BDIH-Standard

BDIH

Der BDIH (Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel) ist eine 1951 gegründete Vereinigung von Herstellungs- und Vertriebsunternehmen mit Sitz in Mannheim. Das BDIH-Prüfzeichen für kontrollierte Naturkosmetik gibt seit mehr als einem Jahrzehnt Orientierung im immer größer werdenden Angebot an natürlichen, pflanzlichen und biologischen Kosmetika.

Eingeführt wurde es im Februar 2001 in enger Zusammenarbeit mit namhaften Naturkosmetikherstellern. Das Prüfzeichen garantiert dem Verbraucher, dass zur Herstellung der zertifizierten Produkte ausschließlich Rohstoffe eingesetzt werden, die dem so genannten BDIH-Standard, entsprechen. Unabhängige Kontrollinstitute prüfen die angemeldeten Naturkosmetikprodukte auf ihre Inhaltsstoffe und Zusammensetzung.

Vorgaben

Die Hersteller haben sich zur Einhaltung eindeutiger Regeln verpflichtet, die verlässliche Angaben garantieren und der Sicherung eines fairen Wettbewerbs dienen: Ein Produkt kann das Prüfzeichen beispielsweise nur tragen, wenn mindestens 60% aller Produkte der dazugehörigen Marke den BDIH-Standard erfüllen. Außerdem muss auf organisch-synthetische Farb-, sowie synthetische Duftstoffe, ethoxilierte Rohstoffe, Silikone, Paraffine und andere Erdölprodukte verzichtet werden. Die meisten der zugelassenen Rohstoffe entstammen dem Pflanzenreich, mit einigen Ergänzungen mineralischen und tierischen Ursprungs. Dabei gilt: Der Einsatz von Stoffen, die von Tieren produziert werden, wie beispielsweise Milch oder Honig, sind gestattet. Rohstoffe aus toten Wirbeltieren jedoch sind nicht erlaubt.

Produkte, die das BDIH-Label tragen, werden aus Rohstoffen hergestellt, die soweit möglich aus kontrolliert biologischem Anbau oder kontrollierter Wildsammlung stammen. Bereits in den so genannten Mindestanforderungen (= BDIH-Standard) gibt es spezifische Vorgaben zur Verwendung von Bioqualitäten: In einer Liste werden alle Pflanzenstoffe erfasst, die obligatorisch aus zertifiziertem, ökologischem Pflanzenmaterial bestehen müssen.

Die Publikation erlaubter Bestandteile (Positivliste) ist im Internet abrufbar, es gibt Vorgaben für die Auslobung kontrollierter Bioqualitäten, sowie eine Vereinfachung der Rohstoffauswahl durch registrierte Rohstoffe.

Besonderheiten des BDIH

Zusätzlich zu den Mindestanforderungen lässt der BDIH die Bioauslobung für zertifizierte Produkte prüfen: Ein Produkt der kontrollierten Naturkosmetik darf nur dann als „bio“ bezeichnet werden, wenn der Bioanteil im Verhältnis zu allen in Bioqualität verwendbaren Bestandteilen des Erzeugnisses mindestens 95 Prozent beträgt. Wasser und Mineralien werden dabei nicht gewertet – sie sind prinzipiell nicht „biofähig“. Somit wird der ausgelobte Bioanteil eines Erzeugnisses auch nicht durch das für die Herstellung notwendige Wasser erhöht.

Verbreitung und internationale Bedeutung

Neben unzähligen Verbrauchern vertrauen heute rund 150 Hersteller kosmetischer Erzeugnisse aus aller Welt dem internationalen BDIH-Standard. Das Zeichen ist somit längst keine ausschließlich deutsche Angelegenheit mehr. 2009 fällt deshalb die Entscheidung, den gesamten Standard in einem Relaunch verstärkt an die Anforderungen des internationalen Marktes anzupassen: Das neue englischsprachige Label der International Organic and Natural Cosmetics Corporation (IONC) wird etabliert. Ein wichtiger Schritt, der durch eine steigende Zahl zertifizierter Produkte im In- und Ausland bestätigt wird. Außerdem engagiert sich der BDIH in der neuen Dachorganisation COSMOS und leistet so einen wichtigen Beitrag für die einheitliche, internationale Zertifizierung und Kontrolle von Erzeugnissen der Natur- und Biokosmetik.

Die Richtlinie mit den einzelnen Kriterien der Zertifizierung sowie nähere Details unter www.ionc.info.

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