Du kommst hier nicht rein: PEGs

Sie kommen harmlos als Waschsubstanz und Emulgator daher, verleihen sich in Shampoos, Flüssigseifen und Duschgelen ein sauberes Image. Doch Polyethylenglykole – kurz PEGs –haben absolut keine weiße Weste: Sie machen die Haut nämlich durchlässig für Schadstoffe, denen sie beim Pflegen klammheimlich Tür und Tor öffnen. Dem schieben Sie mit echter Naturkosmetik einen Riegel vor!
Du kommst hier nicht rein: PEGs Du kommst hier nicht rein: PEGs Bild: pixabay
Wie findet man PEGs in der INCI-Liste?

Polyethylenglykole sind in der Zutatenliste gut zu erkennen, weil sie meist die Großbuchstaben PEG und eine Zahl im Namen tragen, also z.B. PEG-8 oder PEG-15 Glyceryl Oleate. Außerdem gehören viele Substanzen mit der Silbe „eth“ zu dieser Stoffgruppe, z.B. Ceteareth-15. Zu den bekanntesten Polyethylenglykolen gehört das Tensid Sodium Laureth Sulfate, das in den meisten konventionellen Shampoos, Duschgels und Flüssigseifen eingesetzt wird.

Was sind PEGs eigentlich?

Polyethylenglykole sind chemische, wasserlösliche Molekül-Verbindungen, die – abhängig von ihrer Kettenlänge – flüssig oder fest sind. Ihr Grundstoff ist das Erdölderivat Ethylenoxid. In Verbindung mit Wasser wird daraus zunächst Ethylenglycol hergestellt, das auch als Frostschutzmittel bekannt ist, und durch weitere Schritte schließlich Polyethylenglykole.

Was bewirken PEGs und wo werden sie eingesetzt?

PEGs sind ein effektives Mittel, um Fett und Feuchtigkeit miteinander zu verbinden. Um diese Fähigkeit in Kosmetik nutzen zu können, werden Polyethylenglykole mit Hilfe eines aggressiven chemischen Reaktionsverfahrens, der Ethoxylierung, an Fettalkohole, Ester und Öle angelagert, die dadurch wasserlöslich werden. PEGs stecken in vielen konventionellen Beautyprodukten, vor allem als Emulgatoren, Waschsubstanzen, Rückfetter, Konsistenzgeber oder Feuchthaltemittel.

Man unterscheidet zwischen den flüssigen, farblosen und den weichen bis festen, wachsartigen Polyethylenglykolen. Erstere werden beispielsweise in Gesichtswässern, Flüssigseifen und Shampoos verwendet, die wachsartigen Polyethylenglykole häufig in Cremes, Salben oder Haarkuren. Die Vorteile, die zur Beliebtheit der PEGs in herkömmlicher Kosmetik führen, sind der niedrige Preis und die Möglichkeit, sie für das jeweilige Einsatzgebiet synthetisch „maßzuschneidern“. Auch in der Medizin werden häufig PEGs verwendet.

Warum sind PEGs problematisch?

Das Grundproblem ist, dass sich der Prozess der Ethoxylierung chemisch nicht exakt steuern lässt. Es entsteht eine Vielzahl an Reaktionsprodukten mit ganz unterschiedlichen „Nebenwirkungen“: So kann das in der Kosmetik als Emulgator verwendete Laureth-9 (PEG 450) z. B. auch als lokales Betäubungsmittel eingesetzt werden. Dadurch wird die Empfindungsfähigkeit der Haut herabgesetzt, so dass eigentlich nützliche Warnsignale wie Juckreiz oder Schmerz unterdrückt werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung beurteilt Produkte zur täglichen Pflege, die Laureth-9 enthalten, deshalb als gesundheitlich bedenklich. Hinzu kommt, dass PEGs nicht nur im Produkt selbst mit Fett und Feuchtigkeit reagieren, sondern auch auf der Haut. Dadurch verliert sie ihre natürliche Barrierefunktion und wird durchlässiger für Schadstoffe und Umweltgifte, die so leichter in den Körper eindringen können. Wenn Ihr konventionelle Kosmetik benutzt, ist das doppelt riskant, denn darin stecken oft auch andere problematische Zutaten wie Azofarbstoffe, Phthalate oder Konservierungsstoffe, die durch die Polyethylenglykole noch tiefer eingeschleust werden können als ohnehin schon. Ein weiteres Risiko ist die Austrocknung der Haut. Verwendet man häufig Cremes, Shampoos und Duschgele mit PEGs, wird der schützende Talgfilm angegriffen und es kommt zum sogenannten Auswaschungseffekt.

Unser Fazit

Warum müssen die risikolastigen Polyethylenglykole überhaupt in Kosmetika eingesetzt werden? Schließlich bietet die Natur genug Alternativen zu diesen fragwürdigen synthetischen Rohstoffen. So sind z.B. Emulgatoren aus verschiedenen Pflanzenzuckern und Fettsäuren hervorragende Lösungsvermittler und lassen sich als Waschsubstanzen verwenden. Außerdem einsetzbar: Lecithin, das meist aus Soja hergestellt wird, und Glyzerinfettsäuerester. Darin wird Feuchtigkeit bindendes pflanzliches Glyzerin mit einer Fettsäure aus Kokosöl verbunden. Diese natürlichen Stoffe sind so sanft, dass sie einzeln sogar als Pflegezutaten eingesetzt werden können – und haben keine versteckten Nebenwirkungen.

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