China: Ein Ende in Sicht?

Tierversuche für Kosmetik sind in China an der Tagesordnung. Wer dort auf den Markt will, muss die Produkte registrieren lassen. Und dafür verlangt die zuständige Behörde CFDA Tierversuche. Bisher.
China: Ein Ende in Sicht? Bild: pixabay

Um ein kosmetisches Produkt in China vermarkten zu dürfen, müssen ausländische Hersteller bis dato Tierversuche in Kauf nehmen: Für den Import und Vertrieb ist eine Registrierung bei der CFDA (China Food and Drug Administration) notwendig. Sie muss gemäß der „Verordnung über die Hygieneüberwachung von Kosmetikprodukten“ durchgeführt werden und beinhaltet neben dem Einreichen diverser Antragsunterlagen auch das Durchführen von Tierversuchen. Ohne eine Registrierung ist die Zollabwicklung nicht möglich. Und damit kein Markteintritt.

Das lange Schweigen

Lange Zeit wurde über diese Praktiken geschwiegen. Erst die Recherchen von Tierrechtsorganisationen brachten vor vier Jahren Klarheit darüber, dass Tests an Tieren vorgeschrieben sind und jeder Hersteller, der nach China exportiert, diese billigend in Kauf nimmt – selbst wenn er diese nicht in Auftrag gibt.

Ende 2013 zog sich der Naturkosmetikhersteller LOGOCOS mit seinen Marken Logona und Sante vom chinesischen Markt zurück. Ethik geht vor Geschäft, so die Botschaft aus Salzhemmendorf. Daraufhin erklärte auch der BDIH, dass Exporte nach China dem Standard für kontrollierte Naturkosmetik widersprechen: Weil der BDIH-Standard Tierversuche verbietet, gefährdet ein Export nach China die Zertifizierung des Produkts.

Neue Wege: Tierversuche nicht länger verpflichtend

Seit März 2017 greifen nun neue Regeln für den Import von Kosmetikprodukten nach China – wenn sie über Shanghai Pudong eingeführt werden. Nutzen die Firmen diesen Weg und ein bestimmtes Archivsystem zur Anmeldung, kann damit der bisherige Registrierungsprozess und somit auch die Tierversuche umgangen werden. Im ersten Schritt gilt das befristet bis zum 21.12.2018. Es bleibt abzuwarten, ob die vereinfachte Zulassungsmethode sich bewährt und China sich auch insgesamt für den Verzicht auf Tierversuche für Kosmetik entscheidet. Dennoch wertet die Tierrechtsorganisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) die Regelung als wichtigen Schritt. Mit dieser Lockerung sind Tests für die Markteinführung in China zumindest nicht länger zwingend notwendig.

Das wiederum wirkt sich positiv für alle Verbraucher aus, die Wert auf tierleidfreie Kosmetik legen. Dank der schwammigen Regelungen im EU-Recht konnten sie bisher kaum zu 100% darauf vertrauen, dass ihr Lieblingsprodukt am anderen Ende der Welt nicht grausamen Testmethoden unterzogen wurde. Trotzdem gilt: Sicherheit bieten bis zur endgültigen Abschaffung der Registrierungsvorschriften für den (direkten) Import von Kosmetikprodukten nach China auch weiterhin lediglich Qualitätszeichen wie die von BDIH und IHTK.

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