Emulgatoren

Es gibt Stoffe, die sich niemals auf ein Date miteinander einlassen würden. Wasser und Öl zum Beispiel. Damit sie für unsere Pflege dennoch eine dauerhafte Bindung eingehen, sind Emulgatoren nötig.
Faktenbeitrag Emulgatoren Bild: pixabay

Emulgatoren zählen zu den Hilfsstoffen. Es gelingt ihnen spielend einfach, nicht miteinander mischbare Flüssigkeiten zu vermengen und zu stabilisieren. Das Ergebnis nennt man Emulsion. Neben dem Einsatz in der Kosmetik kommen Emulgatoren außerdem für die Pharma- und Lebensmittelindustrie, der Ölindustrie und im Haushalt zur Anwendung.

Spannungen lösen: In diplomatischer Mission

Auch die als Schaumbildner genutzten Tenside zählt man zu den Emulgatoren. Wie ihr Name bereits verrät (lat. tensus = gespannt), gehören sie zu den grenzflächenaktiven Substanzen, die die Oberflächenspannung von zwei Phasen herabsetzen und somit als Lösungsvermittler wirken. Sie erzielen dabei nicht nur ein grobes Mixen der Stoffe, sondern eine feine Vermengung der einzelnen Teilchen. Aber wie funktioniert das genau?

Ein Emulgator besteht aus einem hydrophoben („wasserabweisenden“) und einem hydrophilen („wasserliebenden“) Molekülteil. Man bezeichnet Emulgatoren daher auch als amphiphil („beides liebend“). Möchte man nun eine Wasser- und eine Ölphase miteinander verbinden, kommen die beiden Teile der Tensidmoleküle zum Zug und sorgen dafür, dass die Öl- und Wassertröpfchen fein verteilt werden. Über das genaue Ergebnis entscheidet die Zusammensetzung der Mixtur.

Im Groben unterscheidet man zwei Arten von Emulsionen:

Öl-in-Wasser-Emulsion

Bei der O/W-Emulsion besteht die äußere Phase aus Wasser. Sie spendet in erster Linie Feuchtigkeit, lässt sich leicht verteilen und zieht schnell in die Haut ein – zum Beispiel in Form einer leichten Lotion.

Wasser-in-Öl-Emulsion

Die W/O-Emulsion funktioniert genau umgekehrt: Hier besteht die äußere Phase aus Öl. Wegen ihrer rückfettenden Eigenschaften wird diese Form für reichhaltige Cremes eingesetzt.

Klingt nach einer tollen Sache, die uns grandiose Konsistenzen für unsere Kosmetik ermöglicht. Ohne Emulgatoren wäre die Herstellung von Cremes und Lotionen kaum möglich. Und auch für einen gewissen Komfort lässt sich nicht darauf verzichten – denn wer möchte schon täglich seinen Tiegel umrühren? Dennoch sollten wir genau darauf achten, welcher „Kuppler“ in unseren Beautyprodukten zum Einsatz kommt.

Zwielichtige Vertreter

Zu den bekanntesten Emulgatoren zählen die umstrittenen Polyethylenglykole (PEGs). Sie sind ein effektives Mittel, um Fett und Feuchtigkeit miteinander zu verbinden. Um diese Fähigkeit zu nutzen, werden sie mit Hilfe der Ethoxylierung an Fettalkohole, Öle etc. angelagert, die dadurch wasserlöslich werden. Das Problem: Dieser Prozess lässt sich chemisch nicht exakt steuern. Es entstehen unterschiedlichste Reaktionsprodukte mit teilweise großen Risikofaktoren. Hinzu kommt, dass PEGs nicht nur im Produkt selbst mit Fett und Feuchtigkeit reagieren – sondern auch auf der Haut. Das gefährdet die natürliche Barrierefunktion und macht die Haut durchlässiger für Schadstoffe und Umweltgifte. Verwendet man häufig Produkte mit PEGs, trocknet der Teint zunehmend aus: Der schützende Talgfilm an ihrer Oberfläche wird angegriffen und es kommt zum sogenannten Auswaschungseffekt.

Sanfte Kuppler mit Zusatznutzen

Was also tun? Entweder zu Produkten greifen, die ganz ohne Emulgatoren auskommen und mit 2 Phasen arbeiten. Dann heißt es täglich schütteln vor dem Auftragen. Oder aber man verwendet zertifizierte Naturkosmetik, die auf PEGs und jegliche ethoxilierte Stoffe verzichtet. Bio-Beauty verwendet stattdessen unbedenkliche Emulgatoren aus Zucker oder pflanzlichen Fetten. Soja Lecithin findet man beispielsweise häufig in den Rezepturen, ebenso Glycerinfettsäureester (aus pflanzlichem Glycerin und Kokosöl. Der klare Vorteil: Diese Lösungsvermittler kommen nicht nur ohne Nebenwirkungen aus, sondern besitzen sogar pflegende Eigenschaften, die sie – auch ganz abgesehen vom Kuppel-Gedanken – zu großartigen Inhaltsstoffen macht.

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