Na sauber: Bakterienalarm im Beautycase

Sie machen uns schöner, jünger und strahlender! Doch leider sind Beauty-Produkte ganz nebenbei auch der Lieblingsplatz vieler Keime und Bakterien. Wer seine Schönheits-Utensilien nicht ab und an reinigt oder austauscht, nimmt deshalb Gesundheitsrisiken in Kauf. Ein Plädoyer für mehr Hygiene im Beautycase.

Lange Zeit galt die Toilette als Bakterienhort Nummer Eins im Haushalt. Wie sich später herausstellte, bieten Kühlschrank und Küchenarbeitsplatte jedoch deutlich mehr Bakterien ein Zuhause. Und auch Schreibtische und Mobiltelefone gelten als Träger hoher Keimbelastung. Jüngst wurde zu allem Überfluss dann ausgerechnet die Handtasche als DAS Eldorado für fiese Kleinstlebewesen entlarvt. Und als ob dieser Albtraum nicht genügen würde, entern die kleinen Schmutz-Piraten nun auch noch unser Heiligtum: Das Beautycase…

Ob Haarbürste, Lippenbalsam oder Rougepinsel: Kosmetik, Pflege- und Schminkutensilien kommen mit vielerlei Oberflächen in Berührung, treten regelmäßig mit (ungewaschenen) Händen und der Haut in Kontakt. Hinzu kommt die häufige Missachtung von Haltbarkeitsdaten – und unsere Unlust, jetzt auch noch unsere Pflegeprodukte zu pflegen…

Eine haarige Angelegenheit
In den Zwischenräumen unserer Bürste sammeln sich neben Haaren und Schuppen auch Rückstände von Haarspray und Co. Sie braucht deshalb genau wie unser Köpfchen eine regelmäßige Wäsche mit mildem Shampoo und warmem Wasser. Die Zwischenräume können bei Bedarf mit einer kleinen (Zahn-)Bürste gründlich geschrubbt werden.

Das Gleiche gilt übrigens auch für Pinsel und Schwämmchen: Mindestens einmal pro Woche sollte eine Wäsche schon sein. Schließlich sind diese Feinwerkzeuge unsere wichtigsten Schönheitsutensilien!

Wenn der Tiegel zum Fettnäpfchen wird
Cremetiegel aller Art, insbesondere jedoch Döschen mit Lippenbalsam, bieten einen idealen Nährboden für Bakterien: Finger rein, Kontakt mit Haut und Lippen, und wieder rein in den Tiegel – einen besseren Austausch könnten sich Keime kaum wünschen. Besser einen Spatel verwenden oder zumindest vor jeder Anwendung die Hände waschen. Nach der Benutzung gilt: Deckel zu! Denn je kürzer die Rezeptur mit der Luft in Berührung kommt, desto besser.

Auf die Tube drücken?
Auf den ersten Blick erscheinen Tuben als hygienischere Alternativen. Doch Plastiktuben können nach dem Herausdrücken des Inhalts Luft und damit Keime anziehen! Tuben aus Aluminium hingegen haben diesen Effekt nicht. Für alle Tuben gilt: Den Inhalt in gewünschter Menge am besten auf den Handrücken geben, statt direkt auf die Finger. So erfährt die Tubenöffnung eine geringere Belastung durch Bakterien & Co. Immer öfter wird Naturkosmetik auch in sogenannte Airless-Spender abgefüllt: Durch ihren Aufbau, der das Produkt weder mit Luft, noch mit der Haut in Berührung bringt, sind sie besonders hygienisch.

Für immer und ewig?
Auch wenn wir uns gerade von unseren Beauty-Lieblingen nur ungern trennen: Kein Produkt ist für die Ewigkeit gemacht. Kosmetik, die nicht länger als 30 Monate haltbar ist, wird mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) versehen. Bei Produkten ohne MHD ist auf der Verpackung die Verwendungsdauer nach dem Öffnen angegeben: Mit einem offenen Cremetiegel und einer Zahl werden die Monate angezeigt, die das Kosmetik-Produkt nach dem Öffnen haltbar ist. "12M" bedeutet dann beispielsweise, dass ein Produkt nach dem Öffnen noch zwölf Monate benutzt werden kann. Und daran sollten wir uns halten: Genau wie Nahrungsmittel können nämlich auch die hochwertigen Zutaten in Cremes, Make-up, Mascara und Co. verderben… Zur Sicherheit einfach einen Permanent Marker zu den Schmink-Utensilien legen: Damit kann beim ersten Öffnen das Datum auf dem Produkt vermerkt werden und gefährdete Kandidaten bei der regelmäßigen Kontrolle deutlich einfacher entlarvt werden. Alternativ hilft der Test von Geruch und Konsistenz: Säuerliche Noten, Krümel oder deutlich abgesetzte Wasser- und Ölphasen sind in den meisten Fällen ein Zeichen für den Ablauf der Haltbarkeit.

Freund oder Feind?
Konservierungsstoffe werden eingesetzt, um dem Zerfallsprozess der verwendeten Rohstoffe entgegenzuwirken. Allgemein gilt: Sehr fetthaltige Cremes brauchen weniger Konservierung, Produkte mit hohem Wassergehalt hingegen sind gefährdet, da Mikroorganismen wie Bakterien oder Schimmelpilze dort grundsätzlich gute Lebensbedingungen vorfinden. Leider halten die meisten Konservierungsmittel in konventioneller Kosmetik aber nicht nur die unerwünschten Keime in Schach – sie können auch unsere Haut reizen. Konservierungsmittel in Kosmetik sind außerdem einer der Hauptauslöser für Allergien und Unverträglichkeitsreaktionen. Und wir mögen es gar nicht, wenn man uns in den Rücken fällt…

Naturkosmetik hingegen verzichtet auf den Einsatz von chemischen Konservierungsstoffen und verwendet stattdessen natürliche Methoden: Bio-Alkohol und ätherische Öle beispielsweise können eine Verkeimung der Produkte verhindern. Alle Naturkosmetikstandards – außer Demeter – lassen darüber hinaus naturidentische Konservierungsmittel zu. Die wichtigsten sind Benzylalkohol sowie Benzoesäure, Salicylsäure, Sorbinsäure und deren Salze. Diese haben sich in der Lebensmittelkonservierung bewährt und weisen lediglich geringes allergenes Potenzial auf.

Fazit
Die allgemeine Einhaltung von Hygiene, das regelmäßige Säubern von Pflege- und Schminkutensilien sowie die Beachtung von Haltbarkeitsangaben lassen uns auch weiterhin lange Freude an unseren Beauty-Produkten haben. Und ganz unter uns: Hin und wieder tut Trennung gar nicht so weh – schließlich verursacht sie ja höchstwahrscheinlich unbändige Freude über die eine oder andere neue Errungenschaft…

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