Ausgewiesen vegan?

Vegane Kosmetik ist genau wie die konsequente Ernährung ohne tierische Rohstoffe längst mehr als ein Trend. Allein in Deutschland leben laut Vegetarierbund (VEBU) etwa 7,8 Millionen Menschen vegetarisch und rund 900.000 Menschen vegan. Aber obwohl mittlerweile Tierversuche für die Schönheit EU-weit verboten wurden, finden tierische Inhaltsstoffe weiterhin in vielen Kosmetikprodukten Verwendung.
Ausgewiesen vegan, Foto: PIXABAY

Sicheren Aufschluss über alle in einem Produkt eingesetzten Rohstoffe liefert natürlich die INCI-Liste. Aber wer kann die schon aus dem Stegreif entschlüsseln? Deshalb hier noch mal eine aktuelle Zusammenfassung mit Inhaltsstoffen, die tabu sind, und veganen Siegel.

Auf folgende kosmetische Inhaltsstoffe sollten Veganer besonders achten:

  • Mel – dahinter verbirgt sich der Inhaltsstoff Honig
  • Beeswax, Cera Flava oder Cera Alba – Bienenwachs
  • Cochenille oder Carmine – Der Farbstoff Karmin, gewonnen aus der Cochenilleschildlaus
  • Chitin oder Chitosan – Organische Basis des Außenskeletts von Insekten und Krebstieren
  • Schellack, Shellac – Harzartige Substanz, die aus Ausscheidungen der Lackschildlaus gewonnen wird

Wir empfehlen: Ein Spickzettel mit den wichtigsten INCIS im Geldbeutel liefert wertvolle Unterstützung beim Einkauf. Wer es ganz genau wissen will: Die Tierrechtsorganisation PETA hat online eine umfangreiche Liste tierischer Inhaltsstoffe inklusive Alternativen bereitgestellt, um diese in Kosmetik aber auch Lebensmitteln und anderen Produkten gezielt zu vermeiden.

Vegane Siegel

Ob im jeweiligen Produkt tatsächlich kein tierischer Rohstoff zum Einsatz kommt, garantieren darüber hinaus vegane Prüfzeichen verschiedener Organisationen. Ein staatliches Siegel wie im Bio-Lebensmittel-Bereich gibt es hingegen nicht:

Das V-Label
Das Prüfzeichen wurde von der Europäischen Vegetarier-Union entwickelt und wird hierzulande vom Vegetarierbund (VEBU) vergeben. Es existiert in vier Ausführungen (vegetarisch, lacto-vegetarisch, ovo-lacto-vegetarisch und vegan). Leider gehören zu den über 250 Lizenzpartnern bisher nur Hersteller aus der Lebensmittelindustrie. Auf Kosmetikprodukten sucht man dieses anerkannte Label daher vergeblich.

Die Veganblume
Das Logo mit der Sonnenblume genießt in Deutschland den höchsten Bekanntheitsgrad bei der Kennzeichnung veganer Kosmetik. Es wird seit 1991 von der britischen Vegan Society vergeben und zertifiziert neben Kosmetik auch Nahrungsmittel, Kleidung und Putzmittel, die keine tierischen Substanzen enthalten. Außerdem garantiert dieses Siegel, dass der Hersteller selbst keine Tierversuche gemacht oder in Auftrag gegeben hat – weder für das fertige Produkt noch für die darin verwendeten Rohstoffe.

Cruelty free and vegan
Die Tierrechtsorganisation PETA hat ebenfalls ein Label entwickelt, dass Kosmetik ohne Tierversuche und tierische Bestandteile kennzeichnet. Der Hase mit dem Schriftzug „cruelty free and vegan“ ist in Deutschland jedoch noch nicht sehr verbreitet – und damit eher ein Tipp für internationale Shopping-Touren.

Darüber hinaus existieren weltweit noch diverse vegan-Logos kleinerer Organisationen.

Hersteller-Labels

Verschiedene Kosmetikhersteller haben mittlerweile eigene Zeichen oder Aufschriften kreiert und eingeführt, um ihre veganen Produkte zu kennzeichnen. Doch Vorsicht: Einer Kontrolle unterliegen diese Zeichen nicht! Im Bereich zertifizierter Naturkosmetik kann man sich in der Regel auf die Aussagen der Hersteller hinsichtlich der eingesetzten Inhaltsstoffen verlassen: Wo vegan und natürlich drauf steht, sollte auch vegan und natürlich drin sein!

Trotz allem sei auf eines immer wieder hingewiesen: Ein veganes Kosmetikprodukt ist nicht automatisch echte Naturkosmetik! Deshalb: Augen auf beim Einkauf von veganer Pflege!

Mehr zum Thema Richtlinien, Siegel und Zeichen gibt’s hier.

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