COSMOS: Palmöl künftig nur noch nachhaltig

Seit knapp einem Jahr gilt der COSMOS-Standard für alle Mitglieder der ihm angeschlossenen Organisationen. Ab Januar 2019 gibt es ergänzend zu den bestehenden strengen Richtlinien auch eine Neuregelung für Palmöl.
Fakten: COSMOS: Palmöl nur noch nachhaltig. Bild: pixabay Bearbeitung: naturalbeauty.de

Unter dem Dach von COSMOS bilden BDIH, Ecocert, Cosmebio, ICEA und Soil Association das weltweit größte System zur Zertifizierung von Natur- und Biokosmetik. Der Standard unterscheidet die Kontrolle von Naturkosmetik und die Zertifizierung von Biokosmetik. Für beide sind die Anforderungen in ihren Grundzügen identisch. Biokosmetik muss allerdings zusätzlich hohe Anteile an Bestandteilen aus biologischem Anbau enthalten. Für die Auslobung eines Produktes als Biokosmetik müssen mindestens 95% der physikalisch gewonnenen pflanzlichen Bestandteile aus der Öko-Landwirtschaft stammen. Für den Einsatz von Palmöl es bislang – genau wie bei anderen Standards – keine separate Regelung. Wie Ende Oktober 2017 angekündigt, soll sich das im kommenden Jahr ändern.

Zertifizierte Quellen als Pflichtvorgabe

Ab 01. Januar 2019 fordert COSMOS die Einhaltung einer neuen Regelung für nachhaltiges Palmöl. Neuentwicklungen dürfen dann ausschließlich Palmöl, Palmkernöl und deren Derivate (wie z.B. Glycerin, Fett-Alkohole und Fettsäuren) aus zertifizierter Quelle (certified sustainable palm oil/CSPO) enthalten. Die Vorgaben folgen dabei dem RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil). Einziger Wermutstropfen: Für Produkte, die vor dem Stichtag entwickelt wurden, gilt eine Übergangsfrist bis zum 01. Januar 2020.

Nachhaltiges Palmöl – Was ist das?

Vom RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) wird nach bestimmten Kriterien gewonnenes, nachhaltiges Palmöl zertifiziert. Dieses Zertifizierungssystem wurde auf Initiative des WWF gegründet. Wesentliche Bestrebungen sind die Vermeidung von Rodungen besonders schützenswerter Wälder, eine umweltbewusste Produktion und das Respektieren von Rechten der lokalen Bevölkerung sowie von Arbeitnehmerrechten.

Warum das so wichtig ist

Etwa 29 Millionen Tonnen Palmöl werden pro Jahr zur Herstellung von Kosmetik verwendet. Um die große Nachfrage zu befriedigen und Platz für immer neue Ölplantagen zu schaffen, wird vielerorts Regenwald vernichtet – ein regelrechter Brandbeschleuniger für die Klimaerwärmung.

Weshalb nicht komplett verzichten?

Auch wenn wir es gern so hätten – Kosmetik ohne Palmöl ist bisher kaum realisierbar. Der Rohstoff besitzt ein ganz besonderes Fettsäurespektrum und ist bei Zimmertemperatur butterartig fest. Allein in Sachen Konsistenz eine kaum ersetzbare Zutat – und bei Verzicht würde unter Umständen die komplette Rezeptur eines Produktes nicht mehr funktionieren.

Im Grunde ist auch nicht das Palmöl an sich ein Problem, sondern vielmehr die Art des Anbaus, die für die Rodung immer weiterer Regenwaldflächen verantwortlich ist. Fakt ist: Andere Ölpflanzen wie Raps, Soja oder Kokospalmen erzeugen ganz ähnliche Probleme. Darüber hinaus ist die Ölpalme global eine der ertragreichsten Ölfrüchte. Um die eingangs erwähnte Menge Öl zu erzielen, benötigt man für den Anbau anderer Ölpflanzen bis zu sieben Mal(!) mehr Fläche.

Wichtige Übergangslösung

Solange für diese Probleme keine Lösung besteht, ist nur nachhaltiges, zertifiziertes Palmöl eine akzeptable Interims-Alternative. Mit Inkrafttreten der Neuregelung im Januar 2019 wird die Vorreiterrolle von COSMOS für anspruchsvolle Zertifizierung von Natur- und Biokosmetik einmal mehr unterstrichen. Auch bei den Herstellern wird mit gutem Beispiel voran gegangen: Einige Mitglieder, wie SPEICK Naturkosmetik, setzen bereits heute ausschließlich zertifiziertes, nachhaltiges Palmöl ein und engagieren sich als Mitglied bei FONAP (Forum nachhaltiges Palmöl) für den nachhaltigen Anbau von Ölpalmen.

Zum Weiterlesen empfehlen wir:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.