Du kommst hier nicht rein: Ammoniak

Dicke Luft im Bad? Die entsteht oft, wenn Sie Ihre Haare mit einer konventionellen Coloration färben. Verantwortlich für den stechenden Geruch ist hauptsächlich Ammoniak. Da wittert man doch spontan Gefahr! In Naturkosmetik wird diese Chemikalie nicht eingesetzt. Wie bedenklich ist dieser Stoff wirklich?
Du kommst hier nicht rein: Ammoniak, Foto: PIXABAY
Wie findet man Ammoniak in der INCI-Liste?

Ob Ammoniak in einem Produkt steckt oder nicht, erkennt man auch als Laie auf den ersten Blick. Es gibt nämlich nur einen einzigen Begriff dafür, der obendrein mit dem Stoffnamen fast identisch ist: Ammonia.

Was ist Ammoniak eigentlich?

Ammoniak ist eine flüchtige Verbindung aus Stickstoff und Wasserstoff, die stark basisch ist und kosmetisch zum Färben der Haare verwendet wird. Ähnlich, wie unsere Haut durch zu langes Baden schrumpelig wird, lässt Ammoniak den Haarschaft aufquellen – bloß dass dieser Vorgang deutlich aggressiver abläuft. Die tannenzapfenartig angeordneten Hornschüppchen werden aufgebrochen, so dass andere Zutaten wie aufhellendes Wasserstoffperoxid und neue Farbvorstufen durch die Löcher ins Haarinnere schlüpfen können. In winzigen Dosen kommt Ammoniak aber auch in der Natur und sogar in unserem Körper vor, und zwar als Abfallprodukt, das z. B. bei der Verdauung von Eiweiß entsteht und über die Nieren ausgeschieden wird.

Wo wird Ammoniak noch eingesetzt?

Obwohl es den meisten von uns nicht bewusst ist, gehört Ammoniak zu den meistproduzierten Chemikalien der Welt. Der Einsatz in Haarfärbungen nimmt allerdings nur einen kleinen Bruchteil davon ein. Wesentlich öfter dient Ammoniak als Ausgangstoff für andere Substanzen wie z.B. zur Herstellung von Düngemitteln. Außerdem kann man es als fckw-freies Kühlmittel einsetzen, etwa in Tiefkühltruhen großer Supermärkte oder Eislaufhallen.

Warum ist Ammoniak problematisch?

Wer seine Haare regelmäßig chemisch färbt, kennt die negativen Folgen zur Genüge: Das Haar wird ständig trockener und geht kaputt. Das liegt vor allem daran, dass sich das chemische Aufbrechen durch Ammoniak nicht wieder rückgängig machen lässt. Pflanzenöle oder Silikon, das in konventioneller Haarpflege verwendet wird, ummanteln das Haar zwar, so dass sich die Schuppenschicht wieder anschmiegt, aber reparieren können sie den Schaden nicht.

Aus gesundheitlicher Sicht ist Ammoniak trotz des gefährlich erscheinenden Geruchs deutlich unbedenklicher als andere Inhaltsstoffe chemischer Colorationen. Bestimmte Farbstoffe, vor allem aromatischen Amine, können z.B. bei langjährigem Gebrauch zu Blasenkrebs führen. Das ist bei Ammoniak nicht der Fall. In hoher Konzentration ist es zwar giftig, aber beim Färben können die eingeatmeten Dämpfe lediglich zu Hustenreiz führen. Allerdings darf das Mittel nicht in die Augen gelangen, da es ätzend wirkt.

Probleme gibt’s jedoch für die Umwelt: In Äckern, die mit Düngern aus Ammoniak behandelt werden, bilden sich Nitrate, die unsere Nahrung belasten. Gelangt das Düngemittel in nahegelegene Teiche, verschiebt sich dort der pH-Wert und es kann zu einem plötzlichen Fischsterben kommen.

Unser Fazit

Auch wenn Ammoniak selbst weniger gesundheitsschädigend ist, als man denkt, ist es ein Hilfsstoff, der anderen, weitaus schlimmeren Stoffen wie z.B. den aromatischen Aminen, erst Tür und Tor öffnet. Der Umwelt und unseren Haaren zuliebe sollten wir auf diese Chemikalie verzichten, zumal es in der Naturkosmetik sanfte Alternativen wie z.B. Pflanzenhaarfarben gibt.

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2 Gedanken zu „Du kommst hier nicht rein: Ammoniak“

    1. Hallo,

      der Umwelt und unseren Haaren zuliebe sollten wir auf diese Chemikalie verzichten, zumal es in der Naturkosmetik sanfte Alternativen wie z.B. Pflanzenhaarfarben gibt. 🙂

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