Ceramide: Klein, aber oho!

Gehört hat man von diesem Wirkstoff schon oft. Trotzdem wissen die wenigsten, was es mit Ceramiden eigentlich auf sich hat. Woraus werden sie hergestellt? Warum gelten sie als Wohltat für trockene, sensible und reife Haut? Und vor allem: Gibt’s die auch in Naturkosmetik? Spannende Fakten über diese interessante Creme-Zutat!

Ceramide? Das klingt ein bisschen wie Zement. Und diese Assoziation ist gar nicht mal so verkehrt, zumindest im übertragenen Sinne. Hinter diesem Wirkstoff, den man vor allem in Pflegeprodukten für anspruchsvollen Teint findet, verbergen sich nämlich winzige Fettbausteine, die auch in unserer Haut vorkommen und dort wie Mörtel in einer Mauer die Hornzellen miteinander verbinden. Aber auch in anderen Teilen unseres Körpers spielen Ceramide eine wichtige Rolle. Obwohl viele denken, dass es sich dabei um eine moderne Erkenntnis handelt, wurden diese Substanzen bereits 1874 von dem Arzt Johann Ludwig Thudichum im Gehirn entdeckt. Weil ihm die unbekannte Stoffgruppe ausgesprochen rätselhaft erschien, nannte er sie Sphingolipide – angelehnt an die mystische Sphinx aus der griechischen Sage. Als Kosmetikzutat sorgten Ceramide vor allem in den 1990er Jahren für Furore, werden jedoch bis heute eingesetzt. Auch in Bio-Beauty! Allerdings muss man nach Naturkosmetik mit diesem Wirkstoff ziemlich suchen. Warum ist das so? Und für wen sind die Mini-Lipide am besten geeignet?

Ersetzen, was fehlt: Soja, Reis und Hefe machen’s möglich

Eigentlich logisch: Am meisten profitiert man von Cremes mit Ceramiden, wenn in der eigenen Haut ein Mangel daran besteht. Wenn wir zu wenig von diesen Fettbausteinen produzieren, bilden sich zwischen den Hornzellen nämlich kleine Löcher, durch die wertvolle Feuchtigkeit verdunstet. Der Teint trocknet aus, wird durchlässiger für äußere Reize und fühlt sich rau an, da die Schüppchen nicht mehr zusammengehalten werden, sondern aufspringen. Das ist häufig bei Neurodermitis der Fall, aber auch bei spröder, sensibler und reifer Haut lässt sich oft ein anlagebedingtes Defizit an Ceramiden nachweisen. Was liegt also näher, als Nachschub zu liefern? Zum Glück gibt es ein paar natürliche Quellen, die man dafür nutzen kann. Die in Naturkosmetik eingesetzten Ceramide werden meist biotechnologisch aus Reis- oder Sojaöl mit Hilfe von Hefe hergestellt. Ein cleveres Verfahren, durch das hochwertige Wirkstoffe entstehen. Allerdings auch aufwändig und relativ teuer. Da Bio-Beauty-Anbieter ohnehin am liebsten möglichst naturbelassene Zutaten verwenden, weichen viele stattdessen auf eine Alternative aus, die der Haut hilft, sich selbst regulieren.

Hilfe zur Selbsthilfe: Linolsäurereiche Pflanzenöle
Wer sich genauer mit den Ceramiden in unserer Haut beschäftigt stellt schnell fest, dass drei der neun bisher klassifizierten Arten einen wichtigen Baustein gemeinsam haben: Linolsäure, manchmal Vitamin F genannt. Dieser Stoff kommt auch in einigen Pflanzenfetten in größeren Mengen vor, insbesondere in Distel-, Schwarzkümmel-, Nachtkerzen-, Borretschsamen-, Soja- und Traubernkernöl, die für ihren wohltuenden Effekt bei trockener, schuppiger Haut seit langem bekannt sind. Eingearbeitet in Cremes verwöhnen sie die Haut nicht nur mit Fett und Vitaminen, sondern kitten auch poröse Stellen in der Hornschicht. Schon nach zwei, drei Wochen regelmäßiger Behandlung fühlt sich der Teint geschmeidiger an, weil sich die Hornzellen aneinander schmiegen und weniger Feuchtigkeit verloren geht. Und das Beste: Linolsäure scheint die Haut anzuspornen, wieder mehr Ceramide in Eigenregie zu produzieren. Dafür gibt es bei Schwarzkümmel- und Nachtkerzenöl schon klare Beweise. Insofern sind Cremes mit Ceramiden eine tolle Sache, besonders wenn Ihre Haut sehr empfindlich, trocken und pflegebedürftig ist. Kosmetik mit den genannten Pflanzenölen ist diesen Produkten aber durchaus ebenbürtig.

Trockene, anspruchsvolle Haut?
Diese Naturkosmetik hilft!

Multiactive Lifting-Creme von Heliotrop mit Ceramiden, Traubenkernöl und Ginkgo
Pur Feuchtigkeitscreme von Logona mit Traubenkernöl und Sheabutter
Schwarzkümmelöl bio von Farfalla aus reinem Schwarzkümmelöl
24 h Moisturizing Fluid von Kivvi mit Nachtkerzen- und Borretschsamenöl
Seidiges Gesichtsserum von Joik mit Distel- und Cranberrysamenöl
Day Cream von Eco Cosmetics mit Sojaöl und Granatapfelextrakt
Bio Nachtkerzenöl Kapseln von Fitne mit Nachtkerzenöl
Natural Face Intensivpflege Creme Rich von Speick mit Sojaöl und Vitamin F
Midsummer Rose Nourishing Facial Cream von Frantsila mit Nachtkerzenöl
Tagescreme Bio-Schisandra von Sante mit Soja- und Kameliensamenöl
Songe Fleuri Regenerierende Nachtcreme von Cattier mit Johannisbeeröl und Ceramiden
Regenerierende Nachtpflege von lavera mit Ceramiden, Argan- und Cranberryöl
Age-Protect Intensivcreme von i+m mit Nachtkerzen- und Arganöl
Festigende Tagespflege Nachtkerze von Weleda mit Nachtkerzenöl und Tigergras
Cura Noctis Night Cream von annané mit Nachtkerzen- und Sanddornöl

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