COSMOS is here!

Seit dem 01.01.2017 ist der COSMOS-standard für Neuentwicklungen im Bereich Natur- und Biokosmetik verpflichtend. Dies gilt für alle Mitglieder von BDIH, Ecocert, Cosmebio, ICEA und Soil Association, die zusammen das weltweit größte System zur Zertifizierung von Bio-Beauty repräsentieren. Aber was bedeutet das für den Verbraucher?
Countdown to COSMOS, Foto: FOTOLIA

In Deutschland kennen wir vor allem das bewährte BDIH Qualitätszeichen für kontrollierte Naturkosmetik. Darüber hinaus haben sich auch die Siegel von Ecocert und NATRUE mittlerweile weit verbreitet. Letzteres ist von den Änderungen im Januar 2017 nicht betroffen, denn NATRUE hat sich von der Harmonisierung der Standards für Naturkosmetik abgegrenzt und gehört nicht zu den COSMOS-Mitgliedsorganisationen. Ein kleiner Wermutstropfen, dass diese Organisation (noch?) nicht an Bord ist. Doch auch ohne NATRUE war mit Ablauf des Jahres 2016 ein Meilenstein für eine international harmonisierte Zertifizierung erreicht.

Übergang und Stichtag

Der COSMOS-standard ist im Januar 2010 in Kraft getreten und seit diesem Zeitpunkt werden Erzeugnisse der Mitglieder gemäß COSMOS-standard zertifiziert. Inzwischen sind das allein beim BDIH schon Hunderte von Produkten. Bis Ende 2016 war kein Unternehmen verpflichtet, die neue Zertifizierung zu beantragen. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten alle kosmetischen Mittel weiterhin auch auf der Basis der bestehenden Standards für Natur- und Biokosmetik geprüft werden. Beauty-Produkte, die nun erstmals nach dem 01.01.2017 zur Zertifizierung angemeldet werden, werden von allen COSMOS-Mitgliedsorganisationen ausschließlich gemäß COSMOS-standard zertifiziert.

Die Unterscheidung: Bio und Natur

Der COSMOS-standard unterscheidet die Kontrolle von Naturkosmetik und die Zertifizierung von Biokosmetik. Für beide Stufen sind die grundlegenden Anforderungen identisch. Biokosmetik muss allerdings zusätzlich die geforderten hohen Anteile von Bestandteilen aus biologischem Anbau erfüllen. Für die Auslobung eines Produktes als Biokosmetik müssen demnach als Grundvoraussetzung mindestens 95% der physikalisch gewonnenen pflanzlichen Bestandteile aus der Öko-Landwirtschaft stammen.

Was ändert sich sonst noch?

Die grundlegenden Standards der einzelnen COSMOS-Mitgliedsorganisationen bleiben erhalten, ergänzt durch eine ambitionierte Fortentwicklung der Prüfkriterien, wie beispielsweise die Berücksichtigung der Prinzipien von „Green-Chemistry“. Hierauf beruhen die gesteigerten Anforderungen an Umweltverträglichkeit und Abbaubarkeit verwendeter Rohstoffe, genau wie Vorgaben an die Verpackung oder die Verwendung von Reinigungsmitteln bei der Produktion. Grüne Kosmetik wird damit quasi noch grüner.

Im Überblick:
Wie wird gekennzeichnet?
Das BDIH-Label mit den Zusätzen "COSMOS NATURAL" und "COSMOS ORGANIC"
Das BDIH-Label mit den COSMOS-Zusätzen

Die bekannten Prüfzeichen von BDIH, Ecocert und Co. bleiben erhalten und werden (bei bestandener Kontrolle) lediglich mit der COSMOS Signatur „COSMOS natural“ oder „COSMOS organic“ ergänzt. Lediglich für Cremes, Shampoos & Co., die vor dem Stichtag zertifiziert wurden, besteht ein Bestandsschutz: Sie können auch weiterhin ohne zeitliche Befristung nach dem bisherigen Standard zertifiziert werden und das entsprechende Label ohne Signatur tragen.

Wir sind gespannt wie schnell sich die Hersteller entscheiden, ihre Sortimente umzustellen und auf die internationale COSMOS-Kennzeichnung umsteigen. Aus Verbrauchersicht je früher desto besser. Denn damit wird die Orientierung am Kosmetikregal ein ganzes Stück leichter.

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