Allan Bradley und sein Team vom Sanger Institute im britischen Hinxton gewannen aus den Hautzellen von Patienten Stammzellen. Das gelingt mit einer „Rückprogrammierung“ der Zellen in eine Art embryonalen Zustand, aus dem dann im Grunde jeder Zelltyp entstehen kann. Die bewussten Patienten litten an einer Stoffwechselkrankheit, die zu Leberzirrhose und Lebertransplantation führen kann. Die gewonnenen Stammzellen wandelten sie so um, dass sie Leberzellen ähnelten und veränderten außerdem das für die Krankheit verantwortliche Gen. Die so geheilten Zellen  wurden Mäusen mit derselben Stoffwechselkrankheit eingepflanzt – und übernahmen in deren Leber ihre vorgesehenen Aufgaben. Ein wichtiger Schritt für Forscher, die hoffen, irgendwann Erbkrankheiten mithilfe von Stammzellen heilen zu können.

Besonders viel versprechend dabei: Züchtet man Geweben aus z.B. den Hautzellen eines Patienten und setzt es ihm später wieder ein, wird es nach der Transplantation nicht abgestoßen, weil es genetisch identisch mit den eigenen (Haut-)zellen ist. Komplizierte Geschichte, aber ganz schön spannend, oder?

8. Kälte- und Wärmerezeptoren

Das Folgende wird vielen Verfrorenen Argumentationsstoff liefern, wenn der Kollege mal wieder mitten im Winter das Fenster aufreißt und sein schlotterndes Gegenüber für überempfindlich erklärt: Unsere Haut hat etwa 30.000 Rezeptoren für Wärme – und 300.000 Kälterezeptoren!

9. Schweißtreibend

Apropos Temperatur: Über die Haut wird auch unser Wärmehaushalt reguliert. Das Unterhautfettgewebe dient bei Kälte als „Isolation“. Einer Überhitzung wirken die Schweißdrüsen mit Schweißproduktion entgegen.  Doch wir schwitzen nicht nur bei großer Hitze:  Täglich werden über die Haut etwa 0,2 bis 0,5 Liter Schweiß abgegeben und verdunsten. An einem sehr heißen Tag, an dem wir auch noch körperlich aktiv sind, können es bis zu 4 Liter pro Stunde werden.

10. Das größte und schwerste Organ

Die Gesamtfläche der Haut bei einem erwachsenen Menschen liegt etwa zwischen 1,2 bis 2,3 Quadratmeter und macht immerhin circa 15 bis 20 Prozent des Gesamtkörpergewichts aus.

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